Nahverkehr in NRW: Teil 53 - RB 20: Die euregiobahn
»Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei« - die RB 20 hat sogar vier! Die unter der kleingeschriebenen Bezeichnung "euregiobahn" verkehrenden Züge gehören zu einer Regionalbahnlinie im Raum Aachen, der nur zwei Endpunkte nicht reichen, sondern die mit Stolberg, Düren, Alsdorf und Heerlen in den Niederlanden gleich vier von ihnen hat. Die Linie ist nicht zu verwechseln mit der RB 64, die als »Euregio-Bahn« - also großgeschrieben und getrennt - zwischen Enschede und Münster durchs nördliche Münsterland fährt.
Die RB 20 ist noch eine sehr junge Linie bzw. eigentlich ein inzwischen recht großes Netz, das nach und nach ausgebaut und erweitert wurde und auch noch wird. Zwischen Herzogenrath und Stolberg sowie zwischen Langerwehe und Düren werden die Strecken M'Gladbach-Aachen und Köln-Aachen teilweise genutzt. Es folgt zunächst die obligatorische Karte mit den lagetreuen Bahnhöfen:
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Aktuell stellt sich das Netz als eine Hauptachse mit zwei Streckenenden an jeder Seite dar, jeweils mit Teilung in Herzogenrath und Stolberg. Das Betriebskonzept sieht hier einige Besonderheiten vor: In Stolberg Hauptbahnhof wird der aus zwei Einheiten bestehende aus Richtung Aachen kommende Zug "geflügelt", also geteilt. Ein Zugteil fährt nach Langerwehe oder Düren, der andere nach Stolberg-Altstadt. Auf dem Rückweg werden die Einheiten wieder am Hauptbahnhof von Stolberg zusammengekuppelt. In Herzogenrath teilt sich die Strecke wiederum in die Richtungen Heerlen und Alsdorf auf. Hier wird allerdings nicht geflügelt, die beiden Triebwageneinheiten fahren zusammen abwechselnd halbstündlich nach Heerlen (Niederlande) oder nach Alsdorf. Nach dem Lückenschluss zwischen Weisweiler und Langerwehe wurde der Fahrplan der auf der Hauptachse Köln-Aachen verkehrenden Regional-Express-Linie RE 9 angepasst. Sie hält seitdem nicht mehr in Eilendorf und Nothberg. Während Eilendorf immerhin noch die euregiobahn halbtstündlich anfährt, wurde der Halt Nothberg damit praktisch stillgelegt. Alternative für die Anwohner ist seitdem nur der gleichnamige Haltepunkt einige Kilometer nördlich, der ebenfalls ausschließlich von der euregiobahn bedient wird. In Bürgerinitiativen wird eine Reaktivierung bzw. ein Wiederanfahren der RE-Linie in den genannten Orten gefordert.
Eingesetzt werden auf der euregiobahn zweiteilige Triebwagen des Typs Talent mit einer Liniencharakteristischen Farbgebung in blau-rot. Sie sind innen in DB-Farben gestaltet, besitzen jedoch als Besonderheit keine Toiletten an Bord.
Für den Betrieb der euregiobahn wurden einige Strecken reaktiviert, die heute im Besitz der EUREGIO Verkehrsschienennetz (EVN) sind, ursprünglich von einem Natursteinbetrieb gegründet. Die DB-Regio NRW übernimmt lediglich als Verkehrsunternehmen den Betrieb des Personenverkehrs. Das Netz ist auch heute noch nicht an seinen Planungsgrenzen angekommen. Es gibt weitreichende Planungen für weitere Ausbaustufen. So wurde im Sommer 2009 erst die Verbindung von Eschweiler-Weisweiler bis Langerwehe als Neubaustrecke eröffnet. Für 2012 wird der Lückenschluss zwischen Alsdorf und Stolberg angestrebt, ebenfalls angeschlossen werden soll Heinsberg weiter im Norden. Des weiteren ist eine Verlängerung der Linie über Düren hinaus nach Jülich auf der bestehenden Rurtalbahn und eine Verlängerung über Stolberg-Altstadt hinaus bis nach Eupen in Belgien in Überlegung. Eine Verbindung von Alsdorf in die Aachener Innenstadt, für die einige Talent-Züge bereits für den Stadtbahnverkehr mit Blinkern (!) ausgestattet wurden, ist für die letzte Ausbaustufe des Netzes vorgesehen.
Teil 1 - Der Norden: Aachen - Herzogenrath - Alsdorf
Los geht es um 08:01 Uhr am Neusser Hauptbahnhof. Wäre ich von zu Hause gefahren, hätte ich wieder um halb fünf aufstehen und halb sechs losfahren müssen. Immerhin ist die euregiobahn die am weitesten entfernte Linie zu meinem Heimatort - fast vier Stunden würde die Anfahrt kosten, die Rückfahrt noch gar nicht gerechnet. Hochmotiviert wegen der vielen zur Verfügung stehenden Zeit und mit Freude über das schöne Wetter geht es zunächst via Mönchengladbach, Erkelenz, Hückelhoven, Lindern und Geilenkirchen nach Herzogenrath.

Bahnhofsgebäude Herzogenrath
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Die euregiobahn in Herzogenrath
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Kirche in Herzogenrath, von der Burg Rode aus gesehen
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Burg Rode über der Stadt
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Die Anreise erfolgt mit dem RE 4 "Wupper-Express", Namensgeber des virtuellen Streckennetzes für den Train Simulator von Graphics15, und der RB 33 "Rhein-Niers-Bahn", da ich an einigen Halten unterwegs vorher noch aussteige. Schließlich komme ich am Bahnhof Herzogenrath an.

Durchblick durch ein Törchen an der Burg
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Die Stadt Herzogenrath liegt direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Zu Fuß kann man ins vom Bahnhof nur etwa einen Kilometer entfernte Kerkrade laufen, einer kleinen Stadt in der Provinz Limburg. Doch dafür ist heute dann doch zu wenig Zeit. Hoch über der Stadt steht die Burg Rode, von der man einen guten Ausblick über den Ort hat. Hier sind auch eine feste Freilichtbühne und Sitzbänke aufgebaut. Offenbar finden hier regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. Doch bis auf einen älteren Mann, der hier mit seinem Dackel pausiert, treffe ich hier oben keinen Menschen. Es ist wohl noch zu früh für Spaziergänger.
Erst fast eine Stunde später fährt der Zug von Herzogenrath nach Alsdorf, man hätte aber auch mit dem Bus fahren können. Wie schon gesagt, auf der Linie ist zwar Halbstundentakt, aber die Züge fahren von hier aus abwechselnd nach Alsdorf und Heerlen. So hat jeder Streckenast einen Stundentakt.
Der Zug kommt mit deutlicher Verspätung. Schlecht für mich! Von der Endstation möchte ich einen Halt zurück zu Fuß laufen. Und die eigentlich vorgesehene Zeit von etwa 25 Minuten für die geschätzten 1,8 Kilometer schrumpft. Ich sehe schon, das wird sportlicher... |
Vorbei an den Vorstadthalten Herzogenrath-Merkstein und Herzogerath-August-Schmidt-Platz erreicht der blau-rote Talent in Doppeltraktion die Stadt Alsdorf. An der derzeitigen Endstation Alsdorf-Annapark steige ich aus. Linienende Nummer Eins ist erreicht

Endstation Alsdorf-Annapark
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Altes Stellwerk am neuen Bahnhof, hinten eine der Anna-Halden
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Der Annapark in Alsdorf ist dabei ein auf dem Gelände der 1983 stillgelegten Grube Anna erbautes Wohn-, Gewerbe- und Freizeitgebiet. Als Grube werden hier die Bergwerke bezeichnet. Nachdem das Steinkohlebergwerk geschlossen wurde, riss man einige Gebäude ab und baute hier neue Wohnhäuser und ein Einkaufszentrum. Ringsherum liegen weite, größtenteils begrünte Flächen, aber auch gepflasterte Plätze, Spielgelegenheiten und ein Tennisplatz. Hier und dort findet man Relikte der alten Grube, insbesondere der auffällige Förderturm steht noch und ist besteigbar. Daneben befinden sich im Park noch alte Hallen und ein Wasserturm. Nachhaltiges Flächenrecycling vom Feinsten. An einigen Stellen sind Baugrundstücke ausgewiesen, die noch bebaut werden können.
Etwas südlich befinden sich einige Halden der ehemaligen Grube Anna, insbesondere die Halden Anna I und II, die als "Brennende Halden" bekannt sind. Im Innern schwelt Restkohle im Abraum und sorgt so für messbar höhere Temperaturen. Im Gegensatz zu den im Ruhrgebiet ebenfalls vorkommenden Brennenden Halden (Link zum Thema "Industriekultur") sind diese hier zur Sicherheit abgesperrt und nicht zugänglich.

Förderturm der ehemaligen Grube Anna - ein Relikt im Park
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Parklandschaft und Wasserturm
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Wasserturm und alte Grubengebäude
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Irgendwie erinnern die an die »Totems« auf Halde Haniel
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Der derzeitige Endpunkt der euregiobahn am Annapark besitzt einen Mittelbahnsteig zwischen zwei Gleisen, von denen eines durch einen Puffer begrenzt wird. Das andere verläuft ungenutzt im Unterholz zur ehemaligen Grube Emil-Mayrisch. Dabei ist diese wohl das einzige stillgelegte Bergwerk mit eigener Betriebsautobahn. Auf dem Gelände nordwestlich von Aldenhoven, etwa sechs Kilometer von hier, wurde nämlich für Film- und Testzwecke eine 1.000 Meter lange Autobahn mit Mittelinsel und Seitenstreifen, Autobahnausfahrt, Parkplatz und Nothaltebuchten gebaut. Hier werden beispielsweise Szenen für die Fernseh-Actionserie "Cobra 11" gedreht, eine der erfolgreichsten und beliebtesten Serien ihrer Art .

Der Weg nach Busch führt durch dieses Tor
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Haltepunkt Alsdorf-Busch
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Einmal quer durch den Annapark laufe ich eine Station zurück. Ein gut ausgebauter Schotterweg führt quer durch den Park zum als Werkstor anmutenden Wilhelm-Schacht der Grube Anna. Direkt dazu benachbart liegt das Ziel der Wanderung, der Haltepunkt Alsdorf-Busch. Auf diesem Streckenast zwischen Herzogenrath und Alsdorf sind alle Halte ähnlich und recht einheitlich bestückt. Fahrkartenautomaten, kleine, gläserne Wartehallen, Lautsprecher und filigrane Überwachungskameras. Das einzige, was fehlt, ist eine Uhr. Gerade jetzt wäre das wirklich notwendig gewesen, denn die Armbanduhr ist leider derzeit kaputt, die Funkuhr zeigt nämlich die falsche Zeit an.
Mit dem Gegenzug geht es nun die gesamte Strecke zurück. Den zweiten Ast des Nordteils nach Heerlen kann ich mir nicht vornehmen, da dieser hinter Herzogenrath direkt in den Niederlanden verläuft und ich dafür kein Fahrausweis habe. NRW-Ticket ist NRW-Ticket. Ich kann Ihnen aber sagen, dass der Zug in den Niederlanden noch dreimal Hält, nämlich in Eygelshoven, Landgraaf und Heerlen-De Kissel, ehe er die Endstation erreicht.

Halt der euregiobahn in Aachen-Schanz
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Vorbei an Kohlscheid, Aachen-West, Aachen-Schanz und dem Hauptbahnhof der Kaiserstadt. Hier war ich schon einmal im Zuge der Exkursion zum RE 1 "Nordrhein-Westfalen-Express". Daher steige ich hier und heute nicht noch einmal aus, obwohl Aachen eine sehr schöne Stadt ist. Wer mehr von ihr sehen möchte, sollte in den entsprechenden Artikel wechseln. Aber später bitte.

Hauptbahnhof der Stadt Aachen im Sommer
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Der Dom der Stadt
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Im Innern des Aachener Doms
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RE 29 nach Liége (Lüttich) in Belgien: der "EuregioAIXpress"
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Teil 2 - Der Süden: Aachen - Stolberg / Düren
Wenden wir uns dem Südteil zu, in dem Besonderheiten wie eine Neubaustrecke, ein spektakuläres Flügelungskonzept und Bahnhofs-Still- legungen zu finden sind. Von Alsdorf-Busch führt die Fahrt daher zunächst nach AC-Rothe-Erde, eine Station hinter dem Hauptbahnhof gelegen.

RB 20 in Aachen-Rothe Erde im Bahnsteigbereich ohne Dach |

Zugang zum Bahnhof von der Ostseite durch einen Tunnel |

Der ebenerdige Tunnel endet an einem westlichen Ausgang |

Inselbahnsteig von Aachen-Rothe Erde |
Es ist ein modern ausgebauter Bahnhof in Form eines Inselbahnsteiges zwischen den Gleisen. Auf ihm steht ein kurzes Bahnsteigdach. Eine Treppe und ein Aufzug verbinden den Bahnsteig mit einem Tunnel, der auf Straßenniveau unter der hier hoch über der Umgebung verlaufenden Bahnstrecke quert. Außerhalb des Bahnsteigs macht der Halt einen heruntergekommenen Eindruck, offenbar wird hier aber demnächst saniert.
Tatsächlich wurde der eigentliche Halt erst 2007 renoviert, dabei auch einige vor dem heutigen westlichen Ausgang befindliche Gebäude abgerissen, die die Stützmauer mit "Flickenteppichmuster", also alten Fenstern, zugemauerten Bereichen oder Löchern, begründen.
Nächster Halt ist Eilendorf. Der Haltepunkt hat seit dem Streckenneubau und der Lückenschließung zwischen Weisweiler und Langerwehe seine RE-Linien eingebüßt. RE 1 und 9 fahren ohne Halt durch den kleinen Bahnhof durch. So erfolgt die Anreise zwangsläufig mit der RB 20.

Haltepunkt Eilendorf bei Aachen |

Dreifacher Tunnel Richtung Stolberg |
Zwei Bahnsteige liegen gegenüber. Eine Unterführung gibt es nicht, die Querung erfolgt über eine etwas entfernt gelegene Straßenbrücke. Das führt dazu, dass trotz des Zaunes in der Mitte gerne über die Schienen abgekürzt wird. Der Zaun ist einfach noch zu niedrig. Vor einem Güterzug - im benachbarten Tunnel sind die Lichter der Lok schon im Dunkeln sichtbar - übersteigt ein Mann qualvoll den Zaun. "Hier fährt ja nicht viel." Nein, ICE, Thalys, Güterzüge, Regionalexpress - schön langsam und in der Kurvenlage Richtung Aachen besonders gut einsehbar. "Hast du von den Idioten in Spanien gehört?" (Anmerkung: Beim Überqueren der Gleise war im Juni 2010 an einem spanischen Bahnhof eine Gruppe Men- schen spätabends von einem Schnellzug erfasst worden) Sprachs und bleibt erstmal am Zaun hängen. Ich kann es nicht mit ansehen. Idiot.
Eine Bürgerinitiative verlangt die Wiedereinrichtung des Haltes für die RE-Linie 9 »Rhein-Sieg-Express«. Zwar ist für die Anwohner der bequeme und schnelle Anschluss nach Köln und Aachen verlorengegangen. Aber hat das Konzept nicht grundsätzlich Charme, bei parallellaufender Regionalbahnlinie den Regionalexpress durch Wegfall des Haltes in kleineren Ortschaften zu beschleunigen? In Richtung Köln ergeben sich sogar ganz gute Anschlussmöglichkeiten am nächsten Halt Stolberg. Es wäre nützlich, zu wisssen, wie häufig die REs täglich genutzt wurden.
In Eilendorf musste ich mich direkt in den richtigen Zugteil setzen, um in die Stolberger Altstadt zu fahren. Für Fremde könnte das unter Umständen etwas verwirrend sein. Es wird nur ganz klein im Fahrplan angemerkt, welcher Zugteil wohin fährt. Einzig die Zielanzeigen im Zug und hinter der Frontscheibe könnten einen dann noch auf die Idee bringen, man sei falsch. Dazu muss man dann allerdings auch das Ziel des Zuges kennen und nicht nur die Station, an der man aussteigen möchte. Es soll inzwischen aber doch entsprechende Lautsprecheransagen geben.
In Stolberg Hbf steigt ein anderer Triebfahrzeugführer zu. Der vordere Wagen löst einfach die Scharfenbergkupplungen und fährt ohne uns Richtung Eschweiler davon. Der Fahrgast merkt davon so gut wie nichts. Kurz darauf setzt unser Zug ein kurzes Stück in den Güterbahnhof von Stolberg vor. Die Strecke nach Stolberg-Altstadt zweigt nämlich erst hinter dem Hauptbahnhof in Gegenrichtung nach Süden ab. Sobald der Gegenzug aus Stolberg kommt, können wir rückwärts ans dritte Ziel der Strecke fahren. Der Zug ist nicht besonders voll. Wie auf Kommando setzt sich ein Teil der Fahrgäste gleichzeitig in die Fahrtrichtung um. Vier Bahnhöfe liegen auf der Strecke der Vennbahn: Stolberg-Schneidmühle, -Mühlener Bahnhof, -Rathaus und -Altstadt. Die letzten drei liegen jeweils nur knapp einen Kilometer auseinander - wenn überhaupt.

Endstation Nummer Drei: Bahnhof Stolberg-Altstadt
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Und zurück geht es nach Heerlen in den Niederlanden
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Altstadt von Stolberg am Vichtbach, darüber die Burg
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Gebäude aus Naturstein und ganz kleine, runde Aschentonnen
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Enge Gässchen wie in der Toscana |
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Burg Stolberg
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Vichtbach durch die Altstadt
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Der Halt Stolberg-Altstadt ist ein Bahnhof. Ein einziges Gleis ist an einen Bahnsteig mit Bedachung angebunden. Hier stehen Formsignale, das Einfahrsignal aus Richtung Eschweiler direkt am Haltepunkt Stolberg-Rathaus. In unmittelbarer Nähe zum Halt befindet sich - passenderweise zum Namen der Station - die Altstadt unterhalb der markanten Stolberger Burg. In malerischen Gässchen stehen hier auf kleiner Fläche am Berg gemischte Naturstein-Backsteinhäuser, hier und da finden sich Fachwerkhäuser. Auch die Burg besteht aus Naturstein. Und unterhalb der Burg fließt inmitten durch diese Altstadt der Vichtbach. Vor den Häusern stehen ganz kleine, runde Mülltonnen. Eine derart interessante Altstadt hätte ich nicht erwartet. Außerhalb dieser stehen dann wieder die ganz normalen Gebäude - mal mehr, mal weniger schön.

Haltepunkt Stolberg-Rathaus. Der Himmel verdunkelt sich
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Und die Stadtverwaltung selber
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Im Gegensatz zur Altstadt ist das Rathaus, nachdem der nächste Haltepunkt benannt wurde, nämlich ein potthässlicher Plattenbau. Hier steige ich in die nächste euregiobahn ein. Im Güterbahnhof von Stolberg fährt kurz nach unserer Ankunft das Pendant aus Eschweiler auf uns auf. In Doppeltraktion fährt der Zug wieder dem Ziel Alsdorf entgegen. Ich steige aber am Hauptbahnhof von Stolberg aus.
Zum Zeitpunkt der ersten Exkursion wurde der Anschluss nach Eschweiler knapp verpasst - die Züge stehen ja im Güterbahnhof kurz nebeneinander. Seit dem Bau eines zusätzlichen Bahnsteiges und kurzem Halt wird aber zumindest der Anschluss nach Eschweiler seit 2010 sichergestellt.

Stolberg Hbf. Von der Anlage und vom Gebäude her keilförmig
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euregiobahn in Stolberg Hbf
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RE 1 aus Aachen verlässt Stolberg Richtung Hamm
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RB 20 im Sommer. Alles freundliche Tfs (Man beachte Hand)
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Hier am Hauptbahnhof war ich bereits einmal - ebenfalls im Zuge der Erkundung des RE 1, der hier auch hält. Heute ist das Wetter deutlich besser, ich erinnere mich noch an die dichte Wolkendecke im Sommer damals. Es hat sich aber nichts verändert: Der Parkplatz am Bahnhof ist genau so voll wie eh und je, Der Bahnhof wirkt etwas heruntergekommen und andauernd kommen Autos, die irgendwelche Leute am Bahnhof rauswerfen. Er ist ja auch etwas außerhalb der eigentlichen Stadt gelegen. Und genau ein Taxi wartet auf Kundschaft. Nur eines ist anders. Der eklige Gestank von damals ist nicht in der Luft. Der kam damals laut Aussagen eines Bewohners der Region durch schwefelhaltiges Sicker- wasser aus der Halde einer Chemie- und einer Glasfabrik, welches in den am Bahnhof vorbeifließenden Saubach gelangt.
Gut, dass hier Halbstundentakt auf der Linie herscht. Bald schon kommt der doppelte Triebwagen aus Richtung Aachen. Ich darf mich nicht vertun und muss in den vorderen einsteigen. Diesmal lassen wir den hinteren Teil in Stolberg stehen und fahren ab Richtung Eschweiler. Der Eschweiler Ortsteil Aue wird durchfahren. Hier steht der zugehörige stillgelegte Bahnhof, der auch bislang nicht reaktiviert wurde. Unter der sogenannten Dreibogenbrücke wird die Hauptstrecke Aachen-Köln unterquert. Vorbei an Eschweiler-West fahre ich bis zum Talbahnhof.

Eschweiler-Talbahnhof / Raiffeisen-Platz
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Eschweiler hat auch noch einen Hauptbahnhof an eben der Hauptstrecke, an dem RE 1 und RE 9 halten. Nur wenige hundert Meter entfernt von ihm liegt der Talbahnhof an der Eschweiler Talbahn, der wegen der finanziellen Unterstützung bei der Reaktivierung der Strecke durch die Firma den Zusatznamen "Raiffeisen-Platz" bekommen hat. Hier findet sich ein schön renoviertes Gebäude, gelegen an einem Busbahnhof.

RB 20 nach Alsdorf-Annapark...
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... am Haltepunkt Eschweiler-West
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Während ich am Talbahnhof verweile, trifft der Zug in Weisweiler auf den Gegenzug, mit dem es dann nur einen Halt rückwärts nach Eschweiler-West geht. Ein kleiner Haltepunkt inmitten eines Wohngebietes und nur etwa 800 Meter vom Talbahnhof entfernt. Es ist ein Bedarfshalt. Der Zug hält nach Druck auf die Stopp-Taste, die im Zug hoch oben in der Kofferablage integriert ist - oder wenn jemand auf dem Bahnsteig steht.
Hinter dem Talbahnhof liegt in Gegenrichtung die zweite Bedarfshaltestelle auf der Talbahn: Eschweiler-Nothberg.

RB 20 nach Alsdorf in Eschweiler Nothberg |

Talent der euregiobahn nach Langerwehe |

Haltepunkt Nothberg mit Standardausstattung am Rande des Ortes |

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Dieser Halt liegt etwas außerhalb des Eschweiler Vorortes am Rande von Feldern. Züge halten auch hier nur auf Tastendruck. Seitdem die euregiobahn nach Langerwehe bzw. Düren weiterfährt, wurde der an der Hauptstrecke liegende gleichnamige Halt Nothberg geschlossen. RE 1 und RE 9 fahren seitdem wie in Eilendorf durch. Für Anwohner bleibt somit nur der neue Halt an der Indetalbahn oder der Hauptbahnhof von Eschweiler, der nicht weit entfernt liegt. Die gleiche Bürgerinitiative wie in Eilendorf verlangt auch hier die Reaktivierung.
Ein kurzes Stück weiter liegt die zeitweise Endstation Eschweiler-Weisweiler. Seit der Einweihung der Neubaustrecke nach Langerwehe ist Weisweiler zum Kreuzungsbahnhof geworden.

Eschweiler-Weisweiler - heute Kreuzungsbahnhof
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Vorbeifahrt am Braunkohlekraftwerk Weisweiler
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Er liegt südlich des Ortes Weisweiler am Flüsschen Inde, die der Eschweiler Talbahn übrigens auch den Namen »Indetalbahn« gibt. Schon von Weitem lässt sich der Standort von Weisweiler ausmachen, weil über dem Ort permanent dicke, weiße Wasserdampfwolken aufsteigen. Hier steht nämlich eines der vier großen Braunkohlekraftwerke des Rheinlands. Hier wird Strom aus Braunkohle gewonnen, die in nahegelegenen Baunkohletagebauen abgebaut wird. Die anderen großen Kraftwerke des Rheinlandes stehen in Frimmersdorf und Neurath bei Grevenbroich (vgl. Artikel RB 38 »Erft-Bahn«) sowie bei Niederaußem und setzen eine ähnliche Markierung in die Luft.
Über eine kleine "Achterbahn" führt die neue Bahnstrecke parallel zu Straßen nach Langerwehe. Hier wurde nördlich der bestehenden Bahnsteige ein neuer Haltepunkt mit Busübergang und einem großen Parkplatz angelegt. Früher wurden die Bahnsteige durch hohe Schall- schutzmauern begrenzt, die nördliche Seite ist seitdem offener gestaltet. Der neue Haltepunkt wird nur von stündlichen Zügen der euregiobahn genutzt, die nicht bis nach Düren weiterfahren. Die Abfahrtszeit nach Aachen richtet sich nach der Ankunft des RE 9 aus Richtung Köln. Der Übergang beträgt laut Fahrplan zwei Minuten, ist fußläufig schnell zu bewältigen und durch die Anlage der Fahrstraßen (Der RE fährt zuerst, dann die RB 20 auf einem kurzen Stück auf dessen Gleis) gesichert. Sofern der Rhein-Sieg-Express nicht gerade mehr als fünf Minuten später fährt.

"Dampfzug" euregiobahn - Talent mit Blinker (schwer zu sehen) |

Guter Anschluss vom RE 9 zur RB 20 |

Bahnhofsgebäude von Langerwehe |

Der Thalys aus Paris brettert durch Langerwehe durch |

Südlicher RE-Bahnsteig der Züge Richtung Köln |

Neuer Haltepunkt Gleis 5 |
Geprägt ist die Region weiterhin durch den Braunkohleabbau und die Energiegewinnung aus dem Rohstoff. So finden sich hier neben den großen Kraftwerken und Tagebauen auch Halden, die den Abraum aufnehmen. Ist die Sophienhöhe die bekannteste hier, findet sich ein unbekanntes Exemplar direkt an der Bahnstrecke hinter dem Bahnhof Langerwehe: Die Halde Nierchen. Sie ist dicht bewachsen - zumindest an den Hängen - und damit heute nicht mehr als Halde erkennbar. Oben besitzt sie ein großes, flaches Plateau, das landwirtschaftlich genutzt wird. Neun Windkraftanlagen stehen auf der Halde und gewinnen Strom aus Windenergie. Die Halde kann frei besucht und bestiegen werden. Eine Wegbeschreibung vom Bahnhof Langerwehe aus steht ganz unten in der Linkliste.
Direkt vor dem RE 9 nach Köln fährt planmäßig die RB 20 nach Düren, was in Langerwehe wiederum eine gute Anschlussmöglichkeit für Fahrgäste aus Nothberg schafft, die eigentlich den Regionalexpress hätten nehmen wollen. Um einen Trassenkonflikt zu verhindern, ist der Bau eines weiteren Gleises bis Düren in Überlegung. Nach vergleichsweise langer gerader Strecke ist der aktuelle Endbahnhof der RB 20 in Düren erreicht.
Wobei das auch nicht ganz stimmt. Schon heute gibt es an Sonn- und Feiertagen vereinzelte Züge der RB 20 nach Heimbach in der Eifel über die Rurtalbahn. Doch im normalen werktäglichen Verkehr ist derzeit in Düren Schluss.

Rurtalbahn-RegioSprinter nach Heimbach in Düren |

Bahnhofsgebäude von Düren |

RE 9 »Rhein-Sieg-Express« nach Aachen (falsche Zielanzeige) |

RTB-RegioSprinter nach Linnich |
Ausführlicher ist der Bahnhof im Artikel zur RB 21 »Rurtalbahn« (Nord) behandelt. Nur soviel: Düren ist ein kleiner Knotenpunkt mit Anschluss an die Rurtalbahn nach Heimbach in der Eifel und Linnich via Jülich. Außerdem endet hier die Linie der S-Bahn nach Köln. Auch die euregiobahn hat derzeit ihre Endstation am Gleis 6 in Düren.
Zusatzinformationen:
Sebi on Tour - demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)
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