KBS 437 - Die Hönnetalbahn in Geographie und Technik
Auf diesen Seiten finden Sie Erläuterungen, Karten und Bilder zur echten Hönnetalbahn. Die virtuelle Hönnetalbahn im Train Simulator wird unter dem Bereich Projekte behandelt. Über das Submenü können Sie weitere Themen zur Strecke aufrufen. Hier unter "Geographie" wird die Lage und Streckenführung der Hönnetalbahn erläutert. Dazu in kurzen Worten die Geologie der Gegend und Sehenswürdigkeiten oder Ausflugsziele. Auch der Betrieb der Strecke, der Fahrplan und Umsteigemöglichkeiten werden erklärt.
Die
Hönnetalbahn ist eine 20 Kilometer lange, auf 60 km/h Höchstgeschwindigkeit begrenzte, unelektrifizierte und eingleisig gebaute Nebenstrecke zwischen Menden und Neuenrade als Teil der KBS 437 Unna-Neuenrade im Herzen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Auf ihr verkehrt die Regionalbahnlinie RB 54 mit dem Namen Hönnetal-Bahn. In NRW sind alle Bahnlinien durchnummeriert und benannt nach der Landschaft, in der sie fahren. Eine Übersicht und Portraits über die SPNV-Linien in NRW finden Sie unter Nahverkehr in NRW.
Die Hönnetal-Bahn verbindet Unna mit Neuenrade und damit das östliche Ruhrgebiet mit dem Sauerland. Man betrachte dazu folgende Karte:
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Sie sehen links einen einfachen politischen Grundriss von Nordrhein-Westfalen. Sie können es von allen deutschen Bundesländern auf dem ersten Blick am "Vogel" im Kreis Minden-Lübbecke erkennen. Schauen Sie im Nordosten, nördlich von Bielefeld. Mit etwas Phantasie entdecken Sie dort nämlich eine Ente, die nach links schaut (Schnabel) und nach rechts den Schwanz hebt.
Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf. Im Zentrum des Landes erstreckt sich westlich von Unna das Ruhrgebiet bis an den Rhein. Mit zehn Millionen Einwohnern wohnen hier mehr Menschen als in den einwohnerstärksten Metropolen Berlin, München und Hamburg zusammen. Die größten Städte hierbei sind Dortmund, Essen, Duisburg und Bochum. Die Millionenstadt Köln, die Städte Bielefeld, Paderborn, Bonn und Münster bilden hingegen besiedelte "Inseln" innerhalb weniger dicht bewohnter Gebiete.
Fast
genau in der Mitte des Landes und östlich des Ruhrgebiets liegt die Stadt Unna, die den nördlichen Endpunkt der
Hönnetalbahn bildet. Vierzig Bahnkilometer weiter südlich liegt der andere Endpunkt mittig zwischen Dortmund und Siegen - die Stadt Neuenrade im Sauerland. |
Den genauen Streckenverlauf der Hönnetalbahn können Sie im rechts nebenstehenden, eingenordeten Linienplan entnehmen.
Die Landschaft ist sehr kontrastreich. Unna liegt in der flachen Hellwegzone, benannt nach der alten Salzhandelsstraße. Dabei ist allerdings unklar, ob der Name von hal, keltisch für Salz, oder von hel, für die lichte breite des Weges zur Sicherheit vor Überfällen abstammt. Hier befinden sich außerdem die Hellwegbörden wie die Soester oder die Werl-Unnaer Börde, die während der letzten Eiszeit mit dem fruchtbaren Lössboden bedeckt wurden. Die Börden werden daher intensiv für Landwirtschaft genutzt. Direkt hinter Unna beginnt der Anstieg auf den Haarstrang oder kurz "die Haar", einer Schichtstufe, die durch tektonische Hebung entstanden ist. Bei Frömern ist der höchste Punkt erreicht. Die Strecke durchquert das Ruhrtal in Fröndenberg (dicker Fluss in der Karte) und folgt der Hönne im romantischsten Tal
Westfalens bis in die Höhen des Sauerlandes mit dem Lennebergland.
Das
Sauerland ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Es ist entstanden durch
rumpfschollenartige tektonische Hebungen und wurde durch Erosion (Wind und
Wasser) zu dem geformt und abgeschmirgelt, was es heute ist.
Hier
in der Mitte NRWs liegt die scharfe Grenze zwischen dem Norddeutschem Tiefland und dem
Mittelgebirge. Und genau über diese Grenze fährt die
Hönnetalbahn.
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Auf
folgender Abbildung ist das vereinfachte Höhenprofil der Strecke zu erkennen. So
geht es vom tiefsten Punkt in Unna (ca. 90 m. ü. NHN) über den Haarstrang (Höchster Punkt in
Frömern mit fast 200 Metern), durch das Ruhrtal mit dem tiefsten Punkt am Bahnhof Fröndenberg und
wieder stetig bergauf bis zum endgültig höchsten Punkt der Strecke am Endbahnhof
Neuenrade auf ca. 300 Metern Höhe, wo dann auch die Hönne entspringt. Die Höhendifferenz zwischen Unna und
Neuenrade beträgt also etwa 210 Meter, die höchste Steigung liegt jedoch am
Haarstrang zwischen Ardey und Fröndenberg an der Südrampe bzw.
Unna und Frömern an der Nordrampe. Peanuts - werden sicher die Anwohner der Schwarzwaldbahn denken. Aber für westfälische Verhältnisse ist das schon gar nicht schlecht.

Kommen wir kurz zur Geologie der Gegend. Das
Rheinische Schiefergebirge enthält Karbonatgesteine, sprich: CaCO3 ,
welche abgebaut und zu Kalk gebrannt werden können. Dieses Material kann
dann für alle möglichen Anwendungen eingesetzt werden: Zement, Chemie,
Stahlerzeugung, Landwirtschaft, Ökologie (Kalk erhöht den pH-Wert), Asphalt und noch
viel mehr. Ein Verbund von Kalkwerken zieht sich vom Rheinland bis
nach Paderborn. Auch im Hönnetal befanden sich einige Werke, die Anzahl hat
sich jedoch auf heute zwei aktive reduziert.
Kalk
ist im Wasser löslich, weshalb im Untergrund kleine oder größere Klüfte,
Höhlen oder Dolinen entstehen können. Auch das Grundwasser kann hier schnell
versickern. So können sich große Tropfsteinhöhlen bilden. Beispiele
dafür sind die Dechenhöhle in Iserlohn, die Reckenhöhle in Binolen oder die Balver
Höhle. Stalaktiten und Stalagmiten sowie Sinterfahnen bilden jahrtausend alte Schönheiten. Diese Höhlen sind teilweise als Schauhöhlen ausgebaut und können
besichtigt werden. In der Balver Höhle finden aufgrund der guten
Akustik und der Größe Konzerte statt. Durch den erhöhten
Kalkgehalt wachsen hier im Hönnetal seltene und besondere Pflanzen. Mehr zum Thema Kalk finden Sie unter der entsprechenden Rubrik im Submenü oben. Dort erfahren Sie auch, was genau im Kalkwerk eigentlich gemacht wird und warum man Branntkalk nicht anfassen sollte.
Die Gegend ist eine kleine Reise wert - nicht umsonst sprach die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff beim Hönnetal vom schönsten Tal Westfalens. Es werden Ihnen nun einige ausgesuchte Reiseziele vorgestellt, die mit der Hönnetalbahn bequem erreicht werden können.
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Im Norden befindet sich Unna am Hellweg mit der historischen Altstadt und der Lindenbrauerei mit Lichtkunstzentrum. Zwei Halte weiter folgt die Stadt Fröndenberg mit dem bekannten Kirchenensemble auf dem Berg, dem Landschaftspark mit Industriekultur und Kettenschmiedemuseum. Dazwischen liegen die Haarstrangdörfer Frömern und Ardey, wo man teilweise bei weiter Fernsicht in den Ruhrpott und ins Münsterland prima wandern kann.
Das eigentliche Hönnetal beginnt hinter Menden in Höhe der Burg Klusenstein mit seiner wildromantischen Enge und den bizarren Felsformationen. Hier befinden sich auch einige Höhlen, zum Teil als Schauhöhlen (Reckenhöhle) oder einfach so in freier Natur zu bewundern (Feldhofhöhle). Bei Wocklum kann der Industrieinteressierte den ältesten erhaltenen Hochofen Deutschlands besichtigen. Westlich davon liegt die kleine Stadt Balve mit der Balver und der Frühlinghauser Höhle. In Neuenrade entspringt die Hönne. Links zu einigen Objekten finden Sie am Ende dieser Seite.
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Zum Schluss ein Blick auf den Betrieb der Strecke: Mit dem Bahnhof von Unna wird ein mittelgroßer Umsteigeknotenpunkt angefahren. Neben der RB 54 halten hier die Regionalexpresslinien 7 "Rhein-Münsterland-Express" mit dem Zuglauf Rheine-Münster-Köln-Krefeld und 13 "Maas-Wupper-Express" mit dem Lauf Hamm-Wuppertal-Düsseldorf-Mönchengladbach-Venlo (NL). Außerdem die RB 59 "Hellwegbahn" Dortmund-Soest und die S-Bahnlinie S4 nach Dortmund. Fernverkehr brettert leider durch den Bahnhof durch. Der nächste IC-/ICE-Halt wäre in Dortmund, Hagen, Hamm oder Soest. In Fröndenberg besteht Umsteigemöglichkeit in den RE 17 "Sauerland-Express" Hagen-Kassel und den RE 57 "Dortmund-Sauerland-Express" von Dortmund nach Winterberg. In Menden besteht eine Busverbindung nach Hemer, in Neuenrade zum Bahnhof nach Werdohl an der Ruhr-Sieg-Strecke - man betrachte dazu folgende schematische Abbildung:

Die Hönnetalbahn wird alleine von der RB 54 befahren, allerdings im Wochenverlauf in verschiedenen Relationen. Werktags von Montags bis Freitags fährt sie die gesamte Strecke von Unna nach Neuenrade durch (mittlere Linie). Samstags und Sonntags wird sie aufgeteilt in die Abschnitte Unna-Menden (obere Linie) und Fröndenberg-Neuenrade. Am Wochenende wird diese Verbindung Fröndenberg-Neuenrade jedoch zweistündlich durchgeführt (untere, gestrichelte Linie). Die Fahrtzeit für die gesamte Strecke beträgt etwa eineinhalb Stunden.
Die tatsächlichen Umsteigemöglichkeiten sind jedoch deutlich schlechter, als im theoretischen Schema dargestellt. In den Morgenstunden erreicht man nur mit Mühe und schnellen Schuhen den Anschluss nach Dortmund (RB 59), aus Richtung Dortmund verpasst man die Hönnetalbahn um eine Minute. In den weiteren Tageszeiten verpasst man aus Münster bzw. Hamm kommend die Hönnetalbahn so gerade, sie fährt aus Unna, wenn der RE 7 einfährt ("Sichtanschluss"). Des Weiteren muss man in Richtung Hamm etwa 30 Minuten warten, in Richtung Rheine ca. 53 Minuten. Mit dem RE 13 aus Richtung Hamm hat man fast 40 Minuten Wartezeit auf die Hönnetalbahn. In Fröndenberg wird aus Richtung Unna kommend der RE 17 nach Hagen um fünf Minuten verpasst. Vom RE 17 wiederum verpasst man in Fröndenberg die Hönnetalbahn nach Unna - sie fährt aus dem Bahnhof, sobald der RE eintrifft. Aus Richtung Dortmund hat man fast eine halbe Stunde Wartezeit, Aus Richtung Winterberg etwa 45 Minuten. Mit dem Bus aus Werdohl (Anschluss vom RE 16 aus Hagen) verpasst man knapp den Anschluss in Neuenrade. Eine Busverbindung in Menden nach Hemer ist ebenfalls nicht auf den Fahrplan der Hönnetalbahn abgestimmt.
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Links sehen Sie die Vorschau zu einem aktuellen grafischen Fahrplan der Hönnetalbahn. Mit Klick auf ihn öffnet sich ein Fenster mit dem Plan in Originalgröße.
Im Gegensatz zu bestehenden grafischen Plänen beinhaltet er auch den Wochenendfahrplan, der ja hier stark von dem an Werktagen abweicht. Es ist zu beachten, dass vereinzelte Züge um die Mittagszeit und am frühen Morgen einen leicht modifizierten Fahrplan haben, um in der Schulstadt Menden mit dem Unterrichtsschluss zu harmonieren, hier aber nicht extra aufgeführt werden konnten.
Sollten Sie also eine Fahrt in Betracht ziehen, so dient dieser Plan nur der Orientierung. Für eine offizielle Auskunft nutzen Sie bitte die Angebote der Bahn, des ZRLs oder VRRs oder fragen Sie in Ihrem Reisezentrum nach - sofern es denn bei Ihnen eines gibt.
Informationen zum eingesetzten Zugmaterial finden Sie unter dem Submenü "Züge", eine Übersicht, Fotos und Informationen zu den Bahnstationen der Hönnetalbahn unter "Strecke und Haltepunkte". Bei Fragen zur Hönnetalbahn, Anregungen, Hinweisen oder Kritik stehe ich gerne zur Verfügung. Sie finden eine Email-Kontaktadresse unter Impressum in der Hauptnavigation.
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Als Trivia, wie es immer so schön heißt, lässt sich ganz am Schluss noch feststellen, dass es wohl kaum eine Nebenstrecke gibt, die so häufig auf verschiedenen Internetseiten behandelt wird, wie die Hönnetalbahn! Unter dem entsprechenden Google-Schlagwort stößt man auf so einige Menschen, die sich als Bahnfahrer, als Eisenbahnfreund oder als Hobbyfotograf mit der Strecke beschäftigen. Darunter auch auffallend viele Schüler. Die Strecke fasziniert offensichtlich Jung und Alt. Sie finden im Anschluss eine Liste zu den angesprochenen anderen Internetseiten zur Strecke, die ihr Hauptaugenmerk alle auf verschiedene Aspekte setzen (Ich hoffe, ich habe gerade keinen Kollegen vergessen):
| Internetseiten zur Hönnetalbahn: |
Zusatzinformationen: |
(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de |