
KBS 437 - Die Hönnetalbahn: Bahnhöfe und Haltepunkte
Bahnhof Menden
(Sauerland) "EMED"
Menden
(Sauerland) ist eine Stadt im Märkischen Kreis (MK). Die Stadt hat etwa 58.000
Einwohner. Menden hat mehrere weiterführende
Schulen, was für einen großen Schüler-Pendelverkehr aus den umgebenden
Städten führt. Auch die Hönnetal-Bahn übernimmt einen Großteil der
Fahrschüler und lebt von ihnen. Gleich drei Gymnasien in der Innenstadt (eines davon ein von Nonnen geführtes Privatgymnasium), eine Haupt- und eine Realschule sowie zwei Berufskollegs sorgen für volle Busse und Züge am Morgen und am Nachmittag. So kommt richtig Leben in die Stadt. Im
Zentrum gibt es zahlreiche historische Gebäude wie die Stadtbücherei, den
Teufelsturm, das alte Pastorat oder das kurze Stück verbliebener Stadtmauer.
Die Vincenzkirche in der Mitte ist das höchste Bauwerk. Eine lange
Fußgängerzone bildet die zentrale Achse in Menden. Bekannt
ist die Stadt für ihre alljährliche große Pfingstkirmes oder Menden á la
Carte. Auf
dem Kapellenberg oder am Hexenteich mit Trimm-Pfad ergeben sich gute
Wandermöglichkeiten. Die Stadt selbst ist bereits von den nördlichen höheren Bergen des Sauerlands umgeben.

Teufelsturm in Menden (Sauerland) |

Altes Rathaus, heute Stadtbücherei in der Fußgängerzone |
Der
Bahnhof liegt südwestlich der Innenstadt zwischen Hönne und Umgehungsstraße
("Tangente"). War er einst ein wichtiger Verladebahnhof für Güter und
Kreuzungspunkt von Eisenbahnstrecken, ist vom alten riesigen Bahngelände nicht
mehr alles vorhanden. Nach
Schließung des Bahnschalters Mitte der 90er Jahre verfiel das Empfangsgebäude
und das angeschlossene Wohnhaus zusehends. Heute ist es eine Ruine mit
verbretterten Fenstern, "verschönerter" Fassade und einem
unvergleichlichen Wohlfühlfaktor.
Gleis 1 wurde inzwischen zurückgebaut. Das Empfangsgebäude sollte schon längst
abgerissen und überbaut werden mit Einzelhandel und Gewerbe. Zuerst scheiterte
dies am Protest der Mendener Einzelhandelsgeschäfte, dann verstarb der
Architekt. So ist das Gebäude sich selbst überlassen. Derzeit gibt es unterschiedliche Visionen, was mit dem Bahnhof passieren soll. Es scheitert zur Zeit an den Investoren und der Erben-Gemeinschaft. Eine Initiative wirbt für den Erhalt und die Renovierung des Bahnhofsgebäudes, so wie es viele Städte gemacht haben und wie es in den Nahverkehrsartikeln von Mytrainsim deutlich ist.
Der
Güterbahnhof liegt ebenfalls seit längerer Zeit brach. Der Güterschuppen
ist halb abgebrannt, nur noch selten stehen lange Güterzüge auf dem großen
Gleisfeld. Der Ablaufberg an der Ausfahrt Richtung Fröndenberg wurde
abgebaut. Die Bahnstrecke nach Hemer wurde 1989 für Personenverkehr und 2007 sowie 2008
für Güterverkehr offiziell stillgelegt. Es wird über eine Reaktivierung diskutiert - mehr dazu unter dem Artikelstamm der "Iserlohner Bahn".
Der
Bahnhof besitzt zwei Bahnsteige, davon hat Bahnsteig 1 allerdings keinen
Gleisanschluss mehr, ist also ein Geisterbahnsteig. Daher wird nur noch der
Inselbahnsteig an Gleis 2 / 4 angefahren. Er ist 186m Lang und 38cm hoch. Eine
schmale, dreckige und häufig überflutete Unterführung zwingt den Bahnkunden
zum unterqueren der Gleise. Diese wird extra parfümiert, um Urin oder ähnliche biologische Abbauprodukte zu überdecken. Wer diesem Ort entgehen will, wird beim Gleisqueren
mit 25 Euro bestraft. Pest oder Cholera. Es gab mal eine Zeit, wo morgens bei Ankunft der Schülerzüge die Bundespolizei wachte. Es soll aber immer noch Leute geben, die tatsächlich nach starken Regenfällen durch das Wasser waten...! Hmmmm... lecker.
Der
Inselbahnsteig besitzt zwei Fahrkartenautomaten. Züge werden manchmal vom Stellwerk aus mit
Durchsagen angekündigt. Informationspläne sollen existieren. Ein
Bahnsteigdach soll für Schutz vor Regen sorgen. Der Bahnhof gehört zur Kategorie 5, der Stationspreis liegt bei 3 Euro.
Wenn Sie jetzt ganz tapfer sind, dürfen Sie weiterscrollen, um sich Bilder anzuschauen. Wenn Sie allerdings persönliche Bindungen zur Stadt oder zum Bahnhof haben, sollten Sie dieses Fenster besser jetzt schließen. Und sagen Sie nicht, ich hätte Sie gewarnt!
Dieser Bahnhof hat es geschafft, den Mytrainsim-Wettbewerb "Schönster Bahnhof oder Haltepunkt in NRW" mit Platz 687 abzuschließen. Herzlichen Glückwunsch!
Sind Sie bereit? Na dann los.

Der Bahnhof im Sommer. Idyllisch gelegen |

Empfangsgebäude und Umfeld sind top gepflegt... |

Hier macht es Spaß, auf den Bus zu warten. Besonders im Regen |

Eine echt Mendener Erfindung: Der Litfass-Kiosk mit Chat |

Parkplatz im gehobenen Umfeld |

Besonders abends ist die Ruhe und Einsamkeit sehr erholsam
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Sorgfältig angefertigte Kunstlöcher in der Fassade |

Die preisgekrönte Hundertwasser-Unterführung
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Sorgfältige Pflege, sogar mit Mülltüten im Mülleimer.
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Hier muss man sich doch einfach wohlfühlen
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Auf diese Platzierung als die 687st-schönste Bahnstation in NRW kann die Stadt Menden (Sauerland) wirklich stolz sein :-)

Der Güterbahnhof wurde zum Parkplatz.... |

... und der große Güterschuppen zur Ruine |
(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de |