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Nahverkehr in NRW: Teil 42 - RE 3: Der Rhein-Emscher-Express

Der "Rhein-Emscher-Express" ist eine Regional-Express-Linie zwischen Hamm in Westfalen und der Landeshauptstadt Düsseldorf am Rhein.

Dabei fährt der Zug allerdings nicht auf der Trasse von RE 1, RE 6 und RE 11, die ihrerseits unter anderem zwischen Düsseldorf und Hamm via Dortmund, Bochum und Essen fahren, sondern über die der "Cöln-Mindener Eisenbahn" via Oberhausen, Gelsenkirchen, Herne und Castrop-Rauxel, also durch das nördliche Ruhrgebiet.

Bis zum Fahrplanwechsel im Winter 2008 wechselten sich lokbespannte (meist Baureihe 111) Rotling- und Doppelstockzüge ab. Ein Jahr lang verkehrten Doppeleinheiten von 425er-Triebwagen. Zusammen mit dem Maas-Wupper-Express ging diese Linie Ende 2009 an die eurobahn, die hier seitdem mit Triebwagen des Typs FLIRT (= Flinker, leichter, innovativer Regionaltriebwagen) fährt.

Zum Start des Betriebs durch die Eurobahn gab es einige Probleme mit der Zulassung der vorgesehenen, fünfteiligen FLIRT durch das Eisenbahnbundesamt. Während auf dem ebenfalls übernommenen Maas-Wupper-Express ein Ersatzverkehr durch die Deutsche Bahn und mit geliehenen Dieseltriebwagen und teils museumsreifen lokbespannten Zügen durchgeführt wurde, konnten kürzere FLIRT des Unternehmens den Betrieb auf dem RE 3 rasch abdecken. Nur auf dem Abschnitt Dortmund-Hamm wurde eine Zeit lang ein Notverkehr durch die Deutsche Bahn eingerichtet. In Dortmund war ein Umstieg möglich - auf dem östlichen Abschnitt verkehrten dann die gewohnten Triebwagen der Baureihe 425. Im März 2010 wurde der Betrieb wie geplant aufgenommen. Für die Ausfälle, Verspätungen, Qualitätseinschränkungen und dem damit nicht eingehaltenen Verkehrsvertrag stellte der Auftraggeber Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (siehe Mytrainsim-Informationsseite zu den Privatbahnen und Verkehrsverbünden) der Eurobahn eine Strafzahlung von etwa 650.000 Euro in Rechnung.

Heute fahren fünfteilige FLIRT. Grundsätzlich fahren sie in für das Unternehmen typischer gelb-weißer Lackierung. Eine besondere Farbgebung stellt ein Triebwagen dar, der im geplanten Farbschema und mit Logos des Rhein-Ruhr-Expresses RRX lackiert ist (Foto unten).

Es ist neben der Emschertal-Bahn (RB 43) die zweite Linie, die nach dem Fluss Emscher benannt ist. Und wieder ist da dieser Beigeschmack, ist die Emscher doch DER Abwasserfluss schlechthin. Einst ein idyllisch gelegenes, gewundenes Flüsschen, wurde er während der Industrialisierungszeit im Ruhrgebiet zum Abwasserkanal umfunktioniert, begradigt und hinter hohe, teils kilometerlang schnurgeraden Deichen eingepfercht. Am Ende fließt das braune Flusswasser einmal durch die "Kläranlage Emschermündung" bei Dinslaken, nördlich von Oberhausen. Zur Zeit ist hier und da eine Renaturierung im Gange, wo das Abwasser in unterirdische Rohre verlegt und das Flussbett natürlich gestaltet werden soll. Gemäß der regionstypischen Bezeichnung für das stinkende Gewässer könnte die Linie heute auch unter dem schönen Namen "Rhein-Köttelbecke-Express" fahren. Mehr Informationen zur Emscher finden Sie unter dem Artikel zur RB 43 "Emschertal-Bahn".

Alter rhein-Emscher-Express in Kurl

Vergangenheit: Verblichener RE3-Doppelstockzug in Kurl

RRX-FLIRT der eurobahn

Aktuell: Eurobahn-FLIRT im RRX-Design

Von Hamm aus verläuft die Linie noch parallel zum RE 1, 6 und 11. Vier RE-Linien, von denen nur der RE 1 und RE 3 an den Unterwegshalten Fahrgäste aufnehmen. Die anderen beiden fahren planmäßig durch. Das gleiche gilt für den Bereich Duisburg-Düsseldorf, wo gleich fünf RE-Linien (die erstgenannten plus RE 5 "Rhein-Express") und S-Bahnen auf einer Trasse fahren.

In diesem Artikel liegt das Hauptaugenmerk also auf dem Ruhrgebiet-Abschnitt Dortmund-Oberhausen, dem Einflussbereich des ruhrdeutschen Dialekts und des Gelsenkirchener Barocks.

Die Sprache

Ruhrdeutsch ist für Bayern genau so schwer zu verstehen wie Bairisch für Ruhrpöttler. Wenn sich beide in der Fußgängerzone von Gelsenkirchen begegnen, verstehen beide nur Hauptbahnhof. Hier mal ein paar kleine Hilfen zum besseren Verständnis:

Es fängt schon bei den Ortsnamen an. Kommen Sie ja nicht auf die Idee, die Orte in hochdeutsch wie geschrieben auszusprechen! Fangen wir einfach an. Dortmund, Gelsenkirchen, Oberhausen, Herne, Scharnhorst: Vergessen Sie die Rs hinter den Vokalen! Außerdem müssen einige Vokale künstlich gedehnt werden. Richtig ausgesprochen heißt die Reihe dann "Dooatmund", "Geeelsenkiiirchn", "Oobahausn", "Heeeane". Das Highlight ist "Schannhoast", wo gleich zwei Rs verschluckt werden. Das gilt natürlich auch für Städtenamen außerhalb des Potts: "Paddaboaaan", "Düsseldoaaaf", "Wuppataal", "Bellebuich" (Paderborn, Düsseldorf, Wuppertal, Bad Berleburg). Klingt doch gleich viel besser, oder? Vorsicht! das kann man sich angewöhnen.

Das ganze lässt sich natürlich auch auf andere Bereich übertragen. Wie heißt noch der Vogel? Leeeache (= Lerche).

Zum Ärger von Bastian Sick müssen Sie auf Genitive von nun an verzichten! "Ursulas Schuhgeschäft" wird zu "Dem Uschi ihr Schuhladen". Und "Der Sohn des Schwagers meiner Nachbarin" wird zu "Meine Nachbarin ihr Schwager sein Sohn".

Jetzt heißt es auch nicht mehr "Hier kommt man aber auf der Autobahn schnell vorwärts!" (abgesehen davon, dass man auf keinen Ruhrgebietsautobahnen im Normalfall schnell vorwärts kommt, nicht umsonst wird der "Ruhrschnellweg" sehr gerne "Ruhrstauweg" genannt), sondern "Das is hier abba schön Fahren!" Das lässt sich auf viele Bereiche umformen. "Das ist schön Essen" / "Wir hatten im Urlaub schlecht Wetter" - seien Sie kreativ, dann werden Sie verstanden.

Innerhalb oder am Ende einiger Worte kommt die Silbe "-ben" vor. Vergessen Sie die! Ein M reicht völlig aus. Siebente, Abend, daneben, glauben, und treiben werden zu "Siemte", "Ahmd", "daneem", "glaum", "treim".

Das Wort "zu" wird so gut wie nur noch für eine Beschreibung benutzt ("Mach ma die Tür zu"). Als Richtungsangabe dient grundsätzlich das Wort "nach", unter Umständen kann man auch "bei" benutzen. Oder beides. Ein Dialog als Beispiel 1: "Ich fahr nach Aldi!" - "ZU Aldi!" - "Wat, Aldi schon zu?!". Beispiel 2: "Fährße für mich ma eben nache Reinigung?". Beispiel 3: "Komma bei die Oma". Extrembeispiel 4: "Komma bei die Oma bei!"

Zu guter Letzt: Das Highlight des Ruhrdeutschen - das doppelte Perfekt, auch "Ultra-Perfekt" genannt, mit "gehabt" oder "gewesen". Beispiel: Hochdeutsches "Ich habe es gemacht" wird zu "Dat hab ich gemacht gehabt." Die Aussage "Das hab ich doch gesagt!" wird zu "Dat hab ich doch gesagt gehabt!" Auch hier ist die Benutzung mit Vorsicht zu genießen, all zu schnell hat man sich das angewöhnt gehabt.

Nun aber Spaß beiseite, kommen wir zum Ernst des Lebens und dem Nahverkehr auf der Linie des Rhein-Emscher-Expresses:

Die Exkursion - Teil 1: Hamm - Dortmund

Der Abschnitt wurde im Artikel des RE 1 beschrieben. Wenn Sie den schon kennen, können Sie gerne direkt nach Dortmund durchscrollen. Der Abschnitt dient nur der Vollständigkeit halber.

Rumpel-di-pumpel. Ich reise mit dem Maas-Wupper-Express aus Unna an. Dieser bestand damals immer noch aus ehemaligen Silberlingen, die am Haken einer Lok der Baureihe 111 hängen. Zeitgleich mit dem RE 3 ging der RE 13 an die eurobahn, die daher auch hier mit FLIRT fährt. Es ist unglaublich laut. Ich bin zwar durch tägliche Nutzung "rotlingerpobt", dies allerdings nur im unteren Geschwindigkeitsbereich. Sobald es dreistellig wird, hört man sein eigenes Wort nicht mehr. Der Zugbegleiter spricht irgendwas ins Mikrofon, man versteht aber kein einziges Wort. Die anderen im Abteil auch nichts. Vermutlich sagt er irgendwas mit "Wir erreichen Hamm, bitte alles aussteigen" und "Nächste Reisemöglichkeiten: ICE nach...". Ich werde es nie erfahren. Dann rollen wir langsam in den Bahnhof von Hamm am Ufer des Flusses Lippe. Die Türen klemmen. Auch nachdem sich die Druckluft abgebaut hat, lassen sich die allseits geliebten Türen nur mit Gewalt öffnen. Ein älteres Ehepaar ist erleichtert, dass ich an der "Kriegsfront" stehe. Sie wären alleine niemals rausgekommen. Nach ganzem Körpereinsatz stehen wir kurze Zeit später heile, aber etwas außer Atem auf dem Bahnsteig. Das also ist Hamm...

NRW-Express Hamm

Bahnhof Hamm mit Elefanten auf dem Vorplatz

NRW-Express Hamm

Quietschie nach Bielefeld in Hamm

NRW-Express Hamm

Auch in der Innenstadt stehen bunte Plastikelefanten

NRW-Express Hamm

Ein Hochbunker in Bahnhofsnähe

Eine Farbe, die jetzt in Hamm häufiger ist:

weiß - gelbe FLIRT der eurobahn

Hamm ist ein mittelgroßer Umsteigeknotenpunkt im östlichen Ruhrgebiet. Naja - Hamm und Ruhrgebiet ist so eine Sache. Die einen zählen es dazu, die anderen nicht. Es gehört noch so gerade zum Regionalverband Ruhr (RVR). Und die Grenzen dieses Verbandes werden meist mit denen des Ruhrgebietes gleichgesetzt.

Es ist eine kreisfreie Stadt mit dem Kfz-Kennzeichen "HAM". Hier am Bahnhof hält der Fernverkehr und wird zum Teil in westlicher Richtung geflügelt; Außerdem geflügelt werden die Züge der "Ems-Börde-Bahn" von Paderborn nach Münster und Bielefeld. Neben dem RE 3 haben der RE 1 nach Aachen durch das mittlere Ruhrgebiet und der RE 13 nach Venlo durch das Bergische Land hier ihre jeweils östliche Endstation.

Das Stadtzentrum von Hamm liegt fast unmittelbar an der Lippe. Diese fließt von Ost nach West von Bad Lippspringe bis Wesel und dort in den Rhein. Der Fluss an sich ist recht gewunden und schmal, weswegen zur Schiffbarmachung ein parallel verlaufender Kanal gebaut wurde.

In der Mitte fällt der wuchtige Turm der Pauluskirche und der eher zierliche der benachbarten Martin-Luther-Kirche auf. Und immer wieder stehen Elefanten in der Stadt.

Sie sind eine Anspielung auf den "Gläsernen Elefanten" im Maximilianpark in Hamm - ein Park auf einer alten Zeche und ein Gebäude, dem ein Glasvorbau in Form eines riesigen Elefantenkopfes mit Rüssel verpasst wurde.

NRW-Express Hamm  NRW-Express HammMartin-Luther-Kirche (links) und Paulus-Kirche (rechts) in der Innenstadt von Hamm

Für Kinder und auch Erwachsene ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Und dieses Rüsseltier wurde 2004, als die ersten Elefanten aufgestellt wurden, 20 Jahre alt. Diese Plastiktiere findet man hier inzwischen relativ häufig. Dortmund hat den Anfang gemacht mit den geflügelten Nashörnern, dann Hamm mit Elefanten und schließlich Unna mit Eseln. Sieht ja auch ganz schön aus. Vor allem schön bunt. Die Bemalung erfolgt üblicherweise durch den Sponsor, der ein Tier anschafft. Die Gestaltung liegt dann ganz bei ihm.

Bahnhof Hamm Bahnhofshalle

Bahnhofshalle Hamm

Zurück zum Bahnhof der Stadt, der mit einem rot-weißen Gebäude freundlich die Fahrgäste empfängt. Die große Bahnhofshalle ist sehr beeindruckend, vor allem die bemalte Decke. Das schafft einen angenehmen ersten Eindruck beim Aussteigen.

Die Bahnsteige dagegen sind in einem eher schlechteren Zustand. An der Decke der Bahnsteigdächer hängen Fallblattanzeiger der letzteren Generationen in Bahn-blau. Naja, man kann nicht alles haben. Weiter hinten im Bahnhof schallt es aus dem Lautsprecher: "An Gleis 11 wird bereitgestellt: RE 1 nach Aachen über Kamen, Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Düren. Bitte Vorsicht bei der Bereitstellung!" Zeit für mich, in Hamm die Zelte abzubauen. Die eigentliche Exkursion geht los.

Über die Lippebrücke fährt aus dem Abstellbereich des Bahnhofs eine Einheit mit fünf Doppelstockwagen ein - Steuerwagen voraus, die Lok der Baureihe 146 schiebt von hinten nach.

Noch ist der Zug ganz leer - verständlicherweise. Das ändert sich aber schnell. Mit fünf Minuten Verspätung rollen wir aus dem Bahnhof. Eine respektable Zeit, dafür, dass der Zug in Hamm eingsetzt wird. So richtig pünktlich ist der RE 1 allerdings nie. Zunächst geht es bis nach Kamen. Durch den Haltepunkt Nordbögge fährt diese Linie alle zwei Stunden durch. Nach Nordbögge muss ich mit einem Gegenzug der Linie RE 3 anreisen.

Ebenfalls durch Nordbögge fahren RE 6 und RE 11 - mehr verkehrt hier außer Fernzügen nicht. Wir überschreiten inzwischen bei Bönen die Grenze zwischen Hamm und dem Kreis Unna (UN). Kreis Nummero Zwei wird betreten. Wir fahren über die Fünfbogenbrücke, eine der ältesten im Originalzustand vorhandenen Brücken Deutschlands, die über die Seseke führt und erreichen Kamen. Nur zur sprachlichen Verständigung: das a wird lang ausgesprochen. Kaaamen.

NRW-Express Kamen

Empfangsgebäude des Bahnhofs Kamen

NRW-Express Kamen

Der kleine Bruder RE 6 nach Minden fährt soeben ein

NRW-Express Kamen

Ein weißes Empfangsgebäude

NRW-Express Kamen

Völkerwanderung: die Unterführung ist ganz hinten

NRW-Express Kamen

Innenstadt von Kamen am Alten Markt

NRW-Express Kamen

Die Seseke im Kamener Stadtgebiet - auch ein begradigter Bach

Selbst wenn Sie nicht in NRW wohnen, haben Sie irgendwann schon einmal vielleicht mit Kamen zu tun gehabt oder zumindest davon gehört. In unmittelbarer Nähe der Kleinstadt befindet sich nämlich das "Kamener Kreuz", das zweitälteste kleeblattförmige Autobahnkreuz Deutschlands.

Hier kreuzen sich die A1 und die A2 - beides zu den wichtigsten deutschen Transitstrecken im Autoverkehr gehörend. Noch heute ist es regelmäßig wegen der vielen Staus im Verkehrsfunk zu hören. Ein alter Witz aus Zeiten des Kalten Krieges: "Es heißt: 'Wenn der Russe will, kann er in 48 Stunden am Rhein sein'. Aber das ist Quatsch! Der kommt bis zum Kamener Kreuz und bleibt da im Stau stehen!"

Kamens Bahnhof ist renoviert. Innen findet sich ein Bäcker und ein Fahrkartenverkauf im Stile eines Service-Stores. Hier halten alle Nahverkehrszüge, die ICEs fahren hier mit Karacho durch. Eine Radstation hegt und pflegt die Drahtesel der Pendler. Der Bahnhof ist auf dieser Linie der erste Bahnhof im Verbund VRR. Mangels eines großen Park-and-Ride-Parkplatzes ist er aber anscheinend nicht besonders beliebt bei Auto-Umsteigern.

Den einen Kilometer Fußmarsch bringt man gerne mit dem Bus hinter sich - sie fahren auch relativ häufig in die Stadtmitte. Hier ist ein recht großer Marktplatz mit einigen historischen Gebäuden zu finden. Wahrzeichen der Stadt ist das gegen den Wind nach Westen geneigte, schiefe Dach der Pauluskirche. Auf dem Foto ist das leider nicht ganz gut zu sehen. Jedenfalls taucht diese Spitze auch im Logo der kleinen Stadt auf. Ein Blick auf die Uhr - Höchste Zeit für den Rückweg. Zu Fuß. Mit dem Bus würde es knapp. Denn der Zug wartet nicht! Am Bahnhof angekommen fällt der gelbe Schriftzug "Fahrt fällt aus" in den neuen Abfahrtsmonitoren auf. Gott sei dank aber nicht in der Zeile von mei-

NRW-Express Kamen
Wahrzeichen von Kamen: Schiefe Turmspitze

nem Zug. Sonst hätte ich Nordbögge heute streichen können. Nein, der RE 3 in Form einer Doppeltraktion von 425er-"Quietschies" rollt über- pünktlich in den Bahnhof. Es zuckelt sich im Schleichtempo bis nach Nordbögge weiter. Hier steige ich aus.

NRW-Express Nordbögge

Der alte Rhein-Emscher-Express mit Doppel-425 in Nordbögge

NRW-Express Nordbögge

kleiner Haltepunkt mit versetzt angelegten Bahnsteigen

NRW-Express Nordbögge

Eine Fußgängerbrücke überzieht die Gleise

NRW-Express Nordbögge

Wendehammer, Fahrradständer hier...

NRW-Express Nordbögge

... und auf der anderen Seite auch.

NRW-Express Nordbögge

Keiner, der mit mir einsteigt. Hier ist wirklich nichts los.

Nordbögge ("Noaatbögge") ist ein 1.500-Einwohner-Dorf und gehört zu Bönen ("Bön"), neben Fröndenberg ("Frönnenbäch") ganz im Süden die östlichste Stadt im Kreis Unna. Das Dorf selbst ist etwas eingeklemmt zwischen Bahnstrecke und Autobahn A2. Ich bin der einzige Aussteiger hier. Auch sonst ist es hier sehr ruhig. Bis vor kurzer Zeit querte hier noch eine Straße die Schienen. Dieser Bahnübergang wurde durch eine Fußgängerbrücke ersetzt. Für Autofahrer gibt es auf der einen wie auf der anderen Seite einen Wendehammer, Parkplätze und Fahrradboxen sowie überdachte Ständer - einmal die doppelte Ausstattung. Die Bahnsteige sind versetzt angeordnet - damit man früher hinter dem Bahnübergang angehalten hat. Auf jedem der Bahnsteige steht ein roter Plus-Punkt im Midi-Format. Keine zehn Minuten - dann kommt wieder der RE 3 aus Hamm zurück. Sonst hätte ich hier ja auch eine Stunde Aufenthalt - der RE 1 hat gerade, als ich in Kamen war, hier angehalten und wird das im nächsten Takt nicht tun. Wie gesagt - der hält hier nur zweistündig und sonst kein anderer Zug außer dem RE 3. Mit dem fahre ich bis Kamen-Methler. Ich bin natürlich der einzige Einsteiger in den Zug. Den Rekordhalter RE 1 unterstützt dieser Halt jedenfalls nicht wirklich.

NRW-Express Kamen-Methler

RE 3 in Kamen-Methler

NRW-Express Kamen-Methler

Ebenfalls versetzt gegenüberliegende Bahnsteige

NRW-Express Kamen-Methler

Hier haben die Zugangswege Straßenschilder...

NRW-Express Kamen-Methler

Der Westfalen-Express brettert durch den kleinen Halt durch

Der Haltepunkt Kamen-Methler ("Meet-laa") hieß früher Westick-Kaiserau - das Ortsschild Kaiserau steht auf der Bahnüberführung. Hier ist die selbe Leier wie in Nordbögge: die Straße, die einmal über die Schienen führte, ist abgeschnitten. Dafür führt sie über eine Brücke darüber. Wie in Nordbögge auch liegen die Bahnsteige versetzt hinter dem ehemaligen Bahnübergang. Der RE 1 hält hier wieder stündlich, ebenso der RE 3. RE 6 und RE 11 rauschen auch hier standardmäßig durch. 500 Meter von hier liegt die Stadtgrenze zu Dortmund - und dorthin fahre ich jetzt.

NRW-Express Dortmund-Kurl

Empfangsgebäude von Dortmund-Kurl; vom Bahnsteig aus

NRW-Express Dortmund-Kurl

NRW-Express verlässt den Ort

NRW-Express Kurl

Der Flur, durch den jeder Ein- und Aussteiger laufen muss

NRW-Express Dortmund-Kurl

... und hier kommt er dann raus.

NRW-Express Dortmund-Kurl

Wartehalle, Bänke und die Unterführung links zum Ausgang

NRW-Express Dortmund-Kurl

Bahnhofsgebäude ohne wuchernde Bäume 2008

Dortmund (DO) - der dritte Kennzeichenwechsel auf der Linie. In Dortmund-Kurl ("Ku-äl") steige ich aus. Dortmund Kurl bzw. mit dem Nachbarort Husen ("Husn") zusammen ist ein alter Zechenstandort. Spontan fällt das alte, heruntergekommene Empfangsgebäude auf. Fenster verbrettert, Schmutz, Grafitti und viel Müll. Die Natur holt sich das Gebäude zurück, Efeu und Büsche überwuchern es. Die Unterführung vom Mittelbahnsteig führt im Gebäude an die Oberfläche. Durch eine Art Flur mit Schwingtür gelangt man aus dem Gebäude nach draußen. Das Haus hat durch seine Verschnörkelungen Tendenzen zum Jugendstil. Ehemals eine Perle von Bahnhof, wird eines der ältesten Empfangsgebäude Dortmunds mehr und mehr zum Schandfleck und von Besuch zu Besuch immer weiter zugewachsen. Ein RE 11 brettert aus Richtung Dortmund durch, dann kommt mein nächstes Verkehrsmittel - mal wieder der RE 3, der mich zum nächsten Halt mitnimmt. Auch in Kurl halten RE 1 und 3 stündlich.

NRW-Express Dortmund-Scharnhorst

RE 1 erreicht Dortmund-Scharnhorst.
Fotos (2x) von Dorian Kerl - www.lokschuppen-loh.de. Vielen Dank!

NRW-Express Dortmund-Scharnhorst

Der Gegenzug in Richtung Hamm.
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NRW-Express Dortmund-Scharnhorst

Scharnhorst Zentrum - eine Großwohnsiedlung mit viel Dachfläche

NRW-Express Dortmund-Scharnhorst

Kleine Fußgängerzone "EKS" an der Stadtbahnstation

Mit dem Rhein-Emscher-Express fahre ich nur einen Halt weiter. Nur drei Kilometer von Kurl entfernt liegt der Haltepunkt von Dortmund-Scharnhorst ("Schannhoaast"). Im heutigen Stadtteil Alt-Scharnhorst stand bis 1975 das Steinkohlebergwerk "Zeche Scharnhorst". Neu-Scharnhorst oder auch Scharnhorst-Ost ist dabei eine in den Sechzigern entstandene Großwohnsiedlung - heute wie so häufig durch die hohe Bevölkerungsdichte ein sozialer Brennpunkt. So wie Bausünden in den schlimmsten Plattenbausiedlungen der DDR darf man sich den Stadtteil jedoch nicht vorstellen - die Gebäudehöhen sind gemäßigt, der Abstand zwischen ihnen noch relativ hoch und es gibt vergleichsweise viel Grün. Im Zentrum befindet sich eine kleine Fußgängerzone, genannt EKS (Einkaufszentrum Scharnhorst). Hier sind allerlei Geschäfte angesiedelt. Mit der U42 Grevel-Hombruch ist der Stadtteil mit drei Bahnstationen an die U-Bahn, die in Dortmund "Stadtbahn" heißt, angebunden. Innerhalb von 15 Minuten ist die Bahn in der Stadtmitte angekommen.

Der eigentliche Bahnhof, an dem ich ausgestiegen bin, liegt weit außerhalb des EKS. Mit dem Bus kann man die zwei Kilometer jedoch gut und schnell bewältigen. Er fährt auch regelmäßig alle 20 Minuten. Für Scharnhorst gilt das selbe wie für Nordbögge: der RE 1 hält nur jede zweite Stunde. Mit ihm geht es in die letzte Etappe des ersten Abschnitts. Vorbei am Dortmunder Bahnbetriebswerk und der Westfalenhütte. Es handelt sich dabei um einen langjährigen Stahlstandort, wo unter anderem die Firma Hoesch mit Kaltwalzwerk und Feuerverzinkung. Von Hoesch gibt es durch die Fusion mit Thyssen-Krupp nichts mehr, auch auf der Westfalenhütte ist abgesehen von der Verzinkung nur noch wenig Aktivität. Es ist zu einer riesigen Brachfläche geworden. Lediglich das Hoesch-Museum in der Nähe des Borsigplatzes erinnert an die alten Zeiten.

Hier am Hoeschpark befand sich lange Zeit die kürzeste und unsinnigste Umweltzone Deutschlands, wo man auf 250 Metern nur mit passender Plakette fahren durfte. In der Brackeler Straße steht nämlich eine Feinstaub-Messstation. Dadurch und durch regelmäßiges Befeuchten des Asphaltes in der Straße ist es in ganz Dortmund statistisch sehr viel sauberer geworden! Heute ist ein Großteil der Stadt eine Umweltzone.

Wir fahren in den Hauptbahnhof von Dortmund ein. Jetzt wird der Zug richtig voll. Auf dem Bahnsteig stehen Menschentrauben an den Türen.

NRW-Express Dortmund Hbf

Dortmund Hbf mit Mosaikfenstern der Halle und Königswall

NRW-Express Dortmund Hbf

ET 422 der S2

NRW-Express Dortmund Hbf

RE 57 vor der Skyline von Signal-Iduna, RWE und Sparkasse

NRW-Express Dortmund Hbf

RB 59 "Hellwegbahn" udn RB 52 "Volmetalbhahn" nebeneinander

NRW-Express Dortmund Hbf RB 50

Sonnenaufgang über der RB 50 "Der Lünener" nach Münster

NRW-Express Dortmund Hbf RE 11

RE 11 "Rhein-Hellweg-Express" wartet an Gleis 11 auf Abfahrt

Langsam geht´s die Treppe hinunter in die Unterführung - es stockt. Der Strom der Aussteiger fließt langsam Richtung Bahnhofshalle.

Es zweigen die ab, die zur U-Stadtbahn möchten. Andere kommen wie die Maulwürfe an einem anderen Bahnsteig wieder die Stufen hoch. Zwischen Haupthalle und Nordausgang nimmt die Wichtigkeit der Gleise und die Häufigkeit der Benutzung ab. Von ganz hinten fahren die Privaten wie die Prignitzer Eisenbahn nach Enschede (RB 51) oder die NordWestBahn nach Dorsten (RB 43). In der Mitte halten die REs, ICs und ICEs. Direkt an der Halle beginnen S-Bahnen der Linien 1 und 2. Einen relativ langen Weg muss man zu den Kopfgleisen des Bahnhofs nehmen. Die Gleise 2 bis 5 liegen etwas außerhalb. Von hier fahren alle Züge des Sauerland-Netzes sowie die Hellwegbahn nach Soest und die S-Bahn S5 nach Mönchengladbach.

Im Foto aus dem benachbarten Harenberg-City-Center auf den Bahnhof zeigt die Anlage. Auf Gleis 2 steht der RE 57 nach Bestwig (628.4), daneben auf Gleis 4 die alte Hellwegbahn (noch mit 141), daneben die S5. Rechts vom Bahnhof die Parkgarage. Ich stehe nun in der Bahnhofshalle. Man könnte sie als funktionell bezeichnen, nicht aber als schön.

Dortmund Hbf aus der Luft
Blick vom HCC auf den Hauptbahnhof (2004, alte Kamera)

An der Wand bröckelt der Putz, der LCD-Anzeiger kündigt diverse Verspätungen im Fernverkehr an. An den Südfenstern der Halle finden sich industriell geprägte Mosaike. Eigentlich sollte hier schon lange ein neuer Bahnhof stehen. Es gab einige sehr sehr schöne Ideen, beispielsweise die eines Ufos. Der ganze Bahnhof sollte in Form eines großen, runden Ufos über den Gleisen schweben. Das wäre doch ein richtiges Highlight gewesen! Da hatte der Einzelhandel der Stadt aber ein Veto eingelegt. Dann sollte unter dem Namen "3Do" ein verschachteltes Multithemencenter gebaut werden (zur WM 2006 sollte es fast fertig sein), was diesmal an der Bahn scheiterte. Nun wird der Bahnhof einfach nur saniert. Pech gehabt, würde ich sagen.

Der Hauptbahnhof liegt nördlich der City von Dortmund mit der langen Fußgängerzone, die abschnittsweise die höchsten Grundpreise in ganz NRW hat. Sie ist eingeteilt in den Westenhellweg und Ostenhellweg, etwa abgegrenzt durch den Markt an der Reinoldikirche. Dortmund ist bekannt für seinen großen Weihnachtsmarkt, der alljährlich über mehrere Plätze verteilt ist. Auf dem Hansaplatz steht jeden Advent der "größte Weihnachtsbaum der Welt". Dabei handelt es sich allerdings um keinen echten Einzelbaum. Ein Stahlgerüst trägt eine große Anzahl an Bäumen, die insgesamt die Form einer fast 50m hohen Baumpyramide ergeben. Zur Feuersicherheit gibt es eine mächtige Sprinkleranlage im Gerüst.

Insgesamt fällt die Stadt für die recht breiten Boulevards und Straßen auf. Insbesonders der "Wall", eine sechsspurige Straße, die sich rings um die Stadt zieht, verwundert. Das ist begründet durch den geplanten Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, in dem große Teile der Stadt zerstört wurden. Hier wurde bereits an die Zukunft gedacht und Straßen großzügiger gestaltet.

Dortmund Westenhellweg

Der Westenhellweg, die Fußgängerzone mit den höchsten Mieten

Größter Weihnachtsbaum der Welt in Dortmund

Der "größte Weihnachtsbaum der Welt" - alljährlich in Dortmund

Der "Dortmunder Dreiklang": Kohle - Stahl - Bier. Dortmund ist eine alte Industriestadt - wie schon mit Hoesch erwähnt. Im Gegensatz zu an- deren Ruhrgebietsstädten hatte Dortmund neben Kohle und Stahl noch ein drittes Standbein: Bier. Es gab hier einmal zahlreiche Brauereien.

Von der alten "Europas Bierstadt Nr. 1" ist allerdings heute wenig zu sehen, von den ehemalig acht Brauereien wie Union (DUB), Kronen, Hansa, Ritter, Thier, Stifts, Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) und Bergmann existiert nur noch eine einzige (DAB der Fa. Dr. Oetker), die zugleich die meisten anderen Marken übernommen hat und diese vermarktet. Kronen- und Thierbrauerei bilden großflächige Brachflächen in der Innenstadt, das markante Gebäude der Union-Brauerei mit dem leuchtenden, goldenen "U" auf der Spitze wird derzeit zum Kulturzentrum umgebaut.

Dortmund ist Heimat der Borussia BVB, die draußen im Süden das Westfalenstadion bespielt. Dazu benachbart ist der Messekomplex mit den Westfalenhallen sowie der Westfalenpark, Austragungsort von gleich drei Bundesgartenschauen in seiner Geschichte. Im Zentrum des Parks steht der weithin sichtbare Fernsehturm "Florian", in dem sich oben ein drehbares Restaurant befindet. Während man isst, ändert sich mehr oder weniger langsam der Ausblick - falls man das Essen bei der Drehung überhaupt verträgt. Ich habe gehört, die Geschwindigkeit lässt sich nämlich vom Personal regulieren...

Vor der Stadt befindet sich die Technische Universität Dortmund. Ihre Besonderheit ist die Lage auf zwei Campus (der Plural von Campus ist tatsächlich auch Campus). Eine Einschienenbahn, genannt H-Bahn (für Hängebahn), verbindet die beiden areale. Auch die H-Bahn wurde in einem separaten Artikel behandelt. Ein ähnliches Objekt werde ich später am Düsseldorfer Flughafen unter dem Namen "Skytrain" noch sehen.

Und jetzt kommt im nächsten Abschnitt endlich etwas neues.

 

Die Exkursion - Teil 2: Dortmund - Oberhausen

Unfassbar! Nach einem von Wolken beherrschten Spätherbst, in dem fast gar keine Exkursionen möglich waren, verabschiedete sich das Jahr 2008 in den letzten Tagen, als wollte das Wetter für die schlechte Lage an freien Tagen im Sommer und Herbst entschädigen.

Außentemperatur am Morgen: -6,2°C bei klarem Nachthimmel. Am Horizont zeigte sich zuvor schon im sanften Orange, dass es ein schöner, sonniger Tag werden würde. Dennoch gehören heute dicker Schal, Handschuhe und eine Mütze zur Basisausstattung dazu. In Dooatmund Hbf geht gerade die Sonne über der Hochhaus-Skyline von Rundschau-Gebäude und RWE-Tower auf. Der LINT des RE 57, mit dem ich aus Fröndenberg gekommen bin, fängt die ersten Sonnenstrahlen auf.

Ich habe noch dreißig Minuten Zeit, bis der REX abfährt. Um nicht in der eisigen Kälte auf dem Bahnsteig stehen zu müssen, vertreib ich die Zeit in der Buchhandlung. Um neun Uhr bewege ich mich zum Bahnsteig, wo der doppelte Quietschie, der zwischen 2008 und 2009 hier fuhr, bereits wartet. Vor Kurzem traf man hier noch auf Rotlinge oder Doppelstockwagen, jeweils von einer 111 gezogen oder geschoben. Ein Rotling-Steuerwagen des RE 3 war Anfang des Jahres 2009 in Düsseldorf Hauptbahnhof wegen eines technischen Defekts spektakulär ausgebrannt. Seit dem Fahrplanwechsel fahren hier die 425er.

Der REX wird durch die S2 (Dortmund-Duisburg oder -Recklinghausen oder -Essen) verstärkt. Ein Stück weit fährt sie etwas abseits vom Regionalexpress durch die Vororte Dorstfeld ("Doaastfeld"), Wischlingen und Oestrich (okay, es gibt doch ein gesprochenes R), um im Bahnhof von Dortmund-Mengede, wo auch der RE hält, auf eine gemeinsame Trasse einzufädeln. Dabei benötigt die S-Bahn wegen der vielen Unterwegshalte mehr Zeit als der REX. Trotzdem sie rund fünf Minuten vor meinem Zug in Richtung Essen abgefahren ist, ist in Mengede noch lange nichts von ihr zu sehen.

S2 in Castrop-Rauxel

Der neue 422er auf der S2 in Castrop-Rauxel Hbf

Bahnhof Castrop-Rauxel Hauptbahnhof

Bahnhofsgebäude von Castrop-Rauxel Hbf

Castrop-Rauxel

Kleiner Busbahnhof am Vorplatz

RE3 in Castrop-Rauxel

Rhein-Emscher-Express der Eurobahn in Castrop-Rauxel

Nächster Halt ist Castrop-Rauxel Hauptbahnhof. Dabei ist, wie man vielleicht leicht vermuten könnte, Rauxel kein Vorort von Castrop. Es handelt sich hier um die zusammengelegten Städte Castrop und Rauxel. Gerne wird bei diversen Rekorden scherzhaft relativiert: "Heute war´n 40 Grad in Castrop-Rauxel!" - "Iss klaa. 20 in Castrop, 20 in Rauxel...". Der Hauptbahnhof liegt außerhalb des eigentlichen Stadtkerns. Es gibt noch einen zentrumsnahen Bahnhof mit dem Namen "Castrop-Rauxel-Süd", dieser liegt jedoch an der Emschertalbahn. Diese hatte die Trasse des REX schon bei Huckarde verlassen. Während das Umfeld begutachtet wird, erzählt ein älterer Herr freundlich Geschichten über die Stadt. Leider hat er die ganze Zeit des Gesprächs einen dicken Tropfen Schnodder an der Nase, weshalb konzentriertes Zuhören bzw. in die Augen schauen irgendwie schwer fällt.

Etwa eineinhalb Jahre später steht exakt dieser Mann diesmal ohne Tropfen unter der Nase an der Bushaltestelle und wartet auf den selben Bus, mit dem auch ich fahren möchte. Der SB 22 Richtung Datteln bringt mich bis zur Haltestelle Wittener Straße. Der Mann bleibt noch sitzen, saß im Viererplatz gegenüber und wollte auf der Fahrt über wissen, wo ich denn hinfahren würde - seiner Meinung nach schaute ich so oft auf meine Karte und das Informationsdisplay unter der Decke. Na klar, zu weit fahren wollte ich natürlich nicht. Und wenn man in unbekannten Regionen ist... Von der Wittener Straße ist es ein Katzensprung zu einem technischen Meisterwerk: Dem Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop:

S2 in Castrop-Rauxel

Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop

S2 in Castrop-Rauxel

Troggerüst des Schiffshebewerks

Ausführlich eingegangen auf das Schiffshebewerk wird (demnächst) auf der Partnerseite ruhrgebiet-industriekultur.de. Es sei an dieser Stelle zu sagen, dass an diesem Ort drei Hebewerke unterschiedlichen Alters den Höhenunterschied zwischen dem Rhein-Herne-Kanal mit dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Dortmund-Ems-Kanal Richtung Dortmund überbrücken. Das markanteste Bauwerk ist das alte Hebewerk von 1899 (Bild). Mittels eines auf Tanks aufschwimmenden Troges wurden die Kanalschiffe wie ein Aufzug gehoben. 1962 wurde das benachbarte Neue Hebewerk eröffnet, das dem gleichen Prinzip folgt. 2005 wurde auch dieses bis auf weiteres geschlossen. Einzige Möglichkeit, vom unteren Niveau auf das des Dortmund-Ems-Kanals nach Dortmund zu gelangen, bildet eine Schleuse - die dritte Hebevorrichtung an diesem Ort. Teile der Anlage sind heute ein besuchbares Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Neben dem Hebewerk sind hier nach Verrichtung eines geringen Eintrittsgeldes auch Schiffe, eine Hubbrücke, Werftanlage und Antriebsanlagen zu besichtigen. Höhepunkt ist der Aufstieg auf das Hebewerk.

Mit SB 22 geht es irgendwann zurück zum Hauptbahnhof von Castrop-Rauxel und kurz nach der Ankunft fährt eine neue S2 aus Dortmund nach Essen ein. Seit 2009 besteht sie als eine der ersten Linien der S-Bahn Rhein-Ruhr nicht aus den uralten x-Wagen-Garnituren, sondern aus modernen Triebwagen des Typs ET 422. Es ist kein Vergleich zu den alten, teils noch in Original-Innenfarben verkehrenden x-Wagen. Orangefarbene Wände im Abteil, miefige, ausgesessene Ledersitze, knallende Türen, Rattern - alles ist vorbei. Der ET gleitet sanft mit gedämpften Innenraumfarben dahin.

Bahnhofsgebäude Herne

Bahnhof Herne

Emschertal-Bahn in Herne

Emschertal-Bahn von Dorsten nach Dortmund

Bahnhofsgebäude Herne

Bahnhofshalle von Herne mit Werbung für Dortmunder Unionbier

Schloss Strünkede Herne

Schloss Strünkede in der Nähe

Herne ("Heeaane" - je länger das E, desto besser) hat ein sehr schönes Bahnhofsgebäude. Der Bahnhof besteht aus zwei Inselbahnsteigen. Hier kommt die Emschertal-Bahn von Süden, um bis Wanne-Eickel auf der gleichen Trasse zu fahren. Es besteht direkter Umstieg zur U35 nach Bochum und zum Schloss Strünkede, einem Wasserschloss in einer Parkanlage.

Wanne-Eickel Hbf

Empfangsgebäude von Wanne-Eickel Hbf...

Wanne-Eickel-Hbf

 

Glückaufbahn / Nokiabahn in Wanne-Eickel

Glückaufbahn der Linie RB 46 nach Bochum Hbf

Wanne-Eickel

Wenig spektakuläre Bahnsteige - wenig genutzt

Weiter geht es zum Hauptbahnhof von Wanne-Eickel. Es ist neben dem "Mondpalast von Wanne-Eickel" und dem Lied "Der Mond von Wanne-Eickel" die einzige übrig gebliebene Bezeichnung dieser Orte in zusammengeschriebener Form. Wanne und Eickel sind heute Stadtbezirke von Herne und haben so nichts mehr miteinander zu tun. Eine Umbenennung des Hauptbahnhofs scheiterte jedoch am Widerstand der Bürger. In Wanne-Eickel verabschiedet sich die Emschertalbahn wieder, dafür begleitet den REX nun der silberfarbene LINT der Abellio Rail, der als "Glückaufbahn", früher "NOKIA-Bahn", zwischen Bochum und Gelsenkirchen pendelt bis zu seiner Endstation.

S2 in Gelsenkirchen Hbf

Gelsenkirchen Hbf

Gelsenkirchen Hauptbahnhof

Eingang von der Fußgängerzone aus

Glückauf-Bahn in Gelsenkirchen

Glückauf-Bahn in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen

Noch stehen die Zeichen auf Weihnachten

Und jetzt heißt es tapfer zu sein. Ich habe es lange aufgeschoben. Aber irgendwie gehört es ja auch ein bischen dazu. Und dann sieht auch noch der Bahnhof besser aus als der von Dortmund! Die Rede ist von Gelsenkirchen (Geelsenkiirchn). Und dessen Fußballverein aus dem Ortsteil Schalke, der auch die nächsten fünfzig Jahre garantiert maximal Vizemeister wird. Hinter dem Bahnhof gelangt man durch eine kleine, offene Einkaufspassage in die Fußgängerzone. Kann mir mal jemand erklären, warum alle Geschäfte bei Minustemperaturen die Tür offen stehen lassen müssen und dafür um so mehr heizen? Ein riesiger Energieverlust, der doch vermeidbar ist. In der Stadtmitte taut gerade eine Eisbahn ab. Das auslaufende Wasser gefriert allerdings wieder auf dem Pflaster, weshalb einige Passanten einen überraschenden Satz nach Vorne machen. Die Fußgängerzone. Kennt man eine, kennt man alle. Allerdings ist die Gelsenkirchener schön belebt. Die Geschäfte sind die gleichen wie in anderen Städten auch. Warum auch nicht.

Mit dem nächsten RE 3 findet ein großer Austausch statt. Viele möchten aussteigen, viele einsteigen. Ganz kurz ist der Zug fast leer.

Bahnhof Katernberg Süd

Katernberg Süd. Hier wackelts, wenn ein Zug durchfährt

Katernberg Süd Haltepunkt Zollverein Nord

... z.B. der hier - aber was macht der RE 6 auf der Strecke?!

Zeche Zollverein

Schacht XII der Zeche Zollverein in Essen-Katernberg

Zeche Zollverein

Zeche Zollverein

Zeche Zollverein

Benachbarte Kokerei Zollverein

Zeche Zollverein

ebenfalls frei besuchbares Gelände

Nun gibt es auf der Strecke eine Besonderheit. Üblicherweise brettert der REX durch den kleinen Haltepunkt Katernberg Süd durch. Es ist der nächstgelegene Haltepunkt zur Zeche Zollverein, die hier in direkter Nachbarschaft liegt. Vom Zug aus kann man den markanten Doppelbock auf Schacht XII sehen. Normalerweise hält hier in Katernberg Süd nur die S2. Doch der Normalzustand ist in der Zeit, in der das Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt erklärt ist (Jahr 2010), ausgesetzt. In Anlehnung an die Zeche heißt der Halt vorübergehend "Zollverein Nord" und der RE 3 macht hier Zwischenstation. Der Halt wird sogar zweisprachig angekündigt und es wird auf das Weltkulturerbe Zollverein hingewiesen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wird der Halt wieder umbenannt und der RE fährt auch wieder durch. Jedesmal, wenn ein Zug durchfährt, fängt das Stahldach heftig an zu schwingen. Mitsamt der Leuchtleiste und der Beschilderung. Unterhalb der Station halten auch die Straßenbahnen der Linie 107 zum Essener Hauptbahnhof. Mit ihnen lässt sich die Zeche und Kokerei in kürzester Zeit und bequem erreichen.

Mit einem mächtigen Knall öffnet sich bei einem Auto, was unter der Brücke herfährt, die Motorhaube. Im Blindflug legt der Fahrer eine Vollbremsung hin. Glück gehabt. Und mein Zug, die S2, fährt jetzt endlich ein. Während der Fahrt passieren wir die langen Gebäude der Kokerei. Es sei abschließend noch darauf hingewiesen, dass die Zeche und Kokerei Zollverein in einem Artikel auf der Partnerseite ruhrgebiet-industriekultur.de (Link zum Artikel über die Zeche und Kokerei Zollverein) näher betrachtet werden.

Bahnhof Altenessen

Schurenbachhalde Bramme

Bramme auf der Schurenbachhalde in Essen-Altenessen

Die S2 erreicht Altenessen. Hier hält auch wieder der Regionalexpress. Auch dieser Ort ist industriekulturell gesehen kein unbekannter. Hier steht auf der Schurenbachhalde eine 15 Meter hohe Bramme. Von Ferne ein unscheinbares Objekt, sobald man jedoch davor steht, ist das eine riesige Skulptur. Praktischerweise fährt mit der U11 eine U-Bahn von Altenessen bis kurz vor die Halde - es sind nur wenige Zwischenstationen.

Erreicht wird die Halde Schurenbach mit der Haltestelle Heßlerstraße. Auf dem Weg dorthin kommt man in den Genuss der schräpigen Haltestellenansage und dem Essen-typischen Gong. Zu Fuß steht man innerhalb einer Viertelstunde Fußmarsch auf dem Abraumberg. Welchen prominenten Menschen, der oben auf der Halde joggte, ich mit der Kamera kurz irritiert habe, weiß ich nicht. Das Gesicht kam mir jedenfalls bekannt vor. Auf der Halde steht mit einer Stahlbramme eine besondere Skulptur. Auch sie wird im Artikel auf der Partnerseite näher erläutert (Link zum Artikel über die Schurenbachhalde auf ruhrgebiet-industriekultur.de). Altenessen ist der letzte Halt vor Oberhausen.

Bahnhofsgebäude Oberhausen Hbf

Bahnhof Oberhausen im Spätsommer

Ruhrort-Bahn in Oberhausen Hbf

Ruhrort-Bahn nach Duisburg-Ruhrort, eine der kürzesten Linien

Ruhrort-Bahn in Oberhausen Hbf

Ruhrort-Bahn in Oberhausen

Weseler in Oberhausen

Der Weseler nach Wesel mit Gasometer

Oberhausen Hbf Museumsbahnsteig

Museums- und Geisterbahnsteig

Oberhausen Hbf Museumsbahnsteig

Schlackenpfannenwagen am Museumsbahnsteig

Der nächste Halt ist Oberhausen Hauptbahnhof. Hat der Bahnhof sieben Inselbahnsteige, sind zwei davon stillgelegt, haben aber dennoch als einzige ein modernisiertes Dach. Der eine Bahnsteig heißt "Museumsbahnsteig". Hier steht ein Museumszug bestehend aus einer Werkslok und zwei Waggons - einem Schlacken- und Torpedopfannenwagen zum Transport von Schlacke oder flüssigem Roheisen. Nachts ist diese Anlage farbig beleuchtet. Südlich vom Museumsbahnsteig befindet sich noch ein Geisterbahnsteig. Hier existiert der Bahnsteig an sich, ein kurzes Dach, ein Lastenaufzug... aber der Bahnsteig wird im Norden, wo eigentlich Schienen liegen müssten, durch eine Grasfläche und im Süden durch einen Parkplatz begrenzt. Museums- und "Geisterbahnsteig" verbindet eine kleine Brücke, gelagert auf Radsätzen, die auf kurzen Schienenstücken ruhen. Fast, als könnte man die Brücke ganz einfach wegrollen.

Insgesamt stellt sich der Bahnhof etwas schmuddelig dar. Viel Unkraut, kaputte Platten auf den Bahnsteigen, Müll. Dazwischen teilzerstörtes Mobiliar. Dazu kommt eine recht geringe Ausnutzung, trotzdem hier regelmäßig sogar Fernverkehr hält. Dagegen ist die Bahnhofshalle sehr modern und schön ausgebaut. Immerhin ist der Bahnhof ein wichtiger Knotenpunkt im westlichen Ruhrgebiet. Von hier aus verläuft die Strecke in die Niederlande, außerdem fahren Regionalexpresse und Regionalbahnen nach Düsseldorf, Dortmund, Wesel, Emmerich und Dorsten. Zusätzlich verkehrt hier die S-Bahn S2. Und die Regionalbahn der PEG nach Duisburg-Ruhrort, eine der kürzesten Linien Nordrhein-Westfalens.

Vom Hauptbahnhof fahren Straßenbahnen und Busse ins benachbarte CentrO und zum Gasometer. Auch diese beiden Ziele werden unter dem Bereich Industriekultur näher betrachtet und vorgestellt. Das CentrO ist dabei ein Einkaufszentrum, das auf dem Gelände der stillgelegten Gutehoffnungshütte errichtet wurde. Der Rhein-Emscher-Express fährt sogar direkt daran vorbei. Rechts das CentrO, links die Knappenhalde.

Gasometer Oberhausen

Der Gasometer in der "Neuen Mitte"

Centro

und das benachbarte CentrO, vom Dach d. Gasometers gesehen

Eisenheim

Siedlung Eisenheim, die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet

Centro Oberhausen

CentrO - ein zweigeschossiges Einkaufsparadies

Im CentrO endet an einer Eisbar die Erkundung der neuen Abschnitte des RE 3. Erneut wird in diesem Artikel auf die Partnerseite verwiesen (Artikel zur Neuen Mitte mit Centro, Gasometer, Siedlung Eisenheim und Knappenhalde auf ruhrgebiet-industriekultur.de). Hinter Oberhausen überquert der RE 3 bei Alstaden die Ruhr und erreicht den Hauptbahnhof von Duisburg.

RE 3 »Rhein-Emscher-Express« im RRX-Design auf der Ruhrbrücke bei Oberhausen-Alstaden

 

 

Exkursion Teil 3 - Oberhausen-Düsseldorf

Der "Rhein-Köttelbecke-Express" fährt von Oberhausen noch über Duisburg nach Düsseldorf. Ab hier deckt sich die Fahrtroute wieder mit der Linienführung des Nordrhein-Westfalen-Expresses. Es wird wieder auf diesen Artikel verwiesen. Der Vollständigkeit halber ist dieser Artikelabschnitt hier mit eingefügt.

Duisburg Hbf

Der Klotz von Duisburg Hbf

Rhein-Emscher-Express in Duisburg Hbf

Doppelter FLIRT-Fünfteiler als RE 3 in Duisburg

Rhein-Emscher-Express in Duisburg Hbf

Rhein-Emscher-Express in Duisburg Hbf

NRW-Express Duisburg

Stahlgerüst der Bahnsteigüberdachung

Wedauer in Duisburg

Der Wedauer der RB 37 nach DU-Entenfang - die kürzeste Linie

NRW-Express und "Niederrheiner" nach Xanten in Duisburg

Rheinorange an der Mündung der Ruhr in den Rhein

Ruhrmündung in Duisburg

Duisburgs Bahnhof hat eine sehr eigentümliche Form bzw. ein auffallendes, grünes Stahlgerüst. Duisburg, gesprochen "Düüsburg", bildet die Grenze zum Ruhrgebiet. Hier fließt die Ruhr in den Rhein. In der Mündung liegt der Hafen der Stadt, welcher der größte Binnenhafen der Welt ist. Die äußerste Markierung setzt die der betrachteten Bramme auf der Schurenbachhalde nicht unähnliche Skulptur "Rheinorange". Der Name der 25 Meter hohen Skulptur ist dabei ein Wortspiel, wird die Farbe, mit der sie lackiert ist, doch im RAL-Farbsystem als "Reinorange" bezeichnet.

Natürlich ist die Stadt auch bekannt für ihre Industrie für Kohle und Stahl. Berühmt ist der Stadtteil Meiderich für sein stillgelegtes Hüttenwerk. Dieses Stahlwerk wurde nach seiner Schließung nicht abgerissen, sondern in einem Landschaftspark integriert.

Landschaftspark Nord

Landschaftspark Nord in Meiderich: Hochofen 5

Landschaftspark Nord

Erz- und Kohlebunker

Landschaftspark Nord bei Nacht

Illumination bei Nacht

Landschaftspark Nord bei Nacht

Das Krokodil im Sturm

So ist ein Naherholungsgebiet inmitten einer Industriekulisse entstanden. Den alten Hochofen kann man besteigen und das alte Werk, teilweise von der Natur zurückerobert, von oben betrachten. In den alten Kohle- und Eisenbunkern finden sich Möglichkeiten zum Klettern, im benachbarten Gasometer kann man tauchen. Nachts wird das Gelände mit dem Namen "Landschaftspark Nord" am Wochenende und an Feiertagen farbig illuminiert. Ein letztes Mal sei auf die Partnerseite verwiesen - Artikel zum Landschaftspark Duisburg-Nord auf ruhrgebiet-industriekultur.de .

NRW-Express Flughafen Düsseldorf

Flughafen Fernbahnhof von Düsseldorf

NRW-Express Flughafen Düsseldorf

 

Skytrain Düsseldorf

Der Skytrain zum Terminalgebäude

Skytrain

 

Der NRW-Express fährt mit fünf Minuten Zeitverzögerung im Schlepptau ein. Der Zug ist voll bis zur Dachkante. Hinein kommt man noch, aber Sitzen kann man im Ansatz vergessen. Weiter als in den Flur kommt man nicht, aber es dauert ja nicht lange. Ich würde ja gerne jetzt schreiben :"Es geht weiter nach...". Aber das tut es nicht! Der Lokführer spricht jetzt schon zum dritten Mal "Geeeebt doch mal bitte die Türen frei!" Es ist heiß, die Klimaanlage wirkt hier unten im Flur nicht. Man versucht sich zusammenzuquetschen - und es geht irgendwann los. Und dann ist es besonders schön, wenn der Körpergeruch bei vereinzelten Personen besonders ausgeprägt ist.

Parallel zur Fernbahn verläuft die S-Bahnstrecke auf einer langen Geraden. "Nächster Halt: Düsseldorf Flughafen.... Näxt stabb: Dusseldorf Ärport". Nach frischer Luft ringend steigen ein paar Leute mit mir aus, allerdings möchte etwa die doppelte Anzahl IN den Zug einsteigen. Der Bahnhof ist ein moderner und auch relativ neuer Halt. Geschwungenes Dach und statt Rolltreppen Rollbänder, auf dem man auch Koffer oder Kulis bequem fahren kann. Im Jahre 1996 gab es im Flughafen einen schweren Brand, bei dem zwei Terminals stark beschädigt wurden. Ursache dabei waren Schweißarbeiten. Die Terminals wurden neu gebaut, weshalb Düsseldorf International heute einer der modernsten und brandtechnisch sichersten Flughäfen der Welt ist. Direkt vom Bahnhof fährt der Skytrain zum Terminalgebäude des Flughafens. Ähnlich wie bei der TU Dortmund ist es eine Hängebahn, die bisher mehr oder weniger zuverlässig die Passagiere zu ihrem Flug brachte. Ich verweise auf den separaten Artikel zum Skytrain.

Auf geht´s in die Landeshauptstadt Düsseldorf, der Endstation des Rhein-Emscher-Expresses.

NRW-Express Düsseldorf

Düsseldorf Hbf Eingang Altstadtseite

NRW-Express Düsseldorf

Skyline am Rheinufer

NRW-Express Düsseldorf

Hochhaus in Form eines großen Stadttors

NRW-Express Düsseldorf

Gehry-Bauten im Medienhafen

Düsseldorf ist die Landeshauptstadt von NRW und zugleich kreisfreie Stadt mit dem Kennzeichen D. Hier am Rheinufer befindet sich der Landtag im Schatten des markanten Rheinturms und in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, in der sich Kneipe an Kneipe reiht, wo das typische Altbier oder kurz "Alt" gezapft wird. Hier heißt die Bedienung "Köbes" und man sollte bloß nicht versuchen, bei dieser traditionell strengen und rheinisch herben Person ein Kölsch zu bestellen. Bekanntlich besteht zwischen Köln und Düsseldorf eine alte Hassliebe - nicht nur beim Karneval, der auch hier in Düsseldorf groß gefeiert wird. Hier grüßt man sich traditionell dann mit "Helau", in Köln mit "Alaaf".
NRW-Express Düsseldorf
NRW-Express Düsseldorf

Die Stadt hat ein gut ausgebautes Straßenbahn- und U-Bahnnetz, wenn die Bahnen auch nicht mehr die neusten ihrer Art sind. Direkt vor der Tür und unter dem Bahnhof hält der Stadtverkehr. Apropos Stadtverkehr: Düsseldorf kann man als Neapel von Deutschland bezeichnen - betrachtet man das Fahrverhalten der Autofahrer. Meist rücksichtslos, schnell, etwas aggressiv und grundsätzlich ohne Geduld. Für Auswärtige kann eine Fahrt durch die Stadt schonmal etwas anstrengend werden. Dafür gibt es an Fußgängerampeln eine Gelbphase. Ein orangefarbener Strich bildet die Vorwarnung vor dem roten Ampelmännchen, welches zeitgleich mit der grünen Ampel des Straßenverkehrs aufleuchtet. Etwas gewöhnungsbedürftig also für Ortsfremde.

Und hier in Düsseldorf sollte man nun wirklich aussteigen, denn hier ist für den REX Endstation. Im Jahr 2009 brannte ein Rotling-Steuerwagen des Rhein-Emscher-Expresses im Hauptbahnhof spektakulär nach einem technischen Fehler in einem Sicherungskasten ab.

Nach kurzer Zeit fährt er wieder in Richtung Hamm im östlichen Ruhrgebiet zurück. Vom Rheinland zurück nach Westfalen.

Sebi on Tour - friert demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)

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Weitere, thematisch passende Nahverkehrsartikel:

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Vertiefende Artikel auf Ruhrgebiet-Industriekultur.de:

Landschaftspark Nord www.ruhrgebiet-industriekultur.de
Zeche Zollverein / Kokerei Zollverein www.ruhrgebiet-industriekultur.de
Schurenbachhalde www.ruhrgebiet-industriekultur.de
Schiffshebewerk Henrichenburg < folgt demnächst >
Rheinorange www.ruhrgebiet-industriekultur.de
Neue Mitte Oberhausen (Centro, Eisenheim, Gasometer) www.ruhrgebiet-industriekultur.de

(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de

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