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Nahverkehr in NRW: Teil 54 - RE 4 / RB 33: Im Selfkant

Der RE 4 "Wupper-Express" ist ein Regionalexpress zwischen Dortmund und Aachen, die RB 33 "Rhein-Niers-Bahn" ist eine Regionalbahnlinie zwischen Wesel und Mönchengladbach bzw. Duisburg und Aachen. Beide teilen sich den Streckenabschnitt Mönchengladbach-Aachen.

Beide Linien sind nach Flüssen benannt: Nach der Wupper, dem Rhein und der Niers. Betrachten wir zunächst die Regionalbahn mit der Schnapszahl:

Die RB 33 ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. Einen bildet die Verbindung Aachen-Duisburg, den anderen Mönchengladbach-Wesel. So kommt es zwischen Mönchengladbach und Duisburg zu einer Überlappung im Quasi- Halbstundentakt. Nach Norden wird die Linie ab Duisburg durch den RE 5 "Rhein-Express" sowie die RB 35 "Der Weseler" ergänzt. Zwischen Duisburg und Mönchengladbach fährt die Rhein-Niers-Bahn zusammen mit dem RE 2 "Rhein-Haard-Express" auf einer Trasse und von Mönchengladbach bis Aachen ist sie der ständige Begleiter des RE 4. Mit 34 Stationen besitzt diese Regionalbahn überdurchschnittlich viele Zwischenhalte. Parallelfahrende REs halten an einigen Stationen nicht, sie sind in der Karte nebenan mit einer kleineren Schriftart eingezeichnet.

Betrieben wird die RB 33 von DB-Regio NRW, die hier auf der gesamten Linie mit Triebwagen der Baureihe 425 fährt, alternativ mit Doppeleinheiten von 426er-Triebwagen. Die Zukunft der Linie ist ungewiss, womöglich wird sie mittel- bis langfristig in eine S-Bahn umgewandelt.

 

 

Der Wupper-Express geht aus dem StadtExpress Iserlohn- Aachen hervor. Seitdem wurde die Linienführung mehrfach verändert. Das östliche Ende hat sich nach einigem Hin und Her auf Dortmund Hbf verlagert, Iserlohn war daraufhin eine Zeitlang nur durch eine kurze Regionalbahnlinie (RB 56 "Der Iserlohner") an Hagen angebunden - bis die Abellio mit dem RE 16 kam.

Betrieben wird der RE 4 von der DB-Regio NRW. Typischerweise für die wichtigen Regionalexpresslinien in NRW werden lokgezogene Doppelstockzüge eingesetzt, in diesem Falle allerdings mit Wagen einer älteren Generation ohne Klimaanlage und mit anderer Bestuhlung. Zuglok ist meist eine E-Lok der Baureihe 111. Die Linie soll wegen einiger Mängel zusammen mit dem RE 6 ausgeschrieben werden, um eine höhere Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit auch langfristig gewährleisten zu können.

Der Wupper-Express fährt zunächst über die Hauptstrecke Hamm-Dortmund-Essen-Düsseldorf auf dem Abschnitt von Dortmund nach Langendreer. Hier am Abzweig biegt er nach Süden ab, folgt dem Ruhrtal bis Hagen. Nun wechselt der Zug auf die zweite Ost-West-Magistrale in NRW, die "Wupperschiene" und durchquert die Stadt Wuppertal im Bergischen Land, ehe er die Landeshauptstadt Düsseldorf erreicht. Durch das flache Rheinland hindurch erreicht er schließlich Mönchengladbach, wo die Exkursion ansetzt.

Für die bereits erkundeten Teile verweise ich auf die jene Abschnitte abdeckenden bestehenden Berichte. Für den RE 4 auf dem Abschnitt Dortmund-Mönchengladbach bieten sich die Berichte RE 1 "NRW-Express" (Dortmund-Langendreer) RB 40 "Ruhr-Lenne-Bahn" (Langendreer-Hagen) und RE 13 "Maas-Wupper-Express" (Hagen-Mönchengladbach) an.

Bei der Rhein-Niers-Bahn die RB 35 "Der Weseler" (Wesel-Duisburg) und der RE 2 "Rhein-Haard-Express" (Duisburg-Mönchengladbach).

 

Exkursion: Gemeinsamer Abschnitt der Linien zwischen Mönchengladbach und Aachen

Um 08:01 Uhr geht es von Neuss Hauptbahnhof aus los. Mit dem Maas-Wupper-Express der Linie RE 13 fahre ich zunächst nach Mönchengladbach, wo ich etwa fünf Minuten Umsteigezeit habe. Da heute morgen alles ruhig und gut läuft, geht das ohne größere Probleme...

RE 13 in Mönchengladbach Hbf

Mönchengladbach Hauptbahnhof: Maas-Wupper-Express

Mönchengladbach Hauptbahnhof

Das Bahnhofsgebäude am Europaplatz

Schwalm-Nette-Bahn in Rheydt

Rheydt Hbf: Regiosprinter der Rurtalbahn von Dalheim nach MG

rheydt Hbf

Bahnhofsgebäude von Rheydt

Der Anschlusszug ist ein Solo-425er der RB 33. Kurz hinter Mönchengladbach kommt uns der Regio-Sprinter der Schwalm-Nette-Bahn aus Dalheim entgegen. In Rheydt steige ich heute morgen nicht noch einmal aus.

Knapp 40 Minuten nach Start der Exkursion steige ich schon am ersten Zielbahnhof aus: Erkelenz. Wenn ich von zu Hause statt von Neuss losgefahren wäre, hätte ich die ersten drei Stunden Bahnfahrt schon hinter mir.

Rhein-Niers-Bahn in Erkelenz

Rhein-Niers-Bahn in Erkelenz im Licht der aufgehenden Sonne

Rathaus von Erkelenz am Markt

Das alte Rathaus am Markt

Bahnhof Erkelenz

Zugebautes Bahnhofsgebäude von Erkelenz

Wupper-Express in Erkelenz

Wupper-Express nähert sich dem Bahnhof

In Erkelenz bin ich bereits in der größten Stadt im Kreis Heinsberg mit dem Kfz-Kennzeichen HS. Es ist eines der wenigen Kennzeichen, mit dem man durch Buchstabenkombinationen keine wirklich sinnvollen Worte bilden kann. Außer vielleicht HS-V (Fußballverein), HS-E (Shopping-Fernsehsender) oder den berühmten chinesischen Dichter HS-UE. Noch schlimmer ist sicher HSK, BN, COE, HX, SG oder PB...

Um diese Uhrzeit scheint die Stadt noch zu schlafen, einige Geschäfte öffnen gerade erst. Am Marktplatz steht das alte, gotische Rathaus vor der Lambertuskirche blitzweiß leuchtend in der aufgehenden Sonne.

Wupper-Express in Lindern

Wupper-Express fährt in Lindern ein

Bahnhofsgebäude Lindern

Linderns Bahnhofsgebäude

Bahnhof Lindern
Lindern Bahnübergang

Hinter Hückelhoven-Baal, wo der Bahnhof sehr hoch gelegen über der Ortschaft liegt, führt die Strecke über die Rur und folgt nun dem Tal der Wurm, einem etwa 50 Kilometer langem Flüsschen, das bei Aachen entspringt und bei Heinsberg in die Rur fließt. Gleichzeitig liegt hier die Landschaftsgrenze zum Selfkant. Die Landschaft mit dem männlichen Artikel ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Selfkant westlich von Heinsberg, auf dessen Gebiet auch der westlichste Punkt NRWs und auch der Bundesrepublik Deutschland liegt. Dabei ging 1948 nach dem zweiten Weltkrieg die Gemeinde Selfkant ans Staatsgebiet der Niederlande über. Erst nach der Zahlung von ca. 280 Mio. DM (umgerechnet etwa 143 Mio Euro) an die Niederlande gehört sie seit 1963 wieder zur Bundesrepublik.

In Lindern steige ich aus dem RE, den ich in Erkelenz bestiegen habe, aus. Lindern ist ein einwohnerschwacher, hochgelegener Vorort von Geilenkirchen. Im kleinen Bahnhof des Ortes zweigt eine zur Zeit nur für Gütertransporte genutzte Nebenstrecke nach Heinsberg ab. Die Besonderheit hierbei ist, dass im Bahnhof sowohl Form- als auch die modernen KS-Signale stehen. Der Güterbereich wird zur Zeit abgerissen. Man plant, die RB 20 "euregiobahn" bis nach Heinsberg verlängern zu lassen, ist die Kreisstadt doch die einzige mit dem Status in Deutschland, die nicht von einem Zug erreicht wird.

Das Bahnhofsgebäude von Lindern fällt mit seinem erdfarbenen Anstrich auf. Das Gebäude und der Bahnhof selbst werden durch eine Reihe von Überwachungskameras gesichert. Es gibt quasi keinen Winkel, den diese nicht abedecken. Vor dem Bahnhof selbst ist ein großer, aber proppevoller Parkplatz angelegt. Klar, hier steigen die Pendler aus Heinsberg ein. Apropos einsteigen - die Schranken am Stellwerk schließen, das Ausfahrsignal schaltet auf freie Fahrt um. Ein gutes Zeichen, dass mein Zug kommt.

RB 33 Rhein-Niers-Bahn in Geilenkirchen

RB 33 bei der Ausfahrt aus Geilenkirchen

Bahnhof Geilenkirchen

Bahnhofsgebäude der Stadt

Geilenkirchen Straße
Geilenkirchen

Ich steige nur einen Halt weiter wieder aus. Geilenkirchen wird im Zentrum direkt von der Wurm durchflossen, liegt aber nicht mehr im Selfkant. Davon wurde nur ein kleiner Zipfel bei Lindern durchfahren. Es gibt auch hier ein Bahnhofsgebäude. Es beinhaltet nicht nur ein schottisches Fastfoodrestaurant (ich bewundere die Leute, die morgens kurz vor Zehn schon fette Hamburger, Pommes und Cola essen können - mir würde allein bei dem Gedanken nur schlecht), sondern auch einen geöffneten Fahrkartenschalter. So richtig fotografieren kann man hier nicht. Rauchende Kinder, die ihren Müll wahllos auf den Bahnsteig werfen und mit dem "Sprichst-du-mich-an-kriegst-du-auf-die-Fresse"-Blick kritisch die Gegend absuchen, sollte man nicht provozieren....

Das KS-Signal schaltet auf grün, die Schrankenbäume am nahegelegenen Bahnübergang am Glockenturm schließen sich. Der RE 4 nähert sich wieder. Durch Übach-Palenberg fahre ich durch. Hier verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland und den Niederlanden nur wenige Meter neben der Strecke. Zwischen Bahn und der hier als Grenzfluss fungierender Wurm passt teilweise nur ein schmaler Fahrradweg. Kurz vor Herzogenrath weicht die Grenze wieder ein Stückchen zurück. Am Bahnhof steige ich aus.

Bahnhofsgebäude Herzogenrath

Bahnhof Herzogenrath

Burg Rode Herzogenrath

Burg Rode

Herzogenrath

 

Burg Rode in Herzogenrath

 

RB 33 in Herzogenrath

RB 33 Richtung Aachen ist fast am Ziel

euregiobahn in Herzogenrath

Die RB 20 hat einen etwas längeren Weg vor sich

Herzogenrath ist der nördliche Verzweigepunkt der euregio-Bahn, die als RB 20 die vier Endpunkte Stolberg, Weisweiler, Alsdorf und Heerlen verbindet. Von Herzogenrath fahren die Züge aus Richtung Aachen kommend abwechselnd nach Osten Richtung Alsdorf-Annapark und nach Westen über die Grenze nach Heerlen in den Niederlanden. Auch von hier kann man zu Fuß über die Grenze ins Nachbarland laufen. Man kommt dabei aus Richtung Innenstadt zunächst an der Burg Rode vorbei, die auf einer Anhöhe über der Stadt steht.

Aachen Hbf

Aachen Hauptbahnhof

Euregioaixpress nach Lüttich

RE 29 nach Lütich in der Kuppelhalle

Aachener Dom

Aachener Dom

Aachener Dom

Im Innern des Doms

Hinter Herzogenrath hält die RB 33 noch in Kohlscheid, einem modernisierten Haltepunkt mit benachbart stehendem, langsam verkommendem Bahnhofsgebäude. RE und RB halten zunächst erst wieder in Aachen-West und Aachen-Schanz, bevor beide im Hauptbahnhof der Kaiserstadt am Endpunkt ihrer Linienführung angekommen sind.

Sebi on Tour - demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)

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