
KBS 437 - Die Hönnetalbahn: Bahnhöfe und Haltepunkte
Bahnhof Fröndenberg / Ruhr - "EFOE"
Die
Stadt Fröndenberg liegt im Ruhrtal. Ehemals Industriestandort für
Papier, Draht und Ketten ist Fröndenberg heute Wohnstadt mit Einzelhandel.
Statt der alten Fabriken stehen nun Wohn-Geschäftshäuser im Stadtzentrum, eine
Umgehungsstraße leitet den Durchgangsverkehr an der Stadt vorbei.Auf
dem Berg stehen die ältesten Gebäude der Stadt, darunter zwei Kirchen sowie
einige Fabrikantenvillen der alten Industrien sowie das Stiftsgebäude oder das
Bernsteinhaus. Auf dem Gelände einer stillgelegten Papierfabrik entstand ein
Landschaftspark mit Sport- und Spielanlagen, umgeben von Relikten der alten
Industrie.
Im
zweiten Weltkrieg ging die Stadt 1943 teilweise unter einer gewaltigen Flutwelle der
von Englischen Kampffliegern gesprengten Möhnetalsperre unter. Häuser,
Brücken und Infrastruktur wurden zerstört.
Die Stadt Fröndenberg
Fröndenberg liegt im Süden des Kreises Unna und hat eine Einwohnerzahl von ca. 23.000 (incl. Vororte). Direkt im Süden der Stadt fließt die Ruhr vorbei und markiert gleich mehrere Grenzen: Die zwischen dem Kreis Unna und dem Märkischen Kreis, zwischen Ruhrgebiet und Sauerland und - wie man häufig hört - die Grenze zwischen den guten und den schlechten Autofahrern. Wer auf welcher Seite liegt? Entscheiden Sie selbst zwischen "Unheil naht" (UN) und "Märkisch Kongo" (MK).
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Fröndenberg ein kleines Dorf mit ehemaligem Zisterzienserinnenkloster, dem späterem Stift. Profitiert hat die Ruhrstadt massiv durch die Industrialisierung. Drei wichtige Sparten haben dazu beigetragen: Ketten- und Papierindustrie sowie die Produktion von Fahrradteilen. Die Firma UNION, ehemals "Fa. Wilhelm Feuerhake & Co", zuständig für Ketten und Fahrradteile wie Speichen, Nippel und Pedale, profitierte vom Aufstieg des Fahrrades als billiges und bequemes Fortbewegungsmittel. Lediglich im zweiten Weltkrieg wurde die Produktion auf Munitions- und Kriegsgerät umgestellt. Mitte der 1970er Jahre war das Produktionsmaximum erreicht. Viele Teile wurden in die weite Welt exportiert. Dennoch war der Platz in der Stadt Fröndenberg begrenzt. Die Firma besaß das Areal zwischen dem heutigen Marktplatz und den Gebieten nördlich des ehemaligen Güterbahnhofs. Fehlender Platz zur Expansion und veraltete Technik waren Gründe für die Firma UNION, aus der Stadt auszusiedeln. Sie zog in den 1980ern in das Industriegelände der ehemaligen Gummifabrik "Atlantic", etwa 2 Kilometer vom alten Standort westlich der Stadt an der Ardeyer Straße Richtung Ardey gelegen.
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Stiftsgebäude von Fröndenberg |
Die Jugendstilgebäude der Firma UNION wurden 1981 nach langem Überlegen, ob die Gebäude erhalten werden sollten, nach Feststellung der großen baulichen Mängel gesprengt und das Gebiet eingeebnet. Für eine spätere Bebauung sollten keine Zufälligkeiten der alten Substanz übrig bleiben.
Die Firma Himmelmann mit ihrer Papierfabrik logierte südöstlich des heutigen Marktplatzes zwischen Bahntrasse und Ruhr und hatte ihren eigenen Gleisanschluss. Die Firma war bis 1982 der zweite große Arbeitgeber der Stadt. Dann wurde er wegen der guten Produktionszahlen von der Konkurrenz übernommen - und stillgelegt. Auch das Gelände der Firma Himmelmann wurde abgerissen. Erhalten blieben lediglich einige Villen der Fabrikanten. So gab es innerhalb kürzester Zeit zwei riesige Brachflächen in der Stadt und massive Strukturprobleme.
Für die Brache der Firma UNION wurde ein Wohn- und Geschäftsviertel geplant, dem heutigen Gebiet zwischen Bahnhof und Marktplatz. Zeitgleich wurde der Durchgangsverkehr von nun an über den Überwurf über die Bahn umgeleitet, ein wichtiger Punkt in Sachen Verkehrsinfrastruktur, waren die verkehrlichen Zustände doch bisweilen sehr schlecht. Sicherheit, Lärm und Gestank - weil sich alles in der Stadt und vor dem Bahnübergang und den Kreuzungen staute. Der Bahnübergang verschwand (bzw. wurde für Fußgängerbetrieb rückgebaut), die Kreuzung wurde zum Marktplatz. Der Verkehr fließt nun südlich an der Stadt vorbei oder nördlich über drei Ampeln Richtung Unna / Wickede. Die infrastrukturellen Missstände wurden also beseitigt. Man plant allerdings zur Zeit an einer neuen Umgehungsstraße durch die Stadt sowie an einem Fußgängertunnel anstelle des Bahnübergangs.

Marien- und Stiftskirche (v.L.), davor Boeselagerhaus (rot)
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Hellweg / Lichtweg - Brunnen in der neuen Innenstadt
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Zahlreiche Ideen gab es für die Brache der Firma Himmelmann. Hier sollte nach dem Vorbild des Säntis-Parks der Stadt St.Gallen (Schweiz) ein Freizeitpark mit Einkaufszentrum, Erlebnisbad, Diskothek, Minigolf, Squash-Courts, Bowling u.v.m. entstehen. Die Ideen gingen sogar bis zur Wildwasser- und Achterbahn sowie einem Zoo. Aus Mangel an Investoren wurde dann doch der zu allererst favorisierte Landschaftspark Ruhrufer verwirklicht. Er beinhaltet heute Sportplätze, Halfpipe, Minigolfanlage und Spielplätze. Dazwischen stehen die alten Relikte der Industriezeit, u.a. ein großer Hochleistungstrichterstofffänger (im Fröndenberger Slang kurz "Der Trichter" genannt). Außerdem wurde im alten Strohlager der Firma das Kettenschmiedemuseum der Stadt und im Anschluss daran in einer alten Lagerhalle, von der nur die Ost- und Nordmauern stehen, das neue Kulturzentrum "Kulturschmiede" gebaut.

Kettenschmiedemuseum und Kulturschmiede im Landschaftspark
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Der Fröndenberger Trichter
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Der Güterbahnhof ist übrigens inzwischen einem großen P&R-Parkplatz gewichen, der sehr beliebt bei Pendlern ist. Fröndenberg hat sich zum Umsteigeknotenpunkt vom Auto auf die Schiene entwickelt. Regelmäßig ist der Parkplatz völlig zugeparkt, was dazu führte, dass der bei Pendlern beliebte "Ausweichparkplatz" bei Lidl nun auf eine Stunde mit Parkscheibe begrenzt ist - zum Ärger der Stammpendler, die nun um Parkplätze kämpfen müssen. Statt der für diese Stadt vergleichsweise riesigen Güteranlagen wird der Autofahrer von Westen kommend nun von einem neuen Metallbetrieb, einem Getränkemarkt und einem Lebensmitteldiscounter begrüßt. Aus einem Güterschuppen entstand am Bahnhof ein Imbiss und Kiosk.
Fröndenberg besitzt nebenbei genannt das einzige Justiz-Vollzugskrankenhaus von NRW. Häufig sieht man die "Knackibusse", wie sie genannt werden, durch die Stadt fahren.
Mehr Informationen zur Stadt können im interaktiven Freizeitatlas der Stadt Fröndenberg nachgelesen werden, der in Zusammenarbeit mit Mytrainsim entstanden ist.
Der
Bahnhof
Der Bahnhof liegt südwestlich der Innenstadt Fröndenbergs. Es ist ein sogenannter
Keilbahnhof mit der Form eines Ypsilons. Hier gabelt sich das Bahngelände im
Osten in die Obere Ruhrtalbahn nach Warburg / Kassel / Winterberg und die
Hönnetalbahn nach Menden / Neuenrade auf. Im Westen lag einst der
Güterbahnhof, welcher heute überbaut wurde mit einem großen
P&R-Parkplatz, welcher zahlreiche Pendler nach Fröndenberg bringt.Am
westlichsten Rand zweigt die Hönnetalbahn nach Unna von der Oberen Ruhrtalbahn
ab. Durch diese Lage ist der Bahnhof
Fröndenberg Umsteigeknotenpunkt, werden wichtige Ober- und Mittelzentren doch bequem
mit dem Zug erreicht. Hier halten die Regionalexpresszüge der Linien 17 (»Sauerland-Express«) von Hagen nach Kassel und 57 (»Dortmund-Sauerland-Express«) von Dortmund nach Winterberg. Außerdem die »Hönnetal-Bahn« der Linie RB 54 von Unna nach Menden bzw. nach Neuenrade. Mit Dortmund ist die zweitgrößte Stadt des Landes und zugleich wichtige Einkaufsstadt innerhalb von ca. 25 Bahnminuten erreicht. Richtung Unna braucht die Regionalbahn etwa 15 Minuten, das Hönnetal als Erholungsraum ist in 20 Minuten erreicht. Den nächsten Fernverkehrshalt Hagen erreicht man ebenfalls in 20 Minuten. Kassel ist mit etwa drei Stunden Fahrtzeit etwas weiter entfernt. Fernverkehr verkehrt in Fröndenberg selbst überhaupt nicht. Eil- und D-Züge sind schon lange passé.
Der
Bahnhof besitzt drei Bahnsteige, wobei auf dem mittleren das Empfangsgebäude
steht und der äußere eine "Verbindung ans Festland" bekommen hat,
das alte Gleis 3 wurde ab- und vom Parkplatz überbaut. Daher fällt ein Umstieg
vom Auto auf die Bahn sehr leicht. Eine Bushaltestelle neben dem Bahnsteig tut
ihr übriges.
Auf
Gleis 2 steht einer der roten, großen Pluspunkte in der Maxi-Variante mit
Bänken, Fahrkartenautomaten und Infotafeln. auf jedem Bahnsteig hängen Uhren,
stehen Bänke und Informationstafeln. Züge
werden hier vom Stellwerk mit Lautsprecherdurchsagen angekündigt. Seit neustem
stehen an den Zugängen zur Unterführung auf Gleis 2 und 11
Informationsdisplays mit Angabe von Verspätung, Ausfällen,
Umstiegsmöglichkeiten etc. Der Bahnhof fällt durch teilweise Unsauberkeit auf,
hier wuchert das Unkraut an der Bahnsteigkante und im Gleis. Einen Fahrkartenschalter gibt es hier schon lange
nicht mehr. Drei Automaten haben eine menschliche Stelle ersetzt. Das Bahnhofsgebäude wurde inzwischen - zeitweise leerstehend - an die AWO verkauft, die seitdem darin neben einer Radstation und einem Café auch ein Radhotel betreibt. Dabei kann man als Radtourist dort in recht einfachen Zimmern günstig unterkommen und der Drahtesel wird dabei bewacht und ggf. sogar durchgecheckt.
Alle
Bahnsteige haben eine Höhe von 38cm. Die Länge variiert allerdings zwischen
205m (Gleis 12 + 13 - Inselbahnsteig Süd), 311m (Gleis 2 - Nordbahnsteig) und
337m (Gleis 1 + 11 - Inselbahnsteig Mitte). Nur drei der Gleise sind stufenlos
erreichbar, den südlichen Inselbahnsteig erreicht man nur durch eine Treppe. Der Bahnhof gehört zur Kategorie 5, der Stationspreis beträgt 3 Euro.
Der Bahnhof soll in den nächsten Jahren umgebaut werden und Hochbahnsteige sowie Aufzüge erhalten. Es gibt Entwürfe für eine Brücke anstelle der alten Unterführung.

RE 57 aus Winterberg wartet in Fröndenberg auf Abfahrt
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Das (alte) Bahnhofsgebäude von der Südwestseite
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Neuer Glanz vom Bahnsteig 2 im Norden gesehen
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Blick vom Überwurf der L673 auf Bahnhof und Stellwerk Ff
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RE 57 nach Bestwig hält an Gleis 1
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Gleise 11, 12 und 13: Hier hält die Hönnetal-Bahn
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Dortmund-Sauerland-Express an der markanten Glasbaustein-Unterführung

Die Hönnetal-Bahnen: Rechts 2x Ruhrtalradweg-640er nach Neuenrade, links 648 nach Unna
Stand: Juli 2010
(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de
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