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Nahverkehr in NRW: Teil 56 - RB 64: Die Euregio-Bahn (Münster)

Die Euregio-Bahn verbindet Münster im Herzen des Münsterlandes mit der niederländischen Stadt Enschede, knapp hinter der deutschen Grenze bei Gronau gelegen. Die gleichnamige Strecke (KBS 407) ist unelektrifiziert und größtenteils eingleisig. Die Streckenlänge beträgt fast 60 Kilometer, die Fahrtzeit ist mit etwa 1 1/4 Stunden relativ hoch. Die Linie ist nicht zu verwechseln mit der euregiobahn, die im Raum Aachen zwischen Stolberg, Düren, Alsdorf und Heerlen verkehrt.

Die Linie wird von der DB-Regio NRW betrieben, die hier Triebwagen des Typs Talent (Abk. für "Talbot leichter Niederflurtriebwagen") einsetzt.

Die Exkursion begann frühmorgens in Dortmund mit der Erkundung der Westmünsterland-Bahn. Sie verbindet Dortmund mit Enschede und läuft von Gronau bis dorthin auf der selben Trasse. In Gronau komme ich allerdings nicht mit einem so schönen blau-weiß-roten Talent der Prignitzer Eisenbahn, die auf der Strecke fährt, an, sondern mit einem Bus des Schienenersatzverkehrs aus Ahaus. Zwischen Ahaus und Gronau wurden nämlich neue Gleise verlegt.

Bahnhof Gronau - eine Baustelle

Gronau Empfangsgebäude

Unterführung wird gegraben

RB 64 "Euregio-Bahn" aus Münster Hbf

In Gronau stellt sich der Bahnhof als Riesenbaustelle heraus. Brücken werden gegraben und neue KS-Signale stehen schon neben den alten nostalgischen Formzeichen. Für Gronau will ich mir aber für später Zeit nehmen, zunächst geht es nach Enschede weiter. Ich folge einfach den anderen Reisenden, da ich selbst keinen Zugang zum Bahnsteig sehe. Am teilabgerissenen Empfangsgebäude steht eine Tür offen, auf die alle zustreben. Ich hielt die Tür für den Zugang zum Baustellenlager - tatsächlich liegt dahinter ein Ticketschalter der PEG und die Treppe zur Unterführung. Wirklich gut versteckt und unbeschildert. Wozu auch?!

Natürlich ist der reguläre Zug der Prignitzer Eisenbahn schon lange weg. Glücklicherweise fährt zwischen Gronau und Enschede auch noch die RB 64 "Euregio-Bahn" von und nach Münster. Diese Regionalbahn wird von der DB betrieben. Daher trifft man hier auf rote Talente, die mit dem Gruß "Dag Enschede - Hallo Münster" unterwegs sind.

Gronau ist der letzte Bahnhof auf dem Staatsgebiet Deutschlands. Eigentlich endet hier mein NRW-Ticket also, dennoch gibt es für die Strecke eine Sondererlaubnis bis Enschede (Achtung: inzwischen nicht mehr!). Vorsichtshalber hatte ich mir diese Information schriftlich mitgenommen, nämlich von der Uni-Webseite ausgedruckt. Hinter Gronau wird fast unbemerkt die Grenze überschritten. Man merkt es nur daran, dass plötzlich ein holländisches Vorsignal samt ungewohnter Vorsignalbaken auftaucht, nachdem ein kleines Flüsschen überfahren wird. Die Strecke wurde Ende der 1980er Jahre stillgelegt. Eine Kooperation zwischen den beiden Staaten führte aber zu einer Reaktivierung im Jahr 2001. Die Strecke ist also noch sehr jung.

Grenzübertritt: Deutsche und holländische Signale hintereinander

Grenzübertritt von Deutschland in die Niederlande

Haltepunkt Glanerbrug - ein niederländischer kleiner Haltepunkt

Glanerbrug (NL)

Letzter Haltepunkt in der selben Architektur ist De Eschmarke

Enschede De Eschmarke (NL) - letzter Halt vorm Ziel

Einfahrt in den Bahnhof von Enschede

Enschede - Zwei parallele Strecken mit Puffer am Ende

Drei Halte liegen auf Niederländischem Staatsgebiet. Der erste ist in Glanerbrug. Ein moderner Halt. Dahinter befindet sich der erste Bahnübergang mit holländischen Schranken, die sich deutlich von den deutschen unterscheiden. Sie haben zwei Lampen, die abwechselnd nach amerikanischem Vorbild blinken; der Schrankenbaum besitzt Lampen und Reflektoren wie in der DDR. Die Durchsagen haben sich übrigens umgedreht, zuerst kommt Niederländisch, dann die deutsche Übersetzung.

Mit rund 80km/h geht es tiefer ins Nachbarland nach De Eschmarke. Der Halt sieht fast genau so aus wie Glanerbrug. Die Siedlungen verdichten sich, es wird städtisch. Schließlich erreichen wir die Endstation der Westmünsterlandbahn in Enschede an Spoor 5.

Roter Talent der Deutschen Bahn neben einem blau-gelben "Koploper"

RB 64 neben dem "Koploper" der NS

Talent mit "Dag Enschede, Hallo Münstr"-Aufschrift fährt über den Bahnübergang

DB-Talent überfährt holländischen BÜ

er verlässt Enschede Richtung Deutschland

"BEACHTE, dass noch ein zweiter Zug kommen kann". Naja...

Bahnhofsgebäude: Viel Beton und ein Türmchen mit Uhr

Der Bahnhof von Enschede

PEG-Talent erscheint in Enschede

PEG aus Deutschland kommt und ...

und stellt sich neben den gelb-blauen Zug von eben

... stellt sich brav neben den niederländischen Zug.

Wir erreichen Enschede (sprich: "Ens-chrede" - mit rollendem ch) - Endstation der Linie. Der Zug hält im äußersten Norden des Bahnhofs und ganz außen direkt am Gebäude des Stadskantoor, dem Rathaus. Daneben hält ein "Koploper" der NS, der "Nederlandse Spoorwegen", sprich der Bahngesellschaft der Niederlande. Diese Triebwagen haben einen hochgesetzten Führerstand. Unterhalb befindet sich in der "Schnauze" eine Tür, durch die zwischen zusammengekuppelten Wagen ein Übergang geschaffen wird. Ich lasse den DB-Talent rausfahren und beobachte, wie sich in Holland Schranken schließen. Das akustische Signal ist in der Lautstärke langsam ansteigend und hält auch an, wenn die Schranken geschlossen sind. Was sehr nervig sein kann. Ein Schild weist darauf hin, dass auch nach der Durchfahrt eines Zuges ein zweiter kommen könnte und man unbedingt das Rotlicht beachten solle. Ungefähr jedenfalls - ich kann kein Niederländisch. Aber wenn man sich mit Schildern länger beschäftigt, kommt man meist hinter den Sinn. Ein zweiter Zug kann hier nicht kommen, weil vor dem Bahnübergang bereits der Puffer des zweiten Gleises steht.

Wer weiß, ob man in den Niederlanden auf den Bahnsteig nur mit Ticket darf? Ich versteh das Schild nicht und unterlasse es, die anderen Bahnsteige zu betreten. Es wird auch so deutlich, wie der Bahnhof aufgebaut ist. Zwar halten Koploper und Talent der DB oder PEG nebeneinander. Aber eine Überfahrt zwischen den Gleisen ist nicht möglich. Außerdem enden beide Gleise am Puffer, wobei der am Ende des Zweigs aus Deutschland nur weggenommen werden muss, damit ein Zugbetrieb möglich wäre. Das eigentliche Gleis endet nämlich nicht am Puffer sondern führt ins Gleisvorfeld des Bahnhofs.

Von Enschede gelangt man mit dem IC in die größeren Städte Rotterdam und Den Haag sowie in die Hauptstadt Amsterdam. Stoptreins fahren nach Zwolle und Almelo. Stoptreins entsprechen deutschen Regionalbahnen, die an jedem Bahnhof halten. Es ist das Gegenteil von den Sneltreins, die nur an den größeren Bahnhöfen halten, vergleichbar mit Regionalexpresszügen in Deutschland. Mein Zug ist also auch nach niederländischer Definition ein Stoptrein.

Möglicherweise könnte jetzt einer sagen, dass hier schonmal ein ICE entgleist ist. Aber das war in Eschede, also ohne n und in Deutschland bei Celle. Dafür gab es hier eine andere Katastrophe, nämlich im Jahr 2000, als hier eine Feuerwerksfabrik explodiert ist und die Druckwelle noch 60km entfernt deutlich spürbar war.

Inzwischen fährt die PEG ein, in deren Triebwagen ich auch direkt wieder einsteige. Im Abteil sitzen auch ein paar Teenies, die mit einigen Tüten mit der Beschriftung "Smoke" oder so ähnlich ausgerüstet sind. Es ist bekannt, dass in den Niederlanden der Verkauf von Cannabis in Coffee-Shops erlaubt ist. Gerade in grenznahen Städten kommt es daher zu einem "Drogen- Tourismus", der offensichtlich auch die Bahn betrifft. Dabei wird die gekaufte Ware über die Grenze geschmuggelt, da Besitz und Konsum in Deutschland illegal sind. Persönlich habe ich sogar mit Kontrollen gerechnet. Aber nichtmal ein Zugbegleiter ist aufgetaucht, weder Fahrkarte noch Ausweis wollte an diesem ganzen Tag nicht ein Mensch sehen. So ist dem Schmuggel Tür und Tor geöffnet.

Es geht wieder aus den Niederlanden heraus. Hinter Glanerbrug tauchen deutsche Bahnübergänge auf, irgendwann das Formvorsignal von Gronau. Wie kompliziert muss es früher gewesen sein, bevor das Schengen- Abkommen einen so unglaublich einfachen Grenzübertritt ermöglicht hat?

In Gronau nehme ich mir jetzt etwas Zeit für die Umgebung. Benachbart zum Bahnhof liegt der "Inselpark", wo auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau ein kleiner, netter Freizeitpark angelegt wurde.

Stellwerk in Gronau

Er beinhaltet Teiche, Spielplätze und vielen botanische Anlagen. Hier und da sitzen Leute auf der Bank und lesen Bücher oder machen Rätsel. Inmitten des Parks steht das Rock´n´Pop-Museum und ein Kletterturm. An einem Ende wurde ein hoher Grashügel in Form einer Pyramide aufgehäuft. Von ihm hat man eine gute Aussicht auf den Park und die Stadt. Eine Oase zum Erholen.

Rock und Popmuseum in Gronau: Backstein und Moderne

Rock´n´Pop-Muesum Gronau

Blick von einer Graspyramide über den Inselpark: Bewachsene Flächen mit Wasserspielen und Spielplätzen, von Gewässern durchzogen

Inselpark und Innenstadt von der Graspyramide aus

Kletterturm und eine Brückenkonstruktion

Kletterturm und Brücke

Die Brücke erinnert an Mikado-Stäbchen: wild platzierte dünne Träger

Baustelle Bahnhof

Schon bald schiebt sich der doppelte verkehrsrote Talent mit der Werbung für den Stundentakt nach Coesfeld in den Bahnhof Gronau. Eingestiegen! Es geht im gemütlichen Tempo durch die Ackerflächen des nördlichen Münsterlands. Den Namen erhält die Bahn nach der Euregio, einer wirtschaftlich-kulturellen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zum Zweck der Überwindung von Grenzen. An einigen Grenzregionen in Deutschland gibt es solche Euregios. Alte Peripherieräume sollen so gestärkt werden. Die Strecke und Linie ist allerdings nicht zu verwechseln mit der euregiobahn im Raum Aachen. Die wird klein und zusammen geschrieben. Diese hier groß und auseinander: Euregio-Bahn.

Bei der Westmünsterlandbahn wurden die Haltestellenansagen zweisprachig durchgeführt. Und auch hier heißt es auch "het volgene station is Ochtrup." Hier macht es allerdings eine Frau, bei der PEG ist es ein Mann.

Während der Zug durch das Nordwestliche Münsterland zuckelt, versuche ich mich an einem Kreuzworträtsel. "Quellnymphe"..."Figur der Quadrille"..."Eine der Musen"..."Oper von Bellini"... "Rabe Odins"... Ach verdammt. Aber wir halten eh gerade in Burgsteinfurt - da wollte ich raus.

Bahnhof Burgsteinfurt

Linksverkehr im Bahnhof Burgsteinfurt

blass-gelbes Empfangsgebäude von Burgsteinfurt

Bahnhofsgebäude vom Busbahnhof aus

Empfangsgebäude von der Gleisseite: moderne Bahnsteige aus Fertigteilen

... und von der Gleisseite

Romantisches Torhaus vom Schloss Burgsteinfurt: gelbes Fachwerkhaus mit Brücke über dem Gewässer, im Hintergrund weitere gelbe Fachwerkhäsuer mit rotem Dach

Torhaus von Schloss Burgsteinfurt

Fachwerkhäuser am Schloss

Alte Häuser am Schloss

Wie eine Kirche aussehende Hochschule von Burgsteinfurt

"Hohe Schule" in Burgsteinfurt

Burgsteinfurt ist ein Teil der Stadt Steinfurt, Kreisstadt des gleichnamigen Kreises mit dem Kennzeichen ST. Völlig unbekannt war mir bisher, dass es sich dabei um ein hübsches, kleines Städtchen handelt. Ziel des Fußwegs vom Bahnhof, für den ich genau eine halbe Stunde habe, ist

das Schloss Burgsteinfurt im Südosten der Altstadt. In Luftlinie ist es etwa einen Kilometer vom Bahnhof entfernt. Auf dem Weg dorthin komme ich an der "Hohen Schule", die ich für eine Kirche halte, vorbei. Außerdem an der kleinen evangelischen Kirche. Besonders sind hier die Absperrungen. Sind das normalerweise einfache Stahlpfosten, machmal auch aus Stein, sind diese hier sehr künstlerisch mit einem Häuschen mit Treppengiebel versehen. Nett!

Interessant auch der Straßenname einer Einbahnstraße: Türkei. Am Torhaus zum Schloss stehen einige Touristen. Zumindest von hier aus kommt man zum eigentlichen Schloss nicht hin, das Tor ist zu. Bleibt nur Schwimmen.

Evangelische Kirche - wie eine Kapelle im zu großen Maßstab  künstlerisch gestaltete Absperrpfosten mit einem Haus und Treppengiebel darauf

Kleine Kirche und Absperrpfosten mit künstlerischer Gestaltung in Burgsteinfurt

Doch dazu ist keine Zeit. Im schnellen "Geographenschritt" gehts zurück zum Bahnhof. Keine fünf Minuten nach der Ankunft rollt auch der Talent der RB 64 ein. Mit ihm fahre ich ein Halt zurück nach Metelen-Land. Wie der Name schon sagt, liegt der Bahnhof ganze drei Kilometer außerhalb des Ortes Metelen im platten Land. Das Bahnhofsgebäude und das Gelände ringsherum beherbergt ein kleines Eisenbahnmuseum.

Euregio-Bahn in Metelen-Land

Euregio-Bahn fährt aus Metelen Land aus

Bahnhofsgebäude: Fachwerk mit Backsteinklinker und Holzgiebel. In den Fenstern Sommerblumen. Garten mit Eisenbahnzeug

Der Bahnhof von Metelen Land - ein Eisenbahnmuseum

Freigelände des Bahnhofs: Eisenbahnmuseum mit Signalen, Schildern und mehr

In einem umzäunten Areal stehen allerhand Schilder und Signale

Kurze Bahnstrecke hinter dem Bahnhof, welche mit Draisinen befahren werden kann

Auf einem kurzen Schienenstück kann man mit Draisine fahren

Alte Bahnübergangsampeln

... und auf dem Abschnitt wurden auch viele Objekte untergebracht

Gegenzug erreicht Metelen. Im Vordergrund Wartehalle und Pluspunkt mit Fahrkartenautomaten

Pünktlich erscheint der Gegenzug

Das ist schon das zweite Eisenbahnmuseum in einem kleinen Landbahnhof, welches ich heute sehe. Das erste war in Lette (Kreis Coesfeld) an der Westmünsterlandbahn. Hier wie dort kann man Objekte, Schilder und Signale zum Thema Bahn im Freiland bewundern. Das Museum von Metelen hat eine kurze Schienenstrecke, auf der man mit einer Hebeldraisine hin und her fahren kann. Es ist jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet. Die Anfahrt mit dem Zug ist denkbar einfach.

Die Hitze des heutigen Tages haut einen um. Sonne von oben - und der Beton des Bahnsteigs strahlt die Wärme von unten zurück. Bis der Gegenzug kommt, halte ich mich im Schatten unter den Bäumen aus. Es wird Zeit, dass es regnet. Der Erdboden ist völlig ausgetrocknet.

Bahnhof Altenberge: modernisiert und Restaurant

Am Bahnhof von Altenberge

roter Zug in der Sonne

Ein Biergarten direkt am Bahnsteig

In Altenberge findet - nach Ochtrup - die zweite Zugkreuzung statt. Auch hier gilt, dass der Bahnhof recht weit außerhalb des eigentlichen Ortes liegt. Dieser ist aber an den Bahnhof herangewachsen. Der Zug hat etwas Aufenthalt, so dass ich den selben direkt wieder nehmen kann. So fragt mich der selbe Zugbegleiter zweimal kurz nacheinander nach dem Ticket. Naja, ich bin ja auch im anderen Zugteil eingestiegen.

Vorbei geht es für mich an Münster-Häger, einem kleinen schattigen Haltepunkt auf Münsteraner Stadtgebiet, der bis vor kurzem nach dem benachbarten größeren Ort Nienberge benannt war. Häger ist ein etwa 1000 Einwohner starkes Dorf. Kurz hinter dem Haltepunkt bremst der Zug stark ab. Der Zugbegleiter steigt auf freier Strecke mit Hilfe der Notentriegelung aus und macht sich an einem Handeinschalttaster eines Bahnübergangs zu schaffen. Ein Feldweg. Pro Tag vermutlich maximal ein Traktor. Aber sicher ist sicher.

Euregio-Bahn in Münster-Zentrum-Nord: ein kleiner Haltepunkt

Euregio-Bahn in Münster-Zentrum-Nord

blaue Geländer und Wartehäuser

Für den Namen ein mickriger und schwach besuchter Haltepunkt

vier Durchgangsgleise und nur die äußersten zwei mit Bahnsteig ganz außen

 

Triebwagen erreicht Münster-Zentrum-Nord

Die neue Emsauenbahn der Linie RB 68

Vor dem Hauptbahnhof befindet sich die Station Münster Zentrum Nord. Dabei hat der Halt mit der Innenstadt von Münster, wie man vielleicht angesichts der Bezeichnung denken könnte, nicht viel zu tun - liegt er doch etwa zweieinhalb Kilometer vom Dom entfernt. Man muss das Stationsschild nur richtig betonen: Zentrum Nord ist ein Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort nördlich der Innenstadt.

Euregio-Bahn in Münster-Zentrum-Nord

Panoramabild: Euregio-Bahn in Münster Zentrum Nord

Vier Gleisstränge laufen durch den Halt, nur an den äußeren befinden sich Bahnsteige. Hier hat sogar die RB 63 "Baumberge-Bahn" ihr eigentliches Linienende. Die Einrichtung ist durchgehend in hellblau gestaltet. Hier stehen Wartehäuser, Uhren und Informationsmonitore für die nächsten Halte und eventuelle Statusmeldungen über Verspätung oder Ausfälle.

Keine drei Minuten später kommt mein Zubringer zum Münsteraner Hauptbahnhof: die neu geschaffene Emsauenbahn der Linie RB 68 aus Rheine. Mit dem "Quietschie" genannten ET 425 geht es die letzten Kilometer bis zum größten Knotenpunkt im Münsterland.

Münster Hauptbahnhof und Hauptstraße

Der Hauptbahnhof von Münster

roter Triebwagen der Haard-Bahn in Münster Hauptbahnhof, typische Bahnsteigbedachung mit Sonnen- und Regenschutzglas

Ausgangspunkt z.B. von der Haard-Bahn nach Essen

Triebwagen in Münster

Endstation auch der Emsauenbahn

FLIRT-Triebwagen der Westfalenbahn

... und der Teuto-Bahn aus Osnabrück.

Münster Hauptbahnhof - Endstation! Endstation so einiger Linien. Neben dem RE 2 und dem RE 15 enden viele Regionalbahnlinien des Münsterlandes hier im Bahnhof. Neben den genannten der Warendorfer, die Haard-Bahn, der Lünener, die Teuto-Bahn oder die Ems-Börde-Bahn. Hier hält jeglicher Fernverkehr von Nord nach Süd. Und die Stadt ist ein Besuch wert. Bekannt ist Münster vor allem als Fahrradhauptstadt.

Rathaus von Münster  Lamberti-Kirche

Rathaus und Lambertikirche im Zentrum von Münster

Nirgendwo findet man in Deutschland so viele Fahrräder, aber auch Fahrradwege und sogar Parkhäuser wie in Münster. Straßenzüge, die vollgeparkt sind mit mehr oder weniger rostigenn Drahteseln. Ständig wird man von ihnen überholt, irgendwo wird immer geklingelt.

Im Stadtzentrum steht der Dom und die Lambertikirche (die häufig für den Dom gehalten wird). Außerdem das historische Rathaus mit dem Treppengiebel.

Die eigentliche Exkursion und auch die Neuauflage ist hier nun zu Ende. Am Himmel tun sich langsam Wolken auf. Ich steige in die Ems-Börde-Bahn nach Hamm. Drinnen ist es mit 27°C angenehm kühl - die Klimaanlage funktioniert. Doch es wird sehr voll. Und da jeder Mensch viel Wärme produziert und die Sonne noch massiv aufs Dach knallt, steigt die Temperatur rasch auf unerträgliche Werte. Ruckzuck haben wir 35°C - allen läuft der Schweiß an allen möglichen Körperteilen zusammen. Die Hose klebt am Bein, das T-Shirt klebt auch. Es riecht insgesamt zunehmend etwas streng im Zug.

Mit jeder Zwischenstation kommt ein kurzer Hauch kühler Luft herein. Über Hamm sieht man dicke Wolken. Es ist eine Befreiung - hier ist es deutlich kühler und Wind kommt auf. Erste Regentropfen hängen am Fenster. "Wegen Unwetter im Raum Köln hat ICE XYZ etwa 101 Minuten verspätung.... ich korrigiere: 99 Minuten Verspätung". ... "Der Regionalexpress aus Krefeld kommt wegen Unwetter im Raum Köln etwa 45 Minuten später..." Oha. Das war der Tag, wo mitten im Juli in Essen so viel Hagel vom Himmel fiel, dass Schneeräumdienste ausrücken mussten und im Rheinland die Keller unter Wasser standen. Hier ist alles humaner. Es fängt an zu regnen, hier und da ein Donnerschlag und entfernte Blitze. Es kühlt merklich ab. So soll´s sein.

Zusatzinformation:

Eisenbahnmuseum Metelen Land: www.bahnhofsmuseum.de

Sebi on Tour - Demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)

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