
KBS 437 - Die Hönnetalbahn: Bahnhöfe und Haltepunkte
Haltepunkt Sanssouci
- "ESCI"
Nein, hier gibt es kein Schloss, keine Orangerie und auch kein
Neues Palais. Wir befinden uns nicht in Potsdam, sondern im westfälischen
Sauerland. Im übertriebenen Französisch wird in der
automatischen Ansage des LINTs der Haltepunkt angekündigt, der auf Deutsch "Ohne
Sorge" bedeutet. Es handelt sich hierbei um ein Dorf, besser: um eine
Ansammlung von ein paar Häusern. Immerhin wurde 1883 hier der Bau der Strecke
Menden-Neuenrade beschlossen. Östlich liegt der Ort Beckum mit etwa 1.000
Einwohnern. So hätte der Haltepunkt auch dessen Namen tragen können. Mein
alkoholabhängiger Geschichtslehrer nutzte den Ort als Gedankenstütze zum
Kennen des gleichnamigen Schlosses in Potsdam: "Denk an die Kneipe im
Hönnetal!"
Der
heutige Haltepunkt Sanssouci war einst einer der wichtigsten Bahnhöfe der
Hönnetalbahn. Auch Sanssouci war einmal großer Kalk- und
Holzverladebahnhof. Nicht umsonst wird beim Richtungsanzeiger in Menden bei
Fahrweg Richtung Neuenrade der Buchstabe "S" gezeigt. Dabei steht das
"S" bestimmt nicht für "Sneuenrade", "Sbalve"
oder gar "Sküntrop", sondern für Sanssouci! Heute ist vom umfangreichen Gleisbild nichts mehr
vorhanden, der Kalk wird per LKW von hier transportiert. Das Empfangsgebäude
liegt heute auf dem Firmengelände der Fa. Kruse. Heute ist nur noch das
Durchgangsgleis von den Schienen erhalten, der Bahnsteig, ehemaliger
Inselbahnsteig, und das Empfangs- gebäude, welches vor sich hin rottet. Die
schwarze Epoche verlebte dieser Bahnhof im zweiten Weltkrieg, als von hier
Zwangsarbeiter, die in Baracken im nahe gelegenen Steinbruch einquartiert waren,
zum eigens für diese Aktion gebauten Haltepunkt Oberrödinghausen transportiert
wurden, um dort ein unterirdisches Hydrierwerk zu errichten (Projekt
"Schwalbe 1").
Ein
wichtiges touristisches Ausflugsziel befindet sich in der Nähe. Neben einem
hier beginnenden Wanderweg zur Burg Klusenstein erreicht man von hier aus bequem
die etwa 2km südlich vom Haltepunkt gelegene "Luisenhütte", die
älteste komplett erhaltene Hochofenanlage weltweit bei Wocklum, in nächster
Nähe zum Wasserschloss Wocklum. Der Hochofen wurde zu einem Museum umgebaut.
Oberhalb des Hochofens liegt die Wallburg auf dem Burgberg, wo Mauerreste zu
finden sind.

Altes Bahnhofsgebäude steht verlassen auf dem Firmengelände
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Großzügiger P&R-Parkplatz direkt auf dem Bahnsteig
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Ein botanischer Lehrpfad auf dem Bahnsteig von Sanssouci
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Hönnetal-Bahn von Fröndenberg nach Neuenrade
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Bahnhofsgebäude hinterm Tor
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Grün gibt´s hier reichlich
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Der
120m lange und 38cm hohe Bahnsteig ist ausgestattet mit Natriumdampflampen,
einer Infotafel, einer Uhr und einem Bahn-Fernsprecher. Etwas weiter dahinter
steht eine gläserne Wartehalle, eine Notruf- und Informationssäule
(solarbetrieben) und ein Tastendruckfahrkartenautomat, beim letzten Besuch
leider im Wartungsmodus. Einer der letzten Tastendruckautomaten auf der Hönnetalbahn? Ein kostenloser, unbegrenzter Parkplatz steht einigen
wenigen Autos zur Verfügung. Dahinter beginnt die Zufahrt zum Kalksteinwerk der
Fa. Kruse - schwer kameraüberwacht. Also schön winken beim vorbeigehen! Der Haltepunkt gehört zur Kategorie 6 mit einem Stationspreis von 2,95 Euro.
(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de |