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Nahverkehr in NRW: Teil 37 - RE 14: Der Borkener

Der Borkener ist eine etwas mehr als 55 Kilometer lange Regionalexpress-Linie zwischen der Ruhrmetropole Essen und Borken im Münsterland

Der RE 14 fährt von Essen in der Hauptrichtung nach Nordnordwest und verlässt bei Dorsten das Ruhrgebiet. Borken, die Endstation, liegt im westlichen Münsterland. Einstmals führte die Strecke, die 1880 eröffnet wurde, über die nahegelegene niederländische Grenze bis Winterswijk. Der Abschnitt ab Borken ist jedoch stillgelegt und teilabgebaut, 1979 wurde die Strecke auch für Güterverkehr geschlossen, nachdem der Personenverkehr bereits am 04.03.1940 zum zweiten Mal nach Beginn des ersten Weltkrieges eingestellt wurde. 1989 wurde der niederländische Abschnitt zum Naturschutzgebiet, auf deutscher Seite wurden 1996 die Gleise zwischen Borken und der Grenze abgebaut. Inoffiziell heißt die Strecke auch »Borkener Bahn«, im niederländischen Abschnitt »Borkense Baan«.

Betrieben wird der RE 14 seit 12/2006 von der NordWestBahn. Eingesetzt werden Triebwagen des Typs Talent (Talbot leichter Niederflurtriebwagen) - häufig in Doppeltraktion. Befahren wird die Linie im Stundentakt. Zwischen Essen und Bottrop fährt auf der Trasse die S9, die neben dem Halt in Borbeck auch an mehreren S-Bahnhöfen hält. Ab Gladbeck-West verlaufen nacheinander RB 44 und 43 auf der Strecke mit bis Dorsten. Zwischen Dorsten und Hervest-Dorsten fährt die RB 45 parallel, nur auf dem Nordabschnitt nach Borken ist der RE 14 die einzige Verbindung. Für die gesamte Verbindung braucht der Zug etwa eine Stunde.

Die Linie wurde in der letzten Zeit häufiger in ihrer Form geändert. Noch Ende der 90er Jahre fuhr der RE 14 bis Langenberg bei Velbert (Bergisches Land) als Ergänzung zur damals noch existenten RB 49 »Niederbergische Bahn« zwischen Essen und Wuppertal. Letztere wurde durch die heute von Haltern bis Wuppertal verkehrende S9 ersetzt. Der RE 14 endete eine Zeit lang in Essen-Steele-Ost und schließlich - seit der Übernahme durch die NWB - in Essen Hbf.

So übernimmt die S9 allein die Nord-Süd-Verbindung zwischen Wuppertal und Ruhrgebiet. Mehr oder weniger zuverlässig fuhr sie hier mit alten 420er Triebwagen, die zur Freude der Pendler aber seit Anfang 2009 durch die neuen ET 422 ersetzt werden. Was allerdings nicht heißt, dass jetzt alles in Butter ist. Wie häufig steht man am Bahnsteig und verfolgt die Laufschrift der neuen Dynamischen Schriftanzeiger...

Teil 1 - Von Essen nach Dorsten

Das fängt ja gut an! Der RE 17 von Fröndenberg nach Hagen kommt über geschätzte 80 km/h nicht hinaus, beim Beschleunigen macht der Motor nur unter starkem Protest mit, bei dessen Geräusche einige Fahrgäste schon Sorge haben, überhaupt anzukommen. Eigentlich hätte mein Anschluss, der RE 16 der Abellio nach Essen, längst weg sein müssen. Vor allem, weil der Triebwagen heute auf ein anderes Gleis geschickt wird - wahrscheinlich zieht man ihn erstmal aus dem Verkehr. Aber auch der Ruhr-Sieg-Express hat seine fünf Minuten und kommt gerade erst rein, als ich in Hagen am Gleis 1 angelaufen komme. Weitere fünf Minuten nimmt der Silberpfeil auf, weil er in Hagen mit Langsamfahrt durch den Güterbahnhof schleichen muss, statt direkt auf die Hauptstrecke zu kommen. Zudem hat der Lokführer aus Versehen das Mikrofon angelassen, weshalb die ganze Zeit über neben den typischen Bahngeräuschen von Sifa, PZB, Husten und Flüchen des Lokführers (!) auch die Störgeräusche von seinem Mobiltelefonen einwirken. Normalerweise wäre mit zehn Minuten Verspätung in Essen mein Anschluss längst passé, aber natürlich kommt auch die S9 aus Wuppertal Hbf in Richtung Haltern am See mit zehn Minuten Verzögerung. Das nennt man die "Ruhrgebiet´sche Anschlusssicherung". Alle Anschlüsse haben konstante Verspätung. Der Borkener ist natürlich - planmäßig - längst weg.

RE 14 Borkener in Essen Hbf

Der Borkener mit einem Albino-Talent in Essen Hbf

RE 14 Borkener in Essen Hbf

Hinten dran steht ein blau-gelber im Schatten eines Hochhauses

Westfalen-Express in Essen Hbf

Westfalen-Express nach Minden

RE16 Ruhr-Sieg-Express in Essen Hbf

Am anderen Ende des Bahnhofs steht die Abellio mit dem RE 16

Essen Hbf

Der Hauptbahnhof, bevor er Baustelle war

Essen

Die Stadt Essen wirbt für sich

Essen ist eine der größten Städte im Ruhrgebiet. Der Hauptbahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt. Hier halten neben Fernverkehrszüge auch die wichtigen Nahverkehrslinien des Landes, wie der RE 1 zwischen Aachen und Hamm, der RE 6 von Düsseldorf nach Minden oder der RE 16 in Richtung Siegerland. Abgesehen davon laufen hier die meisten S-Bahnen des Ruhrgebiets zusammen. Pünktlich zum Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2010 wurde der Bahnhof lange umgebaut und saniert. Vom Haupteingang zur Stadt führen zwei Passagen auf zwei Ebenen unter den Gleisen her. Von der oberen zweigen Treppen und Aufzüge auf die Bahnsteige. Im Untergeschoss fährt die U-Bahn der Stadt. Wer sich nicht auskennt, kann sich hier auch verlaufen.

Der Borkener fährt vom Gleis 8, das ein Stumpfgleis am Ende eines verlängerten Inselbahnsteigs ist. Man sieht häufig Menschen, die das Gleis suchen, weil auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, dass man ganz nach hinten durchgehen muss. "Idealerweise" steht der Ruhr-Sieg-Express genau am anderen Ende dieses Bahnsteigs ebenfalls an einem Stumpfgleis. Wer hier von einem zum anderen Zug flitzen muss, hat eine weite Strecke zurückzulegen - und das in maximal zwei Minuten Zeit. Aber ich nehme ja heute die S-Bahn. Und die hält quasi neben dem RE 16. Mit dem neuen Triebwagen des Typs ET 422 fahre ich vorbei an Essen-West und Borbeck-Süd nach Essen-Borbeck.

Essen-Borbeck ist die einzige Haltestelle zwischen Essen und Bottrop, an der sowohl die S-Bahnen als auch der Borkener halten, an den anderen Unterwegsstationen fährt der Regionalexpress ja durch.

Essen-Borbeck

Bahnhof Borbeck

Essen-Borbeck

"Zurückbleiben!"

Essen-Borbeck

Andere Seite: Das Bahnhofsgebäude

Essen-Borbeck

Und die überraschend interessante Bahnhofshalle

Ich bin sehr überrascht von der schön gestalteten Bahnhofshalle. Bunte Decke, Gemälde an der Wand. Kein Müll und kein Graffito oder Tag. Da hat sich der Ausstieg schon gelohnt. Oben am Bahnsteig fällt derweil eine S9 nach Essen wegen Triebfahrzeugschadens aus und die nächste nach Bottrop hat 20 Minuten Verspätung. "Wie kommt man denn aus diesem Loch hier raus?!" echauffiert sich einer. Damit muss man hier rechnen. Er ist wohl kein Einheimischer. Immerhin trifft der Borkener aus Essen planmäßig ein.

Essen-Gerschede und Essen-Dellwig passiert der Regionalexpress ohne Gnade. Draußen stehen Fahrgäste, die eigentlich auch in die Richtung wollen, aber sich mit der Laufzeile im Dynamischen Schriftanzeiger verlustieren müssen - in der Hoffnung, dass sie wieder verschwindet und dafür die Bahn einfährt. In einem weiten Bogen geht es zunächst nach Westen, wo der große Gasometer in Oberhausen fast in greifbarer Nähe erscheint. Die Emscher und der Rhein-Herne-Kanal werden überquert, ebenso die Autobahn A42. Die Stadt Essen ist damit verlassen und Bottrop befahren - die Tropen des Ruhrgebiets sind erreicht (Bottrop, Lanstrop, Castrop...). Überraschend plötzlich ist der Hauptbahnhof von Bottrop erreicht. Der wurde damals kurzzeitig bilingual angesagt - also neben deutsch auch in englisch. Was muss das also für ein wichtiger Hauptbahnhof sein, wenn nichtmal der von Essen so verkündet wird?! Nunja, sehen Sie selbst.

RE 14 Borkener in Bottrop Hbf

Der Borkener in Bottrop Hbf

S9 in Bottrop Hbf

S9 aus Haltern mit dem Tetraeder (Hintergrund oben)

 Bottrop Hbf

S9 von Wuppertal nach Haltern am See an Gleis 1

Bottrop Hbf

Bottrop Hauptbahnhof: Läden unter einem großen Dach

Bottrop Hbf

Der zweite Inselbahnsteig. Gleis 3 ist nur einseitig benutzt

Dorstener in Bottrop

Der Dorstener nach Dorsten in Bottrop am Niederflurbahnsteig 3a

Bottrops Hauptbahnhof ist vielleicht nicht ganz das, was Sie sich unter einem Hauptbahnhof vorstellen. Zugegeben - nach dem Besuch von Remscheid Hbf (RB 47 - »Der Müngstener«) schockt einen nichts mehr. Es gibt zwei kurze Hochflur-Inselbahnsteige mit niedrigeren Bahnsteigbereichen an drei Gleisen, an einem hält nur die S9, an den anderen beiden die RB 44 von Oberhausen nach Dorsten und der betrachtete RE nach Borken. Drei Linien. Und das an einem "Haupt-Bahnhof"! Die Zielanzeiger sind blaue Fallblattanzeiger. Der am Gleis 1 kündigt eine S9 nach Wuppertal mit 20 Minuten Verspätung an - praktisch ein Ausfall. Eine Ebene tiefer, auf Straßenniveau, finden sich eine Bushaltestelle sowie Läden, Kioske und Fahrradstation in einem Gebäudeblock unterhalb eines großen Überdachs. Ein Reisezentrum sucht man vergebens. Dafür existiert ein Parkplatz mit freien Stellplätzen und einen Taxistand.

Am Hauptbahnhof befindet sich lediglich ein recht junges Einkaufszentrum. Die eigentliche Innenstadt von Bottrop ist etwa zwei Kilometer entfernt. Eine lange und häufig geplante S-Bahn-Anbindung, optional durch einen Tunnel, wurde mit der Zeit verworfen, ist aber nie so ganz vergessen. Man könnte entlang der mehrspurigen Hauptverkehrsstraße laufen, aber einige Buslinien fahren im 20-Minuten-Takt zum Zentralen Omnibusbahnhof am Berliner Platz. Doch die Beschilderung und Ausweisung der Haltestellen und Busse lässt zu Wünschen übrig. Ohne Probleme dürften nur ortskundige Menschen einsteigen, die die Stadtteile von Bottrop wie Eigen oder Fuhlenbrock geographisch einigermaßen gut zuordnen können. Die Zielanzeige "über ZOB / Berliner Platz" tragen hier vereinzelt nämlich auch Busse, die bereits vom ZOB kommen und in die Gegenrichtung fahren. Als Tourist würde ich mir eine explizite Anzeige wünschen, wie ich vom Bahnhof als nächstes zur Innenstadt komme - so, wie es andere von Bahnhöfen entferntere Städte auch hinbekommen. Nach zwei ausgelassenen Bussen, die womöglich auch zum Ziel geführt hätten, erreicht der neugierige Besucher schließlich nach wenigen Fahrtminuten und nur einem Zwischenhalt mit dem Schnellbus SB16 den erst 2010 umgebauten Busbahnhof im Herzen der Stadtmitte.

Man kann gespannt auf den kleinen Exkurs fernab der Bahnlinienbeschreibung sein, denn es existieren bekanntlich zig Vorurteile, Sprüche und Weisheiten über Bottrop, von denen die wenigsten bzw. eigentlich keine auf einen sympathischen und schönen Charakter der [Innen-] Stadt aufbauen ("Kommse nach Bottrop, gibt´s aufn Kopp drop"). Unter der Benennung "Warschau des Westens" unkt man sogar, man könne außer mit dem Euro auch in der polnischen Währung Złoty bezahlen. Aber Sie und ich sind ja tolerant und machen unser eigenes Bild:

Bottrop Rathaus

Rathaus u. Ernst-Wilczok-Platz, benannt nach ehem. Bürgermeister

Bottroper Altmarkt

Altmarkt bzw. Gladbecker Straße als Fußgängerbereich

Pferdemarkt in Bottrop

Pferdemarkt und Martinskirche

Berliner Platz

Berliner Platz und Kaufland-Gebäude

Botttrop Berliner Platz

Freitreppe zum Busbahnhof

Bottrop Trapez

Das Trapez, ein Gebäudekomplex mitten in der Innenstadt

Trapez Bottrop

DDR 1987 oder Bottrop? Verlassener Platz am Trapez

ZOB Berliner Platz

Umsteigeknotenpunkt ZOB / Berliner Platz in Bottrop

Platz in Bottrop

Platz an der Propsteikirche St. Cyriakus

Finanzamt Bottrop

Letzte Beichtmöglichkeit? Kapelle am Finanzamt

Der Zentrale Omnibusbahnhof ist ein für die eigentlich kleine Innenstadt riesiger Umsteigeknoten, an dem sekündlich Busse ein- und ausfahren. Durch die Entfernung vom Hauptbahnhof ist der Nahverkehr hier besonders geprägt durch Busse. Fast zwei Dutzend Bussteige erschweren allerdings die Orientierung, wenn man nur eine bestimmte Haltestelle kennt und nicht die Richtung oder Endhaltestelle eines bestimmten Busses. Linienpläne findet man nur begrenzt. Die moderne Architektur und der grüne Baum in der Mitte, der zum ökologischen Ausbau des ZOBs beitragen soll, helfen da nur bedingt weiter.

Vom Busbahnhof führt eine Freitreppe - ein Bus bremst scharf vorm Zebrastreifen - in die Sonne zum eigentlichen Berliner Platz. War der früher ein schnöder Parkplatz (wenn die Stadt Berlin gewusst hätte, dass man einen Parkplatz nach ihr benannt hat...) immerhin mit wöchentlichem Markt, so wurde dieser großzügig im Zuge der Umbauarbeiten am Busbahnhof erneuert. Getrennt werden der doch recht repräsentative Platz und der ZOB durch ein schmales, hohes Gebäude, in dem auch ein Service-Zentrum der Busgesellschaft untergebracht ist. Und ein McDonalds. Im Osten begrenzt ein neuer Verwaltungskomplex und Supermarkt den Platz, im Westen die heruntergekommene Passage "Hansa-Zentrum", die allerdings demnächst saniert und revitalisiert werden soll. Das "E" von "Zentrum" ist an der Tiefgarage schon heruntergefallen.

Durch Kriegszerstörung sind große Teile der Innenstadt ähnlich wie in Düren bei Aachen im funktionalen Stil der 50er Jahre wiederaufgebaut worden, was Bottrop kein zwangsläufig schönes und heute modernes Stadtbild gibt. So führen Fußgängerzonen rings um den Pferdemarkt, auf dem früher tatsächlich Rösser gehandelt wurden, vorbei an wenig aussagenden kubischen Gebäuden, die als gemäßigte Variante ein wenig an die Plattenbauten in der Deutschen Demokratischen Republik erinnern. Nur wenige hübsch sanierte historische Häuser findet man dazwischen, die inmitten der Hässlichkeit wahre Schönheitsinseln darstellen. Besonderen Tiefpunkt stellt in meinen Augen im Stadtzentrum das »Trapez« dar, ein Gebäudekomplex in Trapezform mit einem großen Innenhof, der durch seine teils rostig-stählernen Skulpturen, abgebauten Laternen, die Menschenleere und die Architektur ringsherum tatsächlich an die DDR der späten 80er Jahre erinnert. Es gibt sie also wirklich, diese Bausünden, die allerdings nichtmal alle Menschen schlecht finden. Notfalls kann man so noch als schlechtes Beispiel dienen. Vielleicht ein wesentlicher Grund, warum die Stadt "Innovation City" wurde, milliardenschwerer Versuchsträger für ein Projekt zur flächigen energetischen Sanierung und Stadtbegrünung. Dennoch ist die Innenstadt an sich sehr aufstrebend und leidet auch nicht mehr direkt unter dem Einfluss des Einkaufszentrums →"CentrO" in Oberhausen (Artikel auf der Themenseite Industriekultur). Bottrops Mitte bekommt langsam ein Gesicht. Vielleicht muss man die Stadt noch eine gewisse Zeit liebgewinnen, doch so schlecht, wie ihr Ruf, ist Bottrop allemal nicht mehr. Die Probe, ob man gemäß mehrerer Klischees die Currywurst mit der polnischen Währung Złoty bezahlen kann, wird angesichts der netten Bedienung, dem herrlichen Geruch und dem Standpunkt, nicht für jeden doofen Gag herhalten zu müssen, verworfen. Man kann nicht gerade sagen, dass die Innenstadt die schönste der Welt ist. Aber da gibt es wahrlich schlimmeres. Es sei noch gesagt, dass einige Vororte außerhalb des Zentrums wie Fuhlenbrock oder Kirchhellen heute sehr beliebte Wohnorte in teils fast ländlicher Lage sind und dem Bevölkerungsschwund im Ruhrgebiet im Gegensatz zu imagetechnisch bessergestellten Städten recht gut trotzen können.

Vom Trapez geht es zur nächsten geometrischen Form. Dabei ist allerdings nicht das Museum Quadrat gemeint. Mein nächstes Etappenziel ist der Tetraeder, eine seit den 90er Jahren existierende, weithin sichtbare Landmarke auf der Halde Beckstraße und futuristisches Wahrzeichen der Stadt. Es dauert bei dieser neuen Exkursion etwas, bis ohne Vorbereitung die nächste Fahrgelegenheit vom ZOB zum Hauptbahnhof gefunden und erreicht wird. Es gibt wahrlich noch Potenzial für Verbesserungen.

Mit dem Bus der Linie 264 ging es bei der ersten Erkundung vom Hauptbahnhof zur Brakerstraße. Die liegt zwar nicht direkt an der Halde, aber es ist dann immerhin nur noch knapp ein Kilometer zu Fuß zu bewältigen. An der Haltestelle "Bahnübergang" stelle ich fest, dass sowohl meine Haltestelle als auch die nächste kommentarlos übersprungen wurden. Es gab offenbar eine Umleitung. Und die Haltestellen sind ersatzlos gestrichen worden. Ohne Aushang oder Hinweis. Klasse, jetzt sind es zur Halde zwei Kilometer Kilometer zu laufen. Aber was bleibt mir anderes übrig?! Eigentlich hatte ich einen Zeitplan. Der Fußweg führt vorbei an der Zeche und Kokerei Prosper, der wir die Halde seit den 60er Jahren zu verdanken haben. Nach ein wenig Suchen und über einen Hang klettern erreiche ich die Stahlbrücke über die Eisenbahn und stehe am Fuß der Halde Beckstraße. Die Halde wird nicht mehr aufgeschüttet und ist öffentlich nutzbar. Begehbar entweder über Serpentinenwege, direkt über die Hänge oder über eine Treppe, vor der ich jetzt stehe. Jetzt ist Klettern angesagt, denn die Halde gehört zu den höchsten ihrer Art im Ruhrgebiet.

Tetraeder Bottrop

Der Tetraeder auf der Halde Beckstraße

Tetraeder Bottrop

Begehbare Plattformen im Innern des Gerüsts

Tetraeder Bottrop

Die höchste Plattform ist geneigt.

Tetraeder Bottrop

Alpincenter Bottrop - eine Indoor-Skihalle

Tetraeder Bottrop

Tetraeder, gesehen von der Treppe auf die Halde

Tetraeder Bottrop

Nächtliche Illumination des Tetraeders

Ganz oben auf der fast 80 Meter über Umgebung hohen Bergehalde befindet sich der offiziell als "Haldenereignis Emscherblick" betitelte Tetraeder. Es ist ein auf Säulen stehendes etwa 50 Meter hohes Stahlgerüst in Form einer vierseitigen Pyramide - ein Tetraeder halt. Über Treppen kann der Schwindelfreie auf mehrere Plattformen innerhalb der Pyramide klettern. Zur Beruhigung der weniger schwindelfreien Menschen lässt sich hinzufügen, dass der Ausblick vom Plateau schon gewaltig ist. Die Plattformen im Tetraeder hängen an Stahlseilen. Je höher man geht, desto heftiger schwanken die Plattformen im Wind. Dazu ist die oberste auch noch geneigt, was höhenängstlichen Menschen den Rest geben würde. Auf der benachbarten Halde Prosperstraße liegt das Alpincenter Bottrop. Hier wurde kein Kunstwerk oder Aussichts- punkt auf der Halde geschaffen, sondern eine Indoor-Skipiste. Hier kann man Sommer wie Winter mit Skiern oder Snowboards die Schneepiste hinabfahren. Außerdem gibt es hier einen Hochseil-Klettergarten, Kletterwände und alpentypische Biergärten. In Richtung Osten erkennt man die Arena Auf Schalke, die Heimat des blau-weißen Fußballvereins. In Gegenrichtung steht der Gasometer in Oberhausen, ganz hinten über dem herbstlich gefärbten Ruhrpott. Ausführlicher beschrieben wird die Halde Beckstraße auf der →Themenseite zur Industriekultur.

Ein Blick auf die Uhr: in zwanzig Minuten fährt der Bus zum Hauptbahnhof zurück. Es wird Zeit, die eigentliche Exkursion mit dem Borkener fortzuführen. Also wieder runter vom Tetraeder und die große Treppe zur Basis teilweise durch Rutschen über´s Geländer bewältigen. Im Laufschritt an der Haltestelle "Bahnübergang" atemlos ankommen. Geschafft. In zwei Minuten müsste der Bus kommen. Er kommt nicht. Er war auch vorher noch nicht da, ich hätte ihn nämlich sehen müssen. Ich warte zehn Minuten. 15 Minuten. Ich vervollständige schließlich die knapp fünf Kilometer vom Tetraeder zum Hauptbahnhof durch Laufen. Ohne Navi, Karte oder Beschilderungen. Einfach aus Orientierung und dem Versuch, die Hinfahrt zu rekonstruieren, die ich eigentlich rechnend mit dem Fahrplan verbracht hatte. In entsprechend schlechter Laune komme ich 20 Minuten später im Hauptbahnhof an. Wenigstens hat mich der Bus nicht unterwegs überholt. Mit etwas Glück erreiche ich noch die einzige S9, die stündlich von Wuppertal kommend über Bottrop hinaus nach Haltern am See fährt.

Ich passiere den Haltepunkt von Bottrop-Boy, an dem der RE14 planmäßig nicht hält. Der Stadtteil löst im Zug immer wieder lustige Kommentare aus, doch er ist schlicht und einfach benannt nach einem Fluss, nämlich der Boye. Nächster Ausstieg ist zwangsläufig Gladbeck-West, da sich danach die S9 von der Borkener Bahn trennt und nach Nordosten Richtung Marl und Haltern abbiegt. Gladbeck-West und Gladbeck-Zweckel sind nur kurze Zwischenhalte auf dem Gebiet der Stadt Gladbeck, ehe mit Feldhausen wieder Bottroper Grund und Boden erreicht wird.

Bahnhof Gladbeck West

Radstation im Bahnhof Gladbeck-West

Bahnsteige Gladbeck West mit S9

S9 nach Haltern am See am Gladbecker Westbahnhof

Einen zentral gelegenen Bahnhof in Gladbeck gibt es nicht. Es existieren ein West- und ein Ostbahnhof sowie der im Stadtteil Zweckel. Der Westbahnhof beherbergt einen Rangierteil. Vom jungen Bahnhofsgebäude mit integrierter Radstation führt eine Brücke mit Rampe und Aufzug zum Inselbahnsteig an Gleis 1 und 2. Dieser ist recht einfach aber praktisch gestaltet und bietet gläserne Wartehäuschen zum Unterstellen.

Gladbeck hat es geschafft, sich aus dem 1975 in einer Gebietsreform zusammengeschlossenen Städteverbund mit Bottrop und Kirchhellen herauszutrennen. In der Bevölkerung hatte dieser nur kurz bestandene Verbund den Namen »Glabotki« (Gladbeck-Bottrop-Kirchhellen). Seitdem gehört die ehemals kreisfreie Stadt dem Kreis Recklinghausen an.

Als nächstes rollt die RB 44 in den Bahnhof, die als »Der Dorstener« unter der Regie der NordWestBahn, zum damaligen Zeitpunkt der Prignitzer Eisenbahn, zwischen Oberhausen und Dorsten pendelt. Mit ihr fahre ich in einem proppevollen Triebwagen bis Zweckel. Ich muss im Flur in der Tür stehen bleiben.

Herz-Jesu-Kirche am Bahnhof Gladbeck-Zweckel

Bahnsteige in Gladbeck-Zweckel

Einst als "Blumenstellwerk" bekanntes Gebäude

 

Wie angekündigt hat die S9 nun die Bahnstrecke in Richtung Haltern verlassen. Dafür hat sich vor Zweckel von Südosten kommend die Linie RB 43 »Emschertal-Bahn« aus Dortmund und Herne eingefädelt. Der Halt, der in einem Einschnitt unterhalb der Siedlung liegt, besteht aus zwei einfachen Bahnsteigen, die vis á vis gegenüber liegen und über eine Straßenbrücke verbunden und angeschlossen sind. Im Gegensatz zum Westbahnhof hat er noch eine geschotterte Oberfläche und alte Wartehäuser aus Holz.

Gladbeck-Zweckel ist vor allem geprägt durch die Zeche Zweckel, deren Maschinenhalle und Fördergerüst auch heute noch erhalten und zu besichtigen sind. Bekannt bei Eisenbahnfreunden ist Zweckel allerdings eher für das sogenannte Blumenstellwerk, ein Stellwerk, das für seinen ausladenden Blumenschmuck in Kübeln und Pflanzkästen bekannt war. Leider ist diese Gegebenheit durch die Pensionierung des gärtnernden Stellwerkers verloren gegangen. Trist und grau liegt das Stellwerk heute zugewachsen von Büschen am Streckenrand.

Mit dem Regionalexpress geht es wieder auf das Bottroper Stadtgebiet nach Feldhausen, einem Dorf im äußersten Nordosten der Stadt.

RE 14 Borkener in Feldhausen

Emschertal-Bahn nach Dortmund in Feldhausen

Schloss Beck

Schloss Beck bei Feldhausen

Feldhausen Haltepunkt

Haltepunkt Bottrop-Feldhausen am Moviepark

PEG in Feldhausen

Der Dorstener, damals von der PEG, ebenfalls bei Feldhausen.

Feldhausen kennt vermutlich kaum ein Mensch. Bottrop-Kirchhellen, der Nachbarort, ist jedoch aus der allgegenwärtigen Werbung durch den "MoviePark Germany", ehemals "Warner Bros. Movie World", noch ehemaliger "Bavaria Filmpark", noch viel eher "Traumlandpark" bekannt. Es ist einer der großen thematischen Freizeitparks des Landes neben dem Phantasialand in Brühl, dem Fort Fun in Bestwig und dem Hollywood-Safaripark Stukenbrock bei Schloss Holte. Doch er liegt nicht in Kirchhellen, sondern in Feldhausen - und dann noch direkt neben dem Bahnhof.

Für Massenverkehr scheint der Halt auf den ersten Blick nicht ausgelegt zu sein, dennoch gibt es gewisse Sicherheitsvorkehrungen. Beispielsweise einen hohen Zaun in Gleismitte, damit keine Gruppen den Weg über die Schienen abkürzen. Und eine besonders breite Brücke am Zugang zum Parkeingang. Zumindest bei den Erkundungen vorort existierten keine digitalen Informationsanzeiger. Womöglich wurden inzwischen Dynamische Schriftanzeiger (DSA) installiert.

Vom Zug aus sieht man die Achterbahnen, Vulkane und einige Geräte, die dazu geeignet sind, dem Frühstück den Rückwärtsgang einzulegen. Außerdem den randvollen Parkplatz. Jedenfalls besteht hier täglich großer Andrang, von dem auch die Schiene nicht verschont bleibt. In entgegengesetzter Richtung zum Moviepark liegt Schloss Beck. Hier ist ebenfalls ein kleiner Freizeitpark zu finden, der speziell für kleinere Kinder gedacht ist. Aber auch er besitzt Achterbahn, Wasserrutsche, kleinkindgerechte Geräte und familientaugliche Eintrittspreise. Im Gegensatz zum MoviePark, wo eine kleine Familie alleine für den Eintritt weit über 100 Euro los ist (33,- Euro pro Person, Familienkarte 129,- Euro; Gruppen ab 20 sind mit 21,- Euro pro Nase dabei - Stand 3/2011, lt. MoviePark-Webseite).

Apropos Andrang. Da fällt mir eine kleine Geschichte ein. Wir waren hier mal mit der Schulklasse. Damals war noch keine Pflicht, dass Klassenfahrten inhaltlich pädagogisch wertvoll sein mussten (Früher war halt mehr Lametta - für Film-Insider). Es war wohl um 1999, als der RE 14 in seinem letzten Jahr noch bis Langenberg im Bergischen fuhr. Jedenfalls stiegen wir auf Befehl unseres Lehrers in einen einfahrenden Zug ein. Essen, Steele, Kupferdreh... noch nicht einmal hier konnten wir den Lehrer damals davon überzeugen, dass wir im falschen Zug saßen. Das konnte erst die Durchsage "Nächster Halt: Langenberg. Der Zug endet hier." Nunja, kurze Rede: Nach einer langen Irrfahrt aus dem Bergischen Land mit mehrmaligem Umstieg in diverse S-Bahn-Linien haben wir in Unna die letzte Bahn zurück zur Schulstadt erwischt. Sonst wär´s teuer geworden. Es war übrigens nach Aussage des Lehrers das zweite Mal in jener Woche, dass er im falschen Zug saß. Man muss allerdings dazu sagen, dass der Halt Feldhausen damals umgebaut wurde, es keinerlei Informationen gab und eine Lok der Baureihe 218, wie sie damals fuhr, vorne im Fenster keine Zielanzeige hat...

Eine proppevolle Bahn aus Oberhausen nähert sich wieder dem Haltepunkt. Menschenmassen steigen aus und streben dem Haupteingang des MovieParks zu. In einem jetzt völlig leeren Triebwagen fahre ich einen Halt weiter - bis dessen Endstation Dorsten.

PEG Der Dorstener in Dorsten

Prignitzer Eisenbahn in Dorsten am Gleis 1 West

RE 14 Borkener in Dorsten

Einfahrt des RE 14 "Der Borkener" aus Borken

Dorsten

Empfangsgebäude in Insellage in Dorsten

Dorsten

NWB-Albino nach Dortmund an Gleis 1 Ost

Dorstens Bahnhof ist ein Inselbahnhof. Das Empfangsgebäude liegt in der Mitte. Rechts und links schließen Gleis 1 West und Gleis 1 Ost an, dahinter liegen an einem weiteren Inselbahnsteig Gleis 2 West und Gleis 2 Ost. Hinter den westlichen Gleisen liegt der ZOB der Stadt. In Dorsten enden sowohl die RB 44 »Der Dorstener«, die »Emschertal-Bahn« der Linie RB 43 aus Dortmund und die Linie RB »Der Coesfelder« aus Coesfeld. Etwas anderes als Talent in vielfältigsten Lackierungen fuhr hier einige Zeit nicht mehr - zumindest, bis die NordWestBahn Triebwagen des Typs LINT41 auf dem »Dorstener« einsetzte bzw. einsetzt.

 

 

Teil 2 - Von Dorsten nach Borken

Im Gegensatz zum ersten Teil ist es nicht mehr möglich, auf andere Linien zuzugreifen und die Route in einer Richtung chronologisch zu betrachten, da auf diesem Abschnitt von nun an nur noch der RE 14 verkehrt, zudem noch im Stundentakt. Fortgeführt wird die Exkursion daher im bewährten Zickzack-Schema, bei dem Hin- und Gegenzüge sinnvoll kombiniert werden, um möglichst viele Stationen ohne unnötige Wartezeit von jeweils einer Stunde abzuklappern.

Um kurz nach Elf kommt der Borkener aus Essen. Mit ihm fahre ich ohne zwischendurch auszusteigen bis zur Endstation in Borken. Durch eine geringfügige Verspätung des Gegenzuges können wir erst ein paar Minuten später abfahren. Das ermöglicht den beiden Lokführern, eine betriebsinterne Wettfahrt mit dem Coesfelder zu veranstalten, der ja auch von der NordWestBahn betrieben wird. Seit an Seit fahren die beiden Talent-Züge nach Norden aus Borken, um gleichzeitig und nebeneinander in Hervest-Dorsten anzuhalten, einer rechts und einer links vom Mittelbahnsteig. Auch die Abfahrt erfolgt gleichzeitig. Der Coesfelder biegt nur kurz darauf nach links ab, um in einem langen Bogen die Trasse der Borkener Bahn nach Osten zu unterqueren. Fast gleichzeitig fahren die beiden Züge unter und über der Brücke her.

Etwa eine halbe Stunde dauert nun die Fahrt. Borken liegt etwa 10 Kilometer vor der Grenze in die Niederlande. Die nächste Stadt auf holländischen Grund und Boden ist Winterswijk. Wie bereits erwähnt, endete die Bahnstrecke früher nicht im Bahnhof von Borken, sondern führte eben bis Winterswijk über die Grenze.

Borken

Der Borkener in Borken: Endstation für den RE 14

Borken

Bahnhofsgebäude Borken (Westf.)

Borken ist Kreisstadt des gleichnamigen Kreises und hat abgerundet etwa 40.000 Einwohner. Die Innenstadt ist zu Fuß schnell zu erreichen. Etwas außerhalb der Stadt liegt das recht bekannte Wasserschloss Gemen. Leider muss der Gang in die Innenstadt von Borken aufgrund der verzögerten Zeiten durch den Bus-Ausfall in Bottrop vorerst ersatzlos gestrichen werden.

Zugegeben, die Fotos der folgenden Halte entstanden nicht am selben Tag - leugnen ist angesichts des Herbstlaubes auf den einen und Schneemassen auf den anderen Bildern zwecklos. Es geht nach Rhade, zwei Stationen von Borken entfernt, einem Stadtteil von Dorsten. Es ist nicht zu verwechseln mit Rahden, dem nördlichsten Bahnhof in Nordrhein-Westfalen bei Minden. Dieser Bahnhof hier ist ein kleiner Kreuzungsbahnhof ohne Zugkreuzung. Ein Stellwerker bedient auch hier die Mechanik. Gehalten wird immer am äußerst gelegenen Gleis 1. Der Bahnsteig wird über zwei hölzerne Bahnübergänge erreicht. Auf dem großen Bahnsteig 2 mit Zugang zum Parkplatz steht ein Pluspunkt.

Borkener in Rhade

Der Borkener verlässt den Bahnhof Rhade

Pluspunkt am Bahnhof Rhade

Pluspunkt, Fahrradständer und Parkplatz

Signal und Telegrafenleitung Rhade

Telegrafenleitung und Formsignale

Der Borkener fährt in den Bahnhof Rhade ein

RE 14 nach Essen fährt in Rhade ein

Von Rhade fahre ich nach Deuten. Auch hier stehen Formsignale, dabei existiert hier gar keine Kreuzungsmöglichkeit mehr. Der Bahnhof hat wohl mehr die Funktion einer Blockstelle. Zumindest werden Bahnhofsdurchsagen gemacht und eventuelle Zugverspätungen angekündigt.

Auch Deuten gehört zu Dorsten. Doch der eigentliche Ort Deuten liegt etwa ein dreiviertel Kilometer außerhalb vom Bahnhof, eine Straße führt vom Vorplatz durch ein Feld bis direkt zum Ortseingangsschild. Hier steht auch ein zweites, gelb gestrichenes Stellwerk.

Borkener in Deuten

Der Borkener nach Essen in Deuten

Bahnhof Deuten

Pluspunkt auf dem Bahnsteig von Deuten

Deuten Bahnhof

 

Stellwerk in Deuten

Ortseingang und zweites Stellwerk von Deuten

Auffällig in Deuten ist die Beschilderung am Bahnsteig, die als Richtungsanzeiger an einer Laterne neben den Hauptzielen Borken, Dorsten und Essen auch das von der einzigen hier fahrenden Linie RE 14 überhaupt nicht mehr angefahrene Ziel Langenberg aufzeigt. Das war einmal.
Der nur wenig später eintreffende Gegenzug bringt mich bis nach Marbeck-Heiden, also wieder zwei Stationen zurück. Dabei ist Heiden kein Ortsteil von Marbeck, wie man angesichts des Namens bzw. des Bindestrichs im Stationsnamen vielleicht denken könnte. Marbeck ist ein Vorort von Borken, Heiden eine eigenständige Gemeinde. Die Bahnstation befindet sich am Südrand der Ortschaft Marbeck, also noch innerhalb des Stadtgebietes von Borken. Richtungsanzeiger in Deuten mit Langenberg

Auffällig ist hier ein sehr schönes Bahnhofsgebäude im Fachwerkstil, mit dunkelroten Balken und beigefarbenen Füllungen. Offenbar ist es privat bewohnt und wird mit Vorliebe gepflegt. Einige Lampen und Schilder betonen den alten Bahnhofscharakter.

Borkener in Marbeck-Heiden

Abfahrt des RE 14 aus Marbeck-Heiden

Fachwerk-Bahnhofsgebäude in Marbeck-Heiden

Altes Bahnhofsgebäude in Heiden

Bahnhof Marbeck-Heiden Bahnhof Marbeck-Heiden

So schwer die Anreise im Spätsommer nach Essen war, so schwer wird ab Essen die Rückreise. Nach der Rückfahrt von Marbeck-Heiden nach Essen beendet die Durchsage dass sich die Einfahrt in Essen Hbf wegen einer Baustelle verzögere, die positive Erkundungsstimmung. Um fünf Minuten wird der Anschluss verpasst, denn kaum in Essen angekommen, fäht der Silberpfeil der Abellio aus dem Hauptbahnhof. Dann halt mit Umweg mit dem RE 1 nach Dortmund. Der hat prompt fünf Minuten Verspätung. An sich soweit normal. Dummerweise ist meine Umsteigezeit in Dortmund genau so groß wie seine Verspätung. Während sich meine Laune mal wieder verfinstert, kann man gegenüber auf dem Bahnsteig den "Single-Dating-Sonderzug" nach Recklinghausen bewundern. Luftballons in Herzform fliegen durch die Luft.

In Dortmund erreiche ich meinen Anschluss noch so gerade - wieder im Laufschritt. Böse Blicke und Kommentare habe ich heute durch´s Flitzen schon genug geerntet. Aber wenn man sich mit Gepäck mitten in die Unterführung stellt....Planmäßig komme ich in Fröndenberg zehn Minuten nach Abfahrt der stündlichen Hönnetal-Bahn nach Unna an. Das ist am Samstag halt so. Ein Bus fährt um diese Uhrzeit bzw. am Wochenende erst recht nicht mehr. Ich rege mich schon lange nicht mehr darüber auf. Es ist halt Normalität. Wundert sich dann noch einer über leere Züge?!

Zusatzinformationen:

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Halde Haniel www.ruhrgebiet-industriekultur.de
   
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Tetraeder / Haldenereignis Emscherblick www.route-industriekultur.de
Alpincenter Bottrop (Halde Prosperstraße) www.alpincenter.com
Moviepark Germany in Bottrop-Kirchhellen www.movieparkgermany.de
Schloss Beck in Bottrop-Feldhausen www.schloss-beck.de

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