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Nahverkehr in NRW: Teil 52 - RE 10: Der Niers-Express

Der Niers-Express ist eine Regionalexpresslinie zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Kleve im äußersten Nordwesten Nordrhein-Westfalens.

Niers-Express. Was für ein Name! Automatisch muss man daran denken, wie im Biologieunterricht in der Schule Rindernieren seziert wurden. Aber wer die Nahverkehrs-Berichte einigermaßen verfolgt und den Einleitungs- text zum Nahverkehr in NRW aufmerksam gelesen hat, wird darauf kommen, dass es sich beim Namensgeber um einen Fluss handeln muss. In der Tat fließt hier das Flüsschen Niers, welches bei Erkelenz (Nähe Mönchengladbach) entspringt und dann nach ca. 120 Kilometern in den Niederlanden in die Maas mündet. Der Autor muss allerdings zugeben, dass er bis zu jener Exkursion von diesem Flüsschen nie etwas gehört hat.

Die Strecke wurde 1856 bzw. 1863 eröffnet, zwei Jahre später erfolgte der Ausbau nach Nimwegen (Nijmegen) in den Niederlanden via Kranenburg. Ab Kleve ist die Strecke jedoch seit 1999 stillgelegt, der Personenverkehr wurde 1991 eingestellt. Mit der Einrichtung der "Grenzland-Draisine" kann man sich auf zwei Strecken heute sportlich und touristisch ohne Taktverkehr zwischen Kleve, Kranenburg und Groesbeek bewegen (Link ganz unten).

Der RE 10 fährt hier werktags im Halbstundentakt. Betrieben wird die Linie zurzeit von der NordWestBahn (NWB), die Triebwagen des Typs LINT 41 in Einfach- oder Doppeltraktion einsetzt. Vor dem Dezember 2009 fuhr die DB Regio NRW hier mit Triebwagen der Baureihe 628.4 und 643 (Talent). Anfangs kam es nach der Umstellung durch das geringere Platzangebot zu Überfüllungen der Züge, insbesondere in der Berufs- und Schülerstoßzeit. Inzwischen werden die meisten Züge doppelt bestellt und gefahren.

Linienplan RE 10 Niers-Express

Die Linie bietet an den Knotenpunkten Düsseldorf und Krefeld recht gute Anschlussmöglichkeiten aus Richtung und zum Niederrhein. In Düsseldorf werden durch den Halbstundentakt alle wichtigen RE- und RB-Linien, S-Bahnen und Fernverkehrslinien erreicht. In Krefeld besteht Umsteigemöglichkeit zum RE 7 nach Münster bzw. Rheine via Köln, zum RE 2 nach Mönchengladbach und Münster via Essen sowie zur RB 33 nach Wesel via Duisburg und nach Aachen. Neuss Hauptbahnhof wird so gerade zwischen Düsseldorf und Meerbusch-Osterath umfahren.

Geographisch gibt es wenig Abwechslung. Die Strecke verläuft etwa 90 km durch den ebenen und landwirtschaftlich aktiv genutzten Niederrhein. Daher durchquert die Bahnstrecke viele Felder und Weiden. Bei Düsseldorf-Hamm wird der Rhein überquert. In der Nähe von Kleve berührt der Niers-Express die kleinen Landschaften Gocher Heide, Reichswald und Düffel.

Die Exkursionen:

Der Niers-Express wurde inzwischen in zwei Exkursionen betrachtet. Die erste verlief im März 2009 vor der Übernahme des Betriebs durch die NordWestBahn, die zweite ein halbes Jahr danach im Frühsommer 2010. Daher sind in den Fotos die Züge mal rot und mal blau-gelb.

Die Anreise erfolgt auf dem kürzesten Wege von Fröndenberg über Hagen bis Düsseldorf Hbf mit RB 54, RE 17 und RE 13. Da der Hauptbahnhof in anderen Berichten hinreichend betrachtet wird, wird auf ihn nicht weiter eingegangen (man beachte dazu den Artikel zum RE 1, siehe Link unten). Gegenüber von dem Gleis, an dem der Maas-Wupper-Express aus Hagen angekommen ist, steht bereits der noch recht neue Triebwagen des Typs LINT 41 in zwei Einheiten. Seit an Seit mit der Erft-Bahn nach Köln. Es dauert noch etwa eine Viertelstunde, bis er abfährt. Durchdringendes Piepen, wenn die Türen schließen, stört beim Lesen.

Pünktlich verlässt der Zug den Hauptbahnhof der Landeshauptstadt und zunächst geht die Fahrt etwa eineinhalb Stunden bis nach Kleve. Bis kurz vor Neuss nutzt er die Trasse, die auch der Maas-Wupper- Express fährt. Also geht es bei Düsseldorf-Hamm über den Rhein und durch den Neusser Hafen. Den Hauptbahnhof der Stadt Neuss selbst fährt der Zug jedoch nicht an. Kurz davor, man kann ihn so gerade noch sehen, biegt die Strecke nach Nordwesten ab.

Niers-Express im Bahnhof Kleve

Niers-Express der NordWestBahn an der Endstation in Kleve

Kleve Bahnhof

Bahnhofsgebäude von Kleve

Streckenende in Kleve

Streckenende Richtung Niederlande

RE 10 in Kleve

Der alte Niers-Express zu DB-Zeiten: Baureihe 628.4

Schwanenburg

Schwanenburg über der Stadt

Fußgängerzone in Kleve

Schwanenburg hoch über der Stadt

Die Endstation der Linie RE 10 befindet sich in Kleve. Zugleich endet hier auch die ehemals nach Nijmegen führende Strecke, hinter dem Bahnhof befindet sich ein Puffer. Der Bahnhof selbst ist zweigleisig, nachdem die Strecke eingleisig aus Bedburg-Hau eingelaufen ist. Am Hausbahnsteig steht das Empfangsgebäude, es ist auch der, an dem der RE 10 aus Düsseldorf ankommt und dorthin wieder abfährt. Gleis 2 wird im Normalbetrieb nicht benutzt. Eine Brücke überquert die Gleise, doch kaum einer nutzt sie. Man marschiert hier über die beiden Schienenstränge, die unter der Brücke zusammenlaufen bis eben zum Puffer. Aber als Vorbild...

Kleve erwacht gerade noch, die Geschäfte öffnen soeben. Langsam belebt sich die Fußgängerzone. Hoch über der Stadt steht auf einer Anhöhe die Schwanenburg mit dem mächtigen Turm, der schon von Weitem sichtbar ist.

Zeitreise ins Jahr 2009. Mit dem nächsten Zug geht es eine Station zurück. Diesmal ist es ein doppelter DB-Talent der Baureihe 643. Es geht nur ein kurzes Stück zurück Richtung Landeshauptstadt. Am nächsten Halt in Bedburg-Hau steige ich aus dem Zug wieder aus.

RE 10 in Bedburg-Hau

Kreuzungsbahnhof Bedburg-Hauauf der eingleisigen Strecke

Bahnhof Bedburg-Hau

Bahnhofsgebäude, wo auch in einem Anbau der Stellwerker sitzt

Bahnübergang in Bedburg

Bahnübergang

Niers-Express in Bedburg-Hau

Talent der DB in Bedburg-Hau als RE 10 nach Düsseldorf

Niers-Express in Bedburg-Hau

Ehemaliger Niers-Express in Bedburg

Rheinische Kliniken Bedburg-Hau

Ein Gebäude der Rheinischen Kliniken am Bahnhof

Direkt am Bahnhof befinden sich die Rheinischen Kliniken mit dem Schwerpunkt neurologischer und psychischer Krankheiten. Praktisch, dass der Ortsteil dann Hau heißt (also wie der sprichwörtliche Hau in der Glocke). Auf dem Luftbild sieht es aus wie ein Villenviertel, liegen hier doch große Gebäude weit verteilt innerhalb einer waldartigen Parklandschaft. Der Bahnhof selbst ist Kreuzungsbahnhof auf der hier eingleisigen Strecke. Ein Stellwerker bedient die Formsignale. Kreuzten sich die Züge im Jahr 2009 noch über das jeweils rechte Gleis, ist das heute genau andersherum.

Jemand fragt mich vor dem Bahnhof, ob ich wüsste, wo der Mühlenweg ist. Ich habe keine Ahnung, weise auf den Stadtplan am Bahnhof hinter mir. Ohne Straßenindex finden wir den gesuchten Weg nicht, auch nicht nach minutenlangem Absuchen der Karte. Und ein Handy mit Navigation hatte ich damals noch nicht. Eine vorbeifahrende Fahrradfahrerin meint, es wären zwei Minuten Fahrtzeit. Geradeaus, dann links, bis zur Tanke und dann links... irgendwie so. Der Typ schultert seinen Rucksack und macht sich joggend auf den Weg. Zwei Minuten... Ähm... hallo! Hallo!! Sie sagte FAHRT-Zeit! Also mit dem Auto...! Zu spät, er hört nicht mehr und entfernt sich im Laufschritt immer weiter. Laut GoogleEarth liegt der Mühlenweg übrigens rund acht Kilometer entfernt. Kein Wunder, dass er auf dem Stadtplan nicht drauf war. Vielleicht kam er ja zum Kaffee an.

Apropos acht Kilometer: In genau dieser Distanz entfernt zu Bedburg-Hau befindet sich Kalkar, gelegen direkt am Rhein. Hier begann man 1972 mit dem Bau eines Atomkraftwerkes. Der Reaktor hierbei sollte ein "Schneller Brüter" sein. Fertiggestellt wurde das AKW 1985. Doch nach massiven Protesten und auch nach dem Super-GAU in Tschernobyl 1986 wurde nie eine Lizenz zum Betrieb erteilt. Da die Anlage nie in Betrieb gegangen ist, konnten die nicht-strahlenbelasteten Gebäude und das Gelände unter neuem Zweck genutzt werden. Heute befindet sich dort das »Wunderland Kalkar« (ehemals »Kernwasser Wunderland«), ein Freizeitpark mit Hotel. Damit wurde das umgerechnet über drei Milliarden Euro teure Bauprojekt zu einer der größten nutzlosen Investitionen der Bundesrepublik. Nordrhein-Westfalen hat damit zur Zeit kein aktives Atomkraftwerk, wurden die AKWs Würgassen und Hamm-Uentrop sowie der Forschungsreaktor in Jülich doch alle stillgelegt.

Bahnhofsgebäude Goch

Bahnhof Goch von der Gleisseite

Bahnhof Goch

Das Bahnhofsgebäude von der Straßenseite

Signale in Goch
Niers-Express im Bahnhof Goch

Der nächste doppelte 628 bringt mich immer noch 2009 nach Goch. Auch dieser Bahnhof ist für eine Zugbegegnung ausgelegt. Aber hier kreuzt sich nichts. Dafür kommt mir das Bahnhofsgebäude schon vor Ort sehr bekannt vor. Dieser Bahnhof stand doch jahrelang auf meiner uralten H0-Eisenbahnplatte! Wie ich inzwischen weiß, wurde der in den 1950er Jahren neu gebaute Bahnhof in den 60ern nämlich von der Firma Faller als Bausatz herausgegeben. Allerdings nicht unter dem Namen Goch, sondern - wie auf den Fotos unten zu sehen - als Bahnhof Neustadt. Wenn man mal ein wenig vergleicht, fallen einem für die Zeit der Herausgabe ungewöhnlich viele Details auf. Scrollen Sie doch mal hin und her. Nur die Fenster des Gastwirtschaftsbereiches scheinen erneuert worden zu sein. Sogar die Bahnhofshalle innen stimmt - auch wenn der Schalter ein wenig modernisiert wurde. Die Halle ist auch heute noch zugänglich und besitzt ein kleines Reisezentrum.

Modell Bahnhof Goch / Neustadt

Bahnhof "Neustadt" von Faller: Ein Recht originalgetreues Modell des Bahnhofs Goch

Modell Bahnhof Goch / Neustadt

Die Wartezeit zwischen zwei Zügen reicht für einen kurzen Rundgang durch die Stadt über den Marktplatz und durch das Steintor. Dabei überquere ich auch endlich bewusst das Flüsschen Niers, das sich als gemächliches Gewässer in Richtung Niederlande den Weg bahnt.

Goch

Häuser in der Innenstadt

Goch

Evg. Kirche am Markt in Goch

Goch

Steintor

Der nächste doppelte 628 fährt am Bahnhof ein. Nächster Halt ist Weeze. Den Namen kennen Sie vielleicht, sofern Sie mal mit einem Billigflieger vom gleichnamigen Flughafen in den Süden geflogen sind. Ausgesprochen wird der Ortsname übrigens wie geschrieben. Mit langem E und Z. Haltestellenansagen in zwei Sprachen machen heute zu NWB-Zeiten auf den Bus-Shuttle vom Bahnhofsvorplatz aufmerksam, zumindest aus Richtung Düsseldorf kommend. Englisch spricht die gute Dame den Ort wie eine Rasenfläche aus: "Wiese airport".

Niers-Express in Weeze

Niers-Express wartet im Bahnhof von Weeze auf den Gegenzug

Bahnhof Weeze

Empfangsgebäude und Stellwerk

Weeze

Innenstadt von Weeze: die rote Farbe dominiert hier etwas

Weeze

Blick in eine Seitenstraße

Rathaus Weeze

Das Rathaus passt so gar nicht in die Architektur des Ortes

Weeze

 

Der Bahnhof ist wieder einmal Kreuzungsbahnhof, diesmal wird er aber auch seiner Funktion gerecht. Der Lokführer des Gegenzuges verbemst sich allerdings etwas und rutscht zu weit durch. Das Formsignal kann der Lokführer jedenfalls nicht mehr sehen. Es sieht schon sehr komisch aus, wie er versucht, sich aus dem Fenster beugend und senkrecht nach oben schauend, zu erkennen, ob nun der Flügel geschlossen oder geöffnet ist. Er kann es einfach nicht direkt von unten sehen. Der Zugbegleiter erlöst ihn und pfeift helfend ab.

Das Bahnhofsgebäude sieht nett aus. Werbeplakate zeigen, dass hier ein Computerladen untergebracht sei. Aber irgendwie sieht dieser nicht wirklich geöffnet aus. Vielleicht ist es aber auch nur die falsche Uhrzeit. Wie man an der Uhr der Kirche rechts im Bild sieht, ist gerade Mittagszeit. Möglicherweise schreibt man hier Mittagsruhe noch ganz groß.

Weeze an sich ist eine ruhige Kleinstadt. Backstein, soweit das Auge reicht. Sogar auf dem Boden. Die ganze kleine Innenstadt ist mit den roten Steinen gepflastert. Das kleine Hochhaus von Rathaus passt irgendwie von der Architektur so gar nicht ins Umfeld. Direkt an der Stadt fließt wieder die Niers vorbei. Hier steppt der Bär. Man trifft kaum Menschen. Und die man trifft, schauen kritisch auf die Kamera in meiner Hand. Als ob ich wie ein Einbrecher aussehe, der hier nur auskundschaftet, wo man günstig einsteigen kann....!

Nach dem Plan geht es stupide weiter. Ein Ort weiter ist Kevelaer. Dieser Ort wird nicht ganz so gesprochen wie geschrieben. Das zweite E hat wie in "Soest" (sprich: Soost) eine Dehnungsfunktion. Sagen Sie doch einfach "Kewelaa". Die Stadt ist ein Wallfahrtsort. Im Zentrum steht die Basilika, davor eine kleine Kapelle.

Kirche in Weeze

Praktisch, so ein Wallfahrtsort mit Gleisanschluss. Jährlich pilgern etwa eine Millionen Menschen in die Stadt. An der benachbarten Kirchenwand werden die vielen angezündeten Kerzen vom Wind nach und nach ausgepustet. Apropos Wind. Genau am Pilgerzentrum der Marienerscheinungen und Wunderheilungen verdunkelt sich der Himmel. Dicke Wolken schieben sich vor die Sonne. Ein böses Omen?

Bahnhof Kevelaer

Der Bahnhof Kevelaer

Gnadenkapelle in Kevelaer

Gnadenkapelle Kevelaer

Niers-Express in Kevelaer
Kevelaer

Auch ein Halt weiter ist Geldern ist komplett abgeschattet. Es ist immer noch ungemütlich - so macht es keinen Spaß. Der Bahnhof hat ein kleines Bahnhofsgebäude und statt der üblichen Unterführungen eine Fußgängerbrücke. Für Rollstühle oder Kinderwagen gibt es einen kleinen Bahnübergang. Auch hier arbeitet ein Strippenzieher - wie an so gut wie allen Bahnhöfen auf der Strecke ab Krefeld. Schule ist aus - hunderte von Schülern aller Altersklassen strömen vom Stadtzentrum, wo auf dem Marktplatz heute der Wochenmarkt stattfindet, zum ZOB und zum Bahnhof. Der einfahrende Talent wird gestürmt, schon bei der Einfahrt werden folgen die Horden den Türen nach.

Bahnhof Geldern

Bahnhof Geldern

Niers-Express in Geldern

RE 10 nach Kleve fährt raus

Der Solo-Talent ist voll bis unter das Dach. Natürlich sind die Züge dann am kürzesten, wenn man am meisten Kapazität benötigt. Doch die meisten steigen mit mir schon ein Halt weiter aus. Und weil ich zaubern kann, steige ich im schönsten Sonnenschein aus einem doppelten blau-gelben LINT der NordWestBahn - die Schülermassen allerdings genau so groß. Der Ort heißt Nieukerk.

Niers-Express in Nieukerk

Bahnhofsgebäude von Nieukerk

Nieukerk Webermarkt

Webermarkt mit St. Dionysius

Webermarkt in Kerken

Am Brunnen steht ein Weber (es ist eindeutig Fußball-WM 2010)

Rathaus in Nieukerk

Stadtverwaltung von Kerken

Nieukerk

Webermarkt von Süden gesehen

Bahnhof von Nieukerk

Bahnhofsgebäude in Nieukerk

Bevor Sie sich die Zunge abbeißen: Sagen Sie einfach Neukerk. So wird der Ort nämlich ausgesprochen. Zusammen mit Aldekerk bildet er die Stadt Kerken. Ähnlich wie Weeze handelt es sich hierbei um eine sehr kleine Stadt mit nur rund 13.000 Einwohnern. Im Zentrum stehen Backsteinhäuser, die am kleinen Webermarkt ein nettes Ensemble bilden. Die einzige Person, die einem hier im Ort begegnet, ist ausgerechnet aus Kupfer und eine mannsgroße Weberfigur. Sonst ist hier der Hund begraben.

Der Bahnhof ist zweigleisig und wird von einem hoch gelegenen Stellwerk beobachtet. Das ist auch für die Sicherung des nahegelegenen Bahnübergangs zuständig. Tatsächlich wird hier noch von Hand gekurbelt. Das Bahnhofsgebäude ist ebenfalls saniert und wird von einer Glaubensgemeinschaft genutzt.

Bahnhof Aldekerk

Bahnhof Aldekerk am Ortsrand mit viel Grün

Pluspunkt in Aldekerk

Pluspunkt auf dem Hausbahnsteig

Bahnhofsgebäude in Aldekerk

Nicht mehr ganz taufrisches Bahnhofsgebäude

Bahnhof Aldekerk

Blick durch Büsche auf den Bahnhof

Wilde Wiese in Aldekerk

Margeriten, Nelken und Disteln wachsen am Bahnsteigrand

Niers-Express in Aldekerk

RE 10 von Düsseldorf nach Kleve in Aldekerk

Der Ortsteil Aldekerk bildet die südliche Grenze des Kreises Kleve. Der Bahnhof besitzt ein Empfangsgebäude, das allerdings zur Zeit des Besuches leerstand. Eine Brücke verbindet die Bahnsteige, auf Räder angewiesene Personen können einen nahegelegenen Bahnübergang nutzen. Das hier befindliche Stellwerk bedient nur eine Blockstelle. Mit der wilden Wiese im Rücken wird in der Sonne erstmal Mittag gemacht.

Der nächste LINT in Doppeltraktion bringt mich von Kerken nach Kempen - die erste größere Stadt.

Bahnhof Kempen Niederrhein

Bahnhof Kempen (Niederrhein)

Niers-Express in Kempen

Zugbegegnung im Bahnhof

Niers-Express der NWB in Kempen

Niers-Express vor dem Arnoldgebäude in Kempen

Unferführung im Bahnhof Kempen

Großzügige Unterführung mit Freitreppe und Rampe

Bahnhofsgebäude Kempen

Bahnhofsgebäude von Kempen

RE 10 Niers-Express in Kempen

Niers-Express verlässt Kempen Richtung Kleve

Bahnhof Kempen

Freitreppe und Rampe von der Fahrradstation

Kuh-Tor Kempen

Das Kuh-Tor in Kempen

Kempen

Farbwechsel an der rosafarbenen Probsteikirche

Kuhstraße in Kempen

Kuhstraße mit Blick zum alten Stadttor

Kurkölnische Landesburg Kempen

Die Kurkölnische Landesburg nahe der Innenstadt

Kempen

Innenstadtgassen

Von Kerken nach Kempen. Ein schön renovierter Bahnhof und ähnlich aufgebaut wie alle anderen gesehenen, nur etwas größer und komfortabler. Ein weiß gestrichenes Bahnhofsgebäude, großzügige Unterführung, eine Radstation.

Nicht weit vom Bahnhof steht die Kurkölnische Landesburg. Von hier aus ist es ein Katzensprung in die Innenstadt. Die zeigt sich als historische Altstadt. Sie verläuft in schmalen Straßen und Gassen rings um die rosafarbene Kirche. Im Norden begrenzt das Kuh-Tor als einziges erhaltenes Stadttor die Innenstadt.

"Der »Niers-Express« nach Düsseldorf - Abfahrt 13:45 Uhr - hat wegen eines Personenunfalls im Bahnhof Geldern unbestimmte Verspätung." Punkt. Guter Rat ist nun teuer. Personenunfall klingt nach Suizid und es ist eher unwahrscheinlich, dass dann der Zug noch fährt. Der nächste Bus nach Krefeld fährt vom Bahnhofsvorplatz in einer Dreiviertelstunde und benötigt etwa die selbe Zeit für die Fahrt. Also erst einmal abwarten, was passiert. Was aber immer wieder interessant ist, ist, dass plötzlich die Leute miteinander reden, gemeinsam planen oder einfach nur beisammen stehen. Alkoholiker neben Krawattenträger, Reisender neben Schüler. Und Japanerin neben mir. "I didn´t understand, what he said - could you translate it, please?" Den Gefallen tu ich ihr und bereite sie schonmal mental auf eine Busfahrt vor. Vom Taxistand hört man "Für 20 Euro zum Hauptbahnhof - okay...". Die ersten haben sich abgesetzt. Kenner der Region erzählen von Busumstiegen. "Bis Tönisvorst und dann weiter... geht ganz fix." Nur warum er dann hier noch steht, bleibt ein Rätsel. Die Japanerin hat sich offenbar ebenfalls durchgefragt und ist verschwunden.

"Der »Niers-Express« nach Düsseldorf - Abfahrt 14:15 Uhr - hat wegen eines Personenunfalls im Bahnhof Geldern unbestimmte Verspätung." Ruft einer: "In Krefeld wissen die schon, dass der eineinhalb Stunden später kommt!!" - er hatte mit seiner Frau telefoniert, die wohl am Bahnhof wartete. Inzwischen fuhren zwei Gegenzüge Richtung Kleve. Warum die nicht bis Nieukerk fahren und dann wieder zurück, bleibt das zweite Rätsel dieses Tages. Eine Dreiviertelstunde Später kommt der Bus nach Krefeld, alle drängen sich hinein. Der Busfahrer will gerade losfahren, da ruft einer "da kommt ´n Zuch!" - Türen wieder auf, alle raus, Treppen rauf und in den Zug gestürmt. Fünf Minuten Fahrtzeit sind besser als 45. "Dieser Zug endet wegen der hohen Verspätung außerplanmäßig in Krefeld...."

Der Personenunfall hatte sich übrigens tatsächlich als Unfall und nicht als Suizid dargestellt - eine Schülerin (11 Jahre) war in Geldern bei der Einfahrt des Zuges gestolpert und gegen die Seitenwand gefallen und war gemäß einiger Zeitungsberichte nur leicht verletzt. Guter Schutzengel.

RE 10 in Krefeld

Kuppelhalle des Krefelder Hauptbahnhofs mit altem RE 10

Krefeld Hauptbahnhof

Bahnhofsgebäude von der Westseite mit Straßenbahnstation

Krefeld hat eine helle, dreibogige Halle über den Bahnsteigen. Hier im Hauptbahnhof hat der RE 7 »Rhein-Münsterland-Express« seine Endstation. Und weil es mit dem RE 2 gleich zwei Verbindungen nach Münster gibt, wird beim RE 7 in der Zielanzeige "Münster über KÖLN" angezeigt. Man ist mit dem RE 2 nicht nur schneller, sondern hat unter Umständen im RE 7 ein falsches Ticket. Der fährt ja erst aus dem Tarifgebiet des VRR nach Köln, bevor er durch das Bergische Land nach Hamm und Münster rollt.

Niers-Express in Krefeld-Oppum

Der RE 10 »Niers-Express« in Krefeld-Oppum

Bahnhof Krefeld-Oppum

Südlicher Bahnhofszugang in Oppum

Rhein-Niers-Bahn in Krefeld-Oppum

RB 33 »Rhein-Niers-Bahn« von Aachen nach Duisburg

Unterführung des Bahnhofs Krefeld-Oppum

Unterführung mit Licht-Farbwechsel an der Wand

RE 7 in Oppum

In Oppum hält auch der RE 7 »Rhein-Münsterland-Express«

RE 10 in Oppum Bahnhof

LINT der NordWestBahn in Krefeld-Oppum, Gleis 4

Zehn Minuten später fährt der nächste RE 10 erstaunlich pünktlich nach Düsseldorf und bringt mich in den Krefelder Vorort Oppum. Der Bahnhof ist kleiner Vorort-Umsteigeknoten, biegen hier RE 7 und 10 doch nach Süden ab. Neben den genannten halten hier auch die Züge der RB 33 nach Wesel und Aachen. Es existieren drei Bahnsteige und vier Gleise. Sie sind durch deine Unterführung miteinander verbunden, die durch Lichtkunst aufgewertet wird. Recht nah am Bahnhof steht die Wasserburg Linn im gleichnamigen Vorort.

Eine halbe Stunde später bringt mich der »Niers-Express« zum einzigen Bahnhof zwischen Oppum und Neuss, nach Meerbusch-Osterath.

Bahnhof Meerbusch-Osterath Meerbusch-Osterath Bahnsteig

Der Bahnhof Osterath liegt mitten im Meerbuscher Vorort. Das Bahnhofsgebäude macht durch seine interessante Holzverkleidung mit Streifen einen ansprechenden Eindruck, trotz Teilleerstand. Es gibt zwei Bahnsteige, die jeweils nur über einen etwas entfernt gelegenen Bahnübergang erreicht werden. Meerbusch selbst liegt östlich von Kaarst nah am Rhein und wird von Osterath durch den großen Meerbuscher Wald getrennt.

Nur kurz nach dem RE 10 folgt der nächste »Rhein-Münsterland-Express« nach Rheine. Am nächsten Halt in Neuss Hauptbahnhof verlasse ich den Zug, hier besteht günstiger Anschluss an den RE 13 zurück nach Hagen...

Sebi on Tour - demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)

Zusatzinformationen:

Grenzland-Draisine Kleve-Groesbeck www.grenzland-draisine.eu
Wunderland Kalkar: www.wunderlandkalkar.eu

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