
KBS 437 - Die Hönnetalbahn: Bahnhöfe und Haltepunkte
Bahnhof Neuenrade - "ENRA"
Die Stadt Neuenrade liegt im Sauerland inmitten des
Märkischen Kreises. Auf dem Stadtgebiet entspringt die Hönne, die der
Bahnstrecke den Namen gibt und diese bis Fröndenberg begleitet. Als höchster Punkt der Strecke bietet die Stadt mit 300 Metern über Normalhöhennull sogar im
Winter ein Skigebiet. So kann es vorkommen, dass in Unna keine Flocke Schnee auf
der Straße zu sehen ist, in Neuenrade aber "metertief" der Schnee liegt.
Neuenrade
ist Endpunkt der Hönnetalbahn, das Streckenende liegt etwa bei Kilometer 22 -
gezählt von Menden. Von der
einstigen Größe des Bahnhofs ist nicht viel übrig geblieben. Erhalten ist nur noch das
Hauptgleis, welches direkt hinter dem Bahnsteig am Puffer endet, alle anderen Ausweich- und Abstellgleise wurden abgerissen. Damit sind in
Neuenrade keine Rangier- und Wendefahrten mehr möglich, lokbespannte
Sonderzüge können nicht mehr fahren geschweige denn dem Regelverkehr
ausweichen. Im Norden schließt sich der Bauhof der Stadt an.
Schaut man sich die Karte an, so wundert man sich, dass die Hönnetalbahn in Neuenrade ihr Ende gefunden hat. Nur etwa drei Kilometer südlich befindet sich der Bahnhof Werdohl an der Ruhr-Sieg-Strecke, der Hauptverbindung zwischen Hagen und Siegen. Zwischen Neuenrade und Werdohl liegt jedoch ein höherer Berg und ein recht großer Höhenunterschied. Entsprechende Planungen zur Anbindung an Werdohl wurden fallengelassen. Ein Bus verkehrt halbstündlich zwischen den Bahnhöfen, wenn auch die Abfahrtszeiten nicht an den Bahnverkehr angepasst sind - die Hönnetalbahn nach Unna wird beispielsweise um Minuten verpasst. Im Jahr 2010 finden jedoch Zeitplananpassungen statt.

Bahnhofsgebäude von Neuenrade
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Der Puffer markiert das südliche Ende der Hönnetalbahn
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Der Bahnhof besitzt ein schmuckes Empfangsgebäude. Nach seiner Schließung 1975 als Fahrkartenausgabe ist es 1992 ausgebrannt. Jahrelang blickte der Bahnreisende auf eine verbretterte Brandruine. Das Gebäude wurde jedoch unter Denkmalschutz gestellt und 2004 von einem Investor gekauft und saniert. Heute sitzt hier ein Teil der Stadtverwaltung, der Busgesellschaft und wieder ein Fahrkartenverkauf. Neben der Gebäudesanierung entstand auf dem Vorplatz ein
P&R-Parkplatz, der Bahnsteig wurde geteert. Die alte Beleuchtung mit
Neonröhren-Leuchten wurde erhalten. Des weiteren steht auf dem Bahnsteig eine
gläserne Wartehalle im aktuellen Design, ein Touchscreen-Fahrkartenautomat mit
Entwerter, Mülleimer und Notrufsäule und eine Uhr. Die Lage des
Güterschuppens zeigt die Größe des alten Geländes an, der heutige Bahnsteig
war mal ein Inselbahnsteig von mehreren. Die Höhe des Bahnsteigs beträgt 38cm,
die Länge wird mit 139m angegeben. Letzteres scheint aber veraltet, da gerade
einmal zwei LINT41-Einheiten mit insgesamt 82 Metern Länge über Kupplung knapp an
den Bahnsteig passen. Der Bahnhof gehört zur Kategorie 6, die Stationskosten betragen 2,95 Euro.
Man könnte ohne lange zu zögern Neuenrades Bahnhofsgebäude als eines der schönsten in Nordrhein-Westfalen bezeichnen. Damit bildet es einen großen Kontrast zum nur ein paar Hönnetalbahnkilometer entfernten Bahnhof in Menden, das als eines der schlimmsten Bahnhofsgebäude Deutschlands besitzt. Herzlichen Glückwunsch, Stadt Neuenrade - besser kann man Besucher nicht empfangen!
(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de
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