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Tagesfahrt in NRW: Teil 8 - Die H-Bahn der TU Dortmund

Hochbahn? Hängebahn? "Huiiiii ist die schnell"? Man sollte zuvor sagen, dass "H-Bahn" die Abkürzung für die automatische Hängebahn ist, die auf dem Gelände der Technischen Universität in Dortmund fährt.

In NRW gibt es bislang zwei Bahnen dieser Art, den Skytrain des Flughafens Düsseldorf und die wesentlich ältere H-Bahn der Campusuniversität westlich der Stadt Dortmund. Sie wurde im Jahr 1984 eingeweiht und verband damals den Nord- mit dem Südcampus. 1993 wurde diese Strecke verlängert nach Eichlinghofen und mit einer Schleife über den S-Bahn-Haltepunkt der Uni zum Technologiezentrum. Die Strecke ist eingleisig, Zugkreuzungen finden an der Station "Universität S-Bahn" statt, aber auch die Haltestellen "Campus Süd", "Campus Nord und "Eichlinghofen" sind jeweils mit zwei Bahnsteigen ausgerüstet.

Es gibt zwei Linien, auf der jeweils ein Solowagen hin und her pendelt: Zwischen Campus Nord und Campus Süd, also der klassischen alten Strecke, und zwischen Technologiezentrum und Eichlinghofen. Zwischen Campus Süd und dem Abzweig auf dem Nordcampus fahren die Wagen im kurzem Abstand hintereinander her.

Es ist geplant, das Netz auf die Stadt Dortmund weiter auszudehnen und andere Ortsteile oder Bahnhöfe anzubinden.

Karte der H-Bahn

Die Hausarbeiten für die Uni sind alle erledigt - das Wetter ist einigermaßen stabil. Warum nicht mal ein Kurztrip zur H-Bahn machen? Es ist mal etwas anderes in der Liste, auch wenn sich die Karte von NRW dadurch nicht weiter grünfärbt. Mit fünf Haltestellen ist es die bislang kleinste Tagestour.

Feindesgebiet! Als Bochumer Student wage ich mich heute auf das Gelände der Universität in der östlichen Nachbarstadt. Von Fröndenberg geht es erst nach Dortmund Hbf, von dort steige ich in die S1 nach Düsseldorf um. Es ist übrigens ein klasse Gag, im Tunnel das Licht im Wagen auszulassen. Am Bahnsteig erklärt ein Mann einer nur schwerfällig deutschsprechenden Frau, wie sie nach Kley kommt. "Sie steigen in die hier stehende S2 bis Dortmund-Dorstfeld. Und da steigense um." Ich mische mich ein, dass sie auch direkt in die jetzt kommende S1 einsteigen kann und dann non stop fährt, genau so schnell, ohne Hetze und bequemer. "Sind Sie sicher?"-"Ja klar, steigen Sie ruhig ein."-"Hält die wirklich in Kley?"-"Ja. Keine Sorge."-"Wirklich?"-"JAHA!". Wenig später im Zug nochmal. "Hält der in Kley?" Sie möchte zu IKEA und von mir noch den Weg dorthin wissen. Ich war noch nie dort. Ich wäre gelaufen, von Kley aus kann man die vier gelben Buchstaben schon von weitem sehen. Heute fahre ich auch bis Kley, da an der S-Bahn-Station Dortmund-Universität, die in einem Tunnel liegt, gebaut wird. Da war irgendwas mit Brandschutz, hab ich im Kopf. Der Zug brettert einfach durch den Tunnel durch. Also fahre auch ich bis Kley und mit der nächsten S1 zurück.

Achtung: Fotoqualität wegen mehr oder weniger sauberer Glasscheiben in fast allen Bildern beeinträchtigt! Auch einige Außenbilder sind aus Warteräumen der H-Bahn mit Fensterscheiben fotografiert.

Hoch über der Emil-Figge-Straße

Endpunkt Technologiezentrum

Als erstes besteige ich an der S-Bahnstation die Linie zum Technologiezentrum. Wie bei der Wuppertaler Schwebebahn auch muss man natürlich einige Treppen steigen, bis man auf den Bahnsteig gelangt. Dieser besteht aus einer geschlossenen Halle. Im Gegensatz zum Wuppertaler Modell ist das Fahrprofil durch Glasschiebetüren nicht begehbar. Die Türen öffnen, sobald ein Wagen eingefahren ist. Gleichzeitig wird das Fahrzeug, welches natürlich pendelt, stabilisiert und ein stufenloser Übergang ohne Lücke geschaffen. Eine geniale Technik! Das hat allerdings den Haken, dass man am Bahnhof und im Fahrzeug immer durch Glasscheiben, die nicht sehr häufig geputzt werden, fotografiert werden muss. Die Fahrzeuge sind Solo-Triebwagen mit einem gewissen Platzkontingent. Schnell wird der Wagen voll, aber der Takt ist ja auch sehr dicht. Sogar Fahrräder können transportiert werden. Im Innenraum ist das Fahrzeug kameraüberwacht.

Mit voller Kraft geht es zum Technologiezentrum. Hier verläuft die Bahn in etwa viereinhalb Metern über der Emil-Figge-Straße. Man überholt Autos, überfährt Kreuzungen und kommt schließlich an die Endhaltestelle. Hier wurde sogar schon für "Cobra11" gedreht, wo der Hauptdarsteller bzw. sein Stuntdouble an der Bahn hing. Mitten in Köln stand da das Schild "Zur H-Bahn" - im nächsten Schnitt war der Dortmunder Fernsehturm zu sehen...

Innenraum des Wagens - von ganz hinten

Abzweig zum Campus Nord (rechts)

Endstation! Zurück geht es nach einer mehr oder weniger kurzen Standzeit mit der selben Bahn bis nach Eichlinghofen. Vorbei an den Fakultäten des Nordcampus und dem Mensagebäude zweigt die Strecke auf die Stammstrecke zwischen den beiden Campussen....Campi...Campus... ähm...ich formuliere es um: zwischen Nord- und Südcampus (Als alter Schul-Lateiner hätte ich es nach der O-Deklination mit i enden lassen - Campi - aber das Wort kommt nichtmal aus dem Lateinischen! Es ist Englisch. Der Plural ist "die Campus"). Eine breite Straße wird überquert. Der Boden unter der Kabine kommt näher, die Bahn verläuft hier knapp über dem Grund. Dann ist Eichlinghofen erreicht. Der einzige Halt, der einen ebenerdigen Ausgang besitzt.

Eichlinghofen (aus dem Warteraum)

 

Des Ortes H-Bahnhaltestelle

 

Am Campus Süd fährt die Linie zum Tech.-Z. voraus...

... der Wagen zum Campus Nord fährt hinterher.

Von dort geht es bis zum Südcampus, wo ich direkt in die andere Linie umsteige. Meine alte Bahn fährt nun zuerst zum Technologiezentrum zurück. Sofort stellt sich die Weiche um und auch wir fahren hinterher. Im Abstand von 100 Metern. Vor uns schwenkt die Vorhut dann ab zur S-Bahn-Haltestelle, wir biegen links ab zum Campus Nord. Hier liegt mit dem Überwurf und dem Mensagebäude ein zentraler Platz der Uni.

Haltestelle Campus Nord - Sackbahnhof.

 

Bahnhof S-Bahn mit Aufzug zum Tunnelhaltepunkt der Bahn

 

Der KI aus Richtung Technologiezentrum

Schweben über die ganzen Parkplätze.

Länger ist das Netz noch nicht! Man könnte noch etwas zur Fahrtzeit sagen. Vom Technologiezentrum bis nach Eichlinghofen fährt man etwa sieben Minuten, wobei die Standzeit an den Stationen jeweils relativ lang ist. Vom Campus Nord zum Campus Süd fährt man etwa zwei Minuten. Es gibt zwei Fahrmodi, den Taktverkehr und den Rufverkehr. Beim Taktverkehr folgt die Bahn einem Fahrplan. Beim Rufverkehr wird an der Station, von der man fahren möchte, die Bahn ähnlich wie beim Aufzug per knopfdruck angefordert. Das ist allerdings nur in schwachen Tageszeiten der Fall. Anzeigetafeln in den Stationen sagen jeweils, welcher Modus gerade gefahren wird und wann - wenn im Modus Taktverkehr befindlich - der nächste Wagen kommt.

Die Bilanz der Exkursion nach Dortmund: Die H-Bahn ist ein feines Transportsystem, welches auch große Menschenmassen zügig und sicher bewegen kann. Die Züge fahren computergesteuert und die Trasse nimmt kaum Platz weg, einzig für die Trägerfundamente wird hier und da ein Quadratmeter benötigt. Mehrere kleine Wageneinheiten können kurz hintereinander fahren und gezielt umgelenkt werden. Ein spitzenmäßiges Nahverkehrssystem in Innenstädten.

Sebi on Tour - Demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)

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(c) Bilder, Text und Grafiken: S. Hellmann - www.mytrainsim.de

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