
Nahverkehr in NRW: Teil 45 - RE 5 / MRB 26: Linker Mittelrhein
Kernstück dieser Exkursion ist die Linke Rheinstrecke zwischen der Landesgrenze nahe der ehemaligen Hauptstadt Bonn und der Stadt Köln.
Betrachtet werden hierbei zwei Linien, die diesen Abschnitt hauptsächlich nutzen. Zum einen ist da der »Rhein-Express«, der unter der Liniennummer RE 5 von Koblenz in Rheinland-Pfalz nach Emmerich am Niederrhein an der Grenze zu den Niederlanden fährt. Die anderen Teilstücke wurden schon unter dem NRW-Express bzw. unter dem "Weseler" (RB 35) betrachtet. Zum anderen ist da noch die »MittelRheinBahn« (ehemals »Rheinland-Bahn«), die unter der Nummer MRB 26 bzw. ehemals auch TR 26 fährt. Das Kürzel TR bezeichnet hierbei den Betreiber der Linie, die "Trans regio Deutsche Regionalbahn GmbH". Diese fährt ebenfalls von Koblenz auf der Linken Rheinstrecke bis nach Köln-Deutz. Diese Linie wird hier also in ihrer gesamten Länge im Bundesland Nordrhein-Westfalen betrachtet. Die MittelRheinBahn hält an einigen Halten mehr als der RE. Die zusätzlichen Halte sind in nebenstehender Karte in gelber Farbe eingezeichnet.
Die Transregio Deutsche Regionalbahn GmbH wurde 1999 von der Rheinbahn Düsseldorf und der Moselbahn Trier gegründet, gehört allerdings heute zur Rheinbahn und zu EuRailCo und hat ihren Sitz in Trier (Rheinland-Pfalz). Besteht der Regionalexpress RE 5 typischerweise für elektrische NRW-REs aus einer Lok der Baureihe 146 und Doppelstockwagen, fährt die Transregio hier mit ge-
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leasten, dreiteiligen E-Triebwagen der Baureihe 460, genannt "Desiro Mainline" oder auch kurz "Desiro ML" in einer innen und außen grau-gelben Farbgestaltung. Dazu später mehr.
Der RE 5 folgt von Emmerich an der Grenze zu den Niederlanden kommend der »Hollandstrecke« auf der östlichen Rheinseite. Vorbei an Wesel, Oberhausen und Duisburg erreicht er die Landeshauptstadt Düsseldorf an der Grenze zwischen Nieder- rhein und Kölner Bucht. Es folgt der Chemiestandort Leverkusen und schließlich die Domstadt Köln, die größte Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen und viertgrößte Deutschlands mit fast einer Millionen Einwohnern.
Zusammen mit der MRB 26 fährt der Rhein-Express südlich von Bonn-Mehlem hinüber nach Rheinland-Pfalz und hält in Oberwinter, Remagen, Sinzig, Bad Breisig und Andernach, ehe er nach rund 220 Kilometern Fahrtstrecke den Endbahnhof in Koblenz erreicht. Hier in Koblenz beginnt der schönste und spektakulärste Abschnitt des Rheins in Richtung Süden. Außerdem mündet am "Deutschen Eck" die Mosel in den Rhein.
Bei Koblenz bildet der große Strom, der in der Schweiz entspringt und in den Niederlanden in die Nordsee fließt, die Grenze zwischen Hunsrück (westlich) und Taunus (östlich), in Richtung Nordrhein-Westfalen die zwischen Eifel (westlich) und Westerwald (östlich).
Soviel zum "Vorher / Nachher" bzw. dem Geschehen nördlich und südlich des betrachteten Abschnitts.
Los geht´s mit der Exkursion um 06:30 Uhr bei -17°C...
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Die Exkursion an den Mittelrhein
Hat der eigentlich nicht alle Tassen im Schrank?! So früh und dann so eisig! In der Tat ist es heute noch ein Tacken kühler als bei der Exkursion zur Sieg-Strecke. Diese gab übrigens den Anlass für die heutige. Der Desiro ML, den ich in Köln-Deutz gesehen hatte, machte mich neugierig.

Desiro der Transregio in Köln-Deutz
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Innenraum des Desiro Mainline
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Bahnhofsgebäude Köln-Deutz
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Eifel-Mosel-Express nach Trier in Deutz
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Kölner Dom und Hohenzollernbrücke von Deutz aus |

ICE auf der Hohenzollernbrücke über dem Rhein |
Eis. Potenziell vereiste Weichen, defekte Stellwerke, Eisbrocken - Entgegen aller Meldungen der letzten Tage lief bisher heute alles ganz gut. Mit der Hönnetal-Bahn nach Unna, dann mit dem RE 7 nach Köln. Okay, anfangs hatte er noch fünf Minuten Verspätung, aber das gehört halt dazu. Statt mit Wasserflasche bin ich heute mit einer Thermoskanne heißen Pfefferminztees ausgerüstet. Hinter Opladen geht gegen halb Neun die Sonne auf. Um viertel vor rollt der RE 7 parallel mit dem RE 9 über die Hohenzollernbrücke und wechselt die Rheinseite von Ost nach West.
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Etwa fünf Minuten Zeit habe ich nur zum Umsteigen, schon bald trifft der weiß-gelbe Triebwagen der Transregio als Doppeleinheit ein. Innen fallen die großen Informationsdisplays unter der Decke in jedem Türraum auf sowie die gelben Griffe an jeder Sitzreihe. Der Sitzbezug ist dunkel mit hellen, senkrechten Streifen (Hintergrundbild der Seite bei höher Auflösung ab 1280 × 1024 Pixeln). Man kann durch den ganzen Zug ohne Treppe hindurchgehen, geringe Höhenunterschiede an den Drehgestellen werden über leichte Rampen ausgeglichen. Es gibt eine Toilette mit Wickelraum, die etwa so groß ist wie das Erste-Klasse-Abteil am Ende. Der Zug macht einen soliden und wohlgeplanten Eindruck. Nicht umsonst prangt an der Seite die Werbung "Der neue Star am Rhein". Diese Werbung reicht aber aus, diesen komischen Ohrwurm ganztägig nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen: "Einen Steeeeern, der deinen Namen trääägt..." Etwas enttäuscht bin ich, dass man hier die Ansagestimme genutzt hat, die man in allen S-Bahnen und Regionalexpresszügen auch hört.

Schloss Augustusberg in Brühl direkt am Bahnhof
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Rhein-Express erreicht den Bahnhof.
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Mittelrheinbahn nach Köln-Deutz verlässt Brühl
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Rhein-Wupper-Bahn nach Bonn-Mehlem
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Mit dem Desiro fahre ich vorbei an Köln-West, -Süd und der Medienstadt Hürth-Kalscheuren nach Brühl. Die Stadt ist überregional vor allem aus der Radiowerbung bekannt für seinen Freizeitpark "Phantasialand" im Südwesten des Ortes an der A553. Schlagzeilen machte der Park 2001, als eine hölzerne Achterbahn und angrenzende Gebäude während des Betriebs fast vollständig abgebrannt sind. Nur ein Jahr vorher war der Bahnhof in der Tagesschau zu sehen, als es während Bauarbeiten im Bahnhof zu einem schweren Zugunglück kam. Der Fernzug fuhr im Bahnhof zu schnell über eine Weiche, entgleiste und brach in das benachbarte Wohngebiet ein.
Der Bahnhof besitzt heute ein Empfangsgebäude, in dem sich ein Restaurant befindet, und zwei Inselbahnsteige. Zwischen ihnen verlaufen die Durchgangsgleise, am westlichen existiert ein Ausweichgleis. Am Nebengleis am östlichsten Bahnsteig passierte damals jener Unfall, das Gleis wurde allerdings abgebaut und existiert daher nicht mehr. Stattdessen steht dort eine neue Lärmschutzwand.
Doch zu den schöneren Dingen des Ortes: Direkt benachbart zum Bahnhof steht das Schloss Augustusburg. Dessen Sichtachse wird vom Bahnhof zugebaut, dennoch ergibt sich ein imposanter Anblick auf das Barockschloss, welches einen großflächigen Park besitzt. Eine weitere von der Bahn zugebaute Sichtachse liegt zwischen dem Schloss Augustusburg und dem Jagdschloss Falkenlust. Das liegt jedoch mit etwa 2 Kilometern Entfernung außerhalb des Ortes und ist für mich kurzfristig nicht zu Fuß zu erreichen.

Südlichste Station in NRW im linken Rheintal: Bonn-Mehlem
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Endstation für mich und für die RB 48 nach Wuppertal
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Die "Rhein-Wupper-Bahn", der RB-Nachfolger des gestrichenen Rhein-Wupper-Express (Ex-RE 6) bringt mich vorbei an Bonn nach Mehlem. Dieser Bonner Vorort besitzt den südlichsten Bahnhof der Linken Rheinstrecke auf dem Landesgebiet. Hier muss ich nicht nur deshalb aussteigen, weil mein Ticket nur in NRW gilt, hier endet die Fahrt für RB 48 sowieso. Mehlem ist ihr Endbahnhof.

Bahnhof Bad Godesberg (Sommer)
Mit dem selben Zug geht es zurück über Bad Godesberg nach Bonn. In Godesberg war ich im Sommer schon einmal, hier sitzt Geobasis.NRW, das frühere Landesvermessungsamt. Die stellen die ganzen Topographischen Karten für das Land her. Hoch über dem Ort befindet sich die Burg Godesberg und gegenüber auf der anderen Rheinseite der Drachenfels bei Königswinter, ein auffälliger Berg im Siebengebirge.

Universität von Bonn
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Bonner Münster
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Und nur wenige Minuten später landet die RB unter der kleinen Kuppelhalle des Bahnhofs von Bonn, der ehemaligen Hauptstadt der Bundesrepublik, als es noch zwei deutsche Staaten gab. Heute trägt sie den Namen "Bundesstadt" und es ist gesetzlich gesichert, dass einige Bundesministerien weiterhin in Bonn verbleiben und auch die Post, Postbank und Telekom haben hier ihre Firmensitze. Ich glaube, dass selbst das verpflichtend war. Etwas weiter südlich der Innenstadt steht noch das Bundeskanzleramt und die Villa Hammerschmidt, dem zweiten Amtssitz des Bundespräsidenten neben dem Schloss Bellevue in Berlin. Außerdem das Abgeordnetenhochhaus "Langer Eugen" und das Bundeshaus, in dem sich der Plenarsaal des Bundestags befand. Heute ist dieser ja bekanntlich im Reichstagsgebäude in Berlin.

Kulisse der Bundesstadt am Rhein
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Post-Tower und Langer Eugen (direkt davor; dunkler)
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Zurück zum Bahnhof. Es handelt sich um ein recht großes Bahnhofsgebäude, das es mehrfach als Modellbausatz für Eisenbahnplatten gibt. Es schließt sich die genannte Kuppelhalle und mehrere Inselbahnsteige an. Außerhalb ein Bus- und Straßenbahnhof mit Anschluss zur U-Bahn zum ICE-Fernbahnhof Siegburg/Bonn auf der anderen Rheinseite, wo die Neubaustrecke nach Rhein/Main beginnt. Zu Fuß gelangt man in die Innenstadt zum Bonner Münster. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Sterntor, Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, und das historische Rathaus. Vorbei am "wunderhübschen" Bau des Theaters erblickt man auch bald den Rhein. Die Kennedybrücke ist die letzte Brücke einer Hauptstraße vor Koblenz. Lediglich zwei Autobahnbrücken, eine bei Bad Godesberg und eine bei Weißenthurm, verbinden sonst westliches mit östlichem Rheinland.
Bonn Hbf ist die Endstation einer weiteren interessanten Linie, die leider nicht weiter betrachtet werden kann, weil sie hinter Mehlem ebenfalls außerhalb von NRW verläuft: Die Rhein-Ahr-Bahn, die bei Remagen von der Linken Rheinstrecke auf die Ahrtalbahn nach Ahrbrück abbiegt. Sie läuft unter der Nummer RB 30 und wird von DB Regio Südwest mit Talent befahren. Für die Trainsimmer unter Ihnen gibt es - wie das Rheintal auch, siehe weiter unten - das Ahrtal als Addon für den Train Simulator unter dem Titel "Legenden zwischen Rhein und Ahr" von EuroTrainSim.

Die Rhein-Ahr-Bahn nach Ahrbrück auf den Weg ins Ahrtal
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Bonn Hauptbahnhof
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Transregio-Desiro in Bonn Hbf
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Und hier am Rhein endet tatsächlich schon die Exkursion zur Linken Rheinstrecke. Ich ziehe die Mütze tiefer ins Gesicht, trinke einen Schluck heißen Tee und marschiere über die Rheinbrücke ans östliche Ufer.
Das Linke Rheintal im "Train Simulator"
Sofern Sie gelegentlich den Train Simulator spielen, kennen Sie vielleicht noch aus der Anfangszeit das Addon mit dem Rheintal. Es ist eines der ersten Addons für diese Eisenbahnsimulation und inzwischen nicht mehr im Handel erhältlich. Mit einigen heutigen Addons lässt sich das dargestellte nicht mehr vergleichen. Es gibt noch kein richtiges Signalsystem, Häuser stehen teils kreuz und quer ohne Straßenanschluss oder Gärten etc., der Horizont wird durch unscharfe und teils unscharfe Kulissen (Berge in Bonn-Innenstadt) verdeckt. Der Rhein hat die Breite des Amazonas. Ortsnamen sind teilweise falsch geschrieben. Obwohl.... das sind - fast - alles auch gängige Features späterer Addons dieser Reihe bis heute sind. Hier mal ein paar Screenshots der besuchten Orte, um sich ein Bild zu machen:
Bitte beachten Sie: Der Zug (Lok und Wagen) stammt aus dem Addon "Durch den Schwarzwald nach Offenburg" von Halycon!

Köln-Deutz |

Fahrt über die Hohenzollernbrücke |

Dorfkapelle von Stolberg? Nein. Kölner Dom. |

Brühl. Schloss, Empfangsgebäude, Lärmschutzwand - alles da ;-) |

Bonns Hauptbahnhof - leicht wie eine Feder, sodass er schwebt. |

Die Rückseite mit Blick auf... Berge?! |

Bad Godesberg. Bayerisches Haus.
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Mehlem. Gut, dass es Stationsschilder gibt.
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Sebi on Tour - demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)
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(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de |