
Nahverkehr in NRW: Teil 48 - Die Eifel
Diese Exkursion beschäftigt sich gleich mit vier Bahnlinien in NRW, die im Südwesten des Bundeslandes vom Rhein in die Eifel führen. Der erste Ausflug dazu fand im Februar, der zweite im August 2009 statt. Kontrastreicher geht es von den Temperaturen her wirklich nicht.
Drei Bahnlinien benutzen die unelektrifizierte Eifel- Strecke, die von Hürth-Kalscheuren (südlich von Köln) in südwestlicher Richtung durch die Eifel verläuft. Die wich- tigste und schnellste Verbindung auf dieser Strecke ist der RE 12, der "Eifel-Mosel-Express", der im Zwei- stundentakt von Köln nach Trier fährt und von der DB-Regio Südwest betrieben wird.
Er wird ergänzt durch den wiederum von der DB Regio NRW betriebenen "Eifel-Express" (RE 22), der von Köln-Deutz aus auf der selben Trasse bis Gerolstein in Rheinland-Pfalz für einen Stundentakt sorgt. Er wird teilweise in Gerolstein als RB 83 "Eifel-Bahn" (Rh.-Pf.) bis nach Trier durchgebunden.
Weiterhin verstärkt werden beide RE-Linien zwischen Köln-Deutz und Kall durch die RB 24 "Eifel-Bahn" (NRW), die auch an den kleineren "Hühnerställen" hält, an denen RE 12 und RE 22 ohne Halt durchfahren.
In Euskirchen besteht Umsteigemöglichkeit zur "Vor- eifelbahn", einer Regionalbahnlinie, die im Halb- oder in Hauptverkehrszeiten sogar im Viertelstundentakt zwi- schen Euskirchen und Bonn Hbf fährt sowie mangels Kreuzungsmöglichkeit nur im Stundentakt weiter nach Bad Münstereifel. Diese RB 23 nutzt die Strecken "Voreifelbahn" und "Erfttalbahn".
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Geographie, Teilstrecken und Rollmaterial:
Die KBS 474 "Eifelstrecke" verläuft von Hürth-Kalscheuren bei Köln in südsüdwestlicher Richtung durch die flache Kölner Bucht. Zwischen Kierberg und Erftstadt wird der nierige Höhenzug Ville (gesprochen: "Wille") überfahren und anschließend die Südspitze der flachen, fruchtbaren und daher auch landwirtschaftlich aktiv genutzten Zülpicher Börde erreicht. Zwischen Euskirchen und Mechernich ist auch diese durchfahren und die Eifel erreicht. Die Eifel ist ein Mittelgebirge im Südwesten NRWs und Nordwesten von Rheinland-Pfalz. Die höchste Erhebung ist die Hohe Acht mit 747 Metern Höhe. Bekannt ist die Eifel für ihre (immer noch vorhandene) vulkanische Aktivität, allerdings hauptsächlich im Bereich der in Rheinland-Pfalz liegenden "Vulkaneifel". Hier finden sich Vulkankrater, Calderen und die typischen kreisrunden Maare. In Blankenheim entspringt die Ahr, die bei Remagen in den Rhein fließt.
Die KBS 475 "Voreifelbahn" verbindet Euskirchen mit Bonn. Die 14 Kilometer kurze Verlängerung von Euskirchen nach Bad Münstereifel wird "Erfttalbahn" bezeichnet. Hier fließt die Erft als Flüsschen nach Norden, um hinter Erftstadt, Bergheim und bei Neuss in den Rhein zu fließen.

Eifel-Mosel-Express mit Baureihe 218 und Rotlingen in Köln-Deutz |
Sämtliche Strecken sind abgesehen von den Abschnitten im Raum Köln und Bonn Hbf unelektrifiziert. Bis auf den RE 12 laufen die Linien zusammen mit der Oberbergischen Bahn (RB 25) nach Marienheide unter dem ausgeschriebenen "Dieselnetz Köln". Daher sind die für den Raum Köln so typischen TALENT (Talbot leichter Niederflurtriebwagen) in der Baureihe 644 hier so häufig. Im Gegensatz zur bei den Privaten Verkehrsunternehmen sehr verbreiteten Baureihe 643 sind diese Wagen etwas länger und haben mehr Türen.
Der RE 12 war die allerletzte Linie in NRW, auf der bis Dezember 2009 Dieselloks der Baureihe 218 von DB Regio Südwest fuhren. Am Haken hatten sie Rotlinge und vereinzelt sogar Bduu-Fahrradwagen. Heute sind diese lokbespannten Züge durch 628er-Triebwagen ersetzt. Am Wochenende fahren aus Vertragsgründen RegioSwinger der Baureihe 612 oder 644er-Talent. Auch hier ist eine Besonderheit, gibt es mit dem Sauerland-Express zwischen Hagen und Kassel nur eine weitere Linie, auf der die RegioSwinger fahren. Hier wie dort haben die Triebwagen die formschönen Dieselloks schließlich verdrängt. |
Noch ein Wort zur Fahrtzeit: Der Eifel-Mosel-Express benötigt für seine Fahrt von Deutz nach Trier fast drei Stunden. Trotzdem ist der RE auf dieser Verbindung noch die schnellste Alternative - sogar schneller als der ICE, der durch das Rheintal fährt. Der RE 22 benötigt etwa zwei Stunden bis Gerolstein und die RB etwa 1 1/4 Stunden bis nach Kall. Zum Reisen braucht man hier etwas mehr Geduld als anderswo...
Exkursion Teil 1: Auf der Eifelstrecke zwischen Köln und Landesgrenze
Exkursionstechnisch handelt es sich bei diesem Streckennetz rund um Eifel-Strecke und Voreifelbahn um eine Sackgasse. Es gibt keine Querverbindungen mehr zu nicht besuchten Abschnitten. Ziel der Fahrt war deshalb, möglichst viel der Region an einem Tag zu besuchen. Einziger Haken an der Sache: zur üblichen Abfahrtszeit ist das alles leider nicht zu schaffen...
Freitagmorgen. Der Wecker projiziert die rote Uhrzeit an die Zimmerdecke: 04:27 Uhr. Der Großteil Deutschlands träumt. Die Staunachrichten nehme ich noch mit. "04:30 - Die Verkehrslage: A7 Hamburg Richtung Hannover..." - die Sender haben sich noch zur ARD-Popnacht zusammen- geschaltet - WDR2 gibt´s noch nicht. Die Tageszeitung ist auch noch nicht da. Mit dem allerersten Zug an diesem Tage geht es gegen halb sechs bei -6°C Außentemperatur los. Man ist allerdings immer wieder überrascht, wie voll es um diese Uhrzeit schon überall ist. In der Hönnetalbahn ist es nicht gerade leer, auch auf dem Bahnsteig in Unna kurz vor Sechs und im Rhein-Münsterland-Express nach Köln gähnt eine Menschenmenge um die Wette. Es ist nicht viel leerer als zu anderen Tageszeiten. Für die lange Fahrt habe ich heute ein Kopfhörer-Radio mit, welches aber sehr extrem auf Handystrahlung reagiert. Immer, wenn meine Nachbarin eine SMS absendet oder empfängt, fliegen mir die Ohren durch das Klackern weg. Nach der fünften SMS, die der Liebhaber schickt und ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubert, packe ich das Radio weg.
In Köln bin ich sehr früh. Planmäßig um 07:42, weshalb ich die RB 24 nach Kall um viertel vor Acht nicht ansatzweise eingeplant hatte. Normalerweise ist der Umstieg nach Erfahrungen aus den letzten Exkursionen utopisch, aber wir sind überpünktlich. Und die RB kommt direkt 20 Minuten später. Respektabel, dafür, dass die in Köln-Deutz eingesetzt wird! Aber gut für mich - vielleicht ergibt sich ja noch ein Halt mehr! Nunja.

Kölner Dom hinter der Hohenzollernbrücke |

Köln Hauptbahnhof am Dom |
Es fängt insofern gut an, dass beim Anziehen während der Einfahrt in den Kölner Hauptbahnhof der Zipp des Reißverschlusses meiner Jacke abbricht. Zack - und ich hab ihn in der Hand. Und der Reißverschluss unten an der Jacke öffnet sich auch von selbst. Oben und unten offen. Keine Chance, den Reißverschluss mit den Fingern erst ganz zu öffnen und dann komplett und richtig zu schließen. Was tun?! Bei Minusgraden kann man so nicht herumlaufen. Vielleicht könnte ja ein Draht... wo bekommt man morgens vor Acht einen Draht her? Im Bahnhof haben alle Geschäfte geöffnet. Schreibwarenladen...Kiosk... wo könnte man mit einem Draht...? Und ich finde einen Blumenladen in der Haupthalle. Bingo! Hier schenkt man mir nach kurzen Erklärungen einen Blumendraht, der in den Zipp passt. An dieser Stelle herzlichen Dank an die nette Floristin, die gerade einen großen, bunten Riechbesen gebunden hat. Die Exkursion wäre sonst schon zu Ende, bevor sie richtig begonnen hätte. Der Reißverschluss ist repariert und ich gehe frohgestimmt zum Gleis, wo gleich die Eifelbahn nach Kall einfahren wird.
Die verspätete RB 24 nähert sich, ich steige ein und setze mich hin. Und während ich noch rätsel, wo man mit ihr hinfahren könnte, wo auch der nachfolgende RE hält, fällt mein Blick auf den Zielanzeiger auf dem Nachbargleis. Dort fällt ein Zug aus. Laufschrift: "+ + + Stellwerkstörung.... in.....Gerolstein...". Aja....Moment! Was?! Gerolstein?!? Das ist der RE, den ich laut meinem Plan eigentlich hätte nehmen sollen! Arghhh! Das fängt ja heute richtig gut an. Jacke kaputt und nur notdürftig geflickt, die Planung kann ich über den Haufen werfen und überhaupt. Scheiße!!!

In Mechernich ist die Sonne aufgegangen
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Bahnhofsgebäude und Stellwerk in Mechernich
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Meine RB fährt auch schon los. Ich entscheide mich für die Fahrt nach Kall, irgendwie ergibt sich schon von dort eine Lösung. Durch die Ville vorbei an Erftstadt, Weilerswist und Euskirchen. Dann steh´ ich dort. Die Sonne ist zwar aufgegangen, aber der Bahnhof noch im Schatten der ersten Eifelberge. Natürlich fällt auch hier der RE nach Blankenheim, den ich eingeplant hatte, ersatzlos aus - zur "Freude" der Wartenden am Bahnsteig. Da die RB in Kall an ihrer Endstation ist, fährt sie wieder von hier aus nach Köln zurück. Ich hänge mich an und fahre nach Mechernich.
Mechernich... kommt da nicht der Riesling-Sekt aus der Fernseh-Werbung her? "Fürst von Mechernich"? Nein, kleiner Scherz. Bisher war´s nämlich wenig lustig. Der Bahnhof liegt etwas außerhalb des Ortskerns, dessen Haupteinkaufsstraße sich direkt am Bahndamm entlang erstreckt. Man wird hier mit einem aus tiefsten rheinischen Herzen kommenden "Määschernisch, hier Määschernisch" begrüßt. Genau so wie Kall gibt es ein Bahnhofsgebäude, Hausbahnsteig und einen über Bahnübergänge erreichbaren und um ein Gleis versetzten Inselbahnsteig. In Kall wird dieser von einem menschlichen Posten gesichert, in Mechernich der Übergang durch Lautsprecherdurchsagen erlaubt. "Sie dürfen nun Bahnsteig 2 betreten." Das ist ja nett. Derweil fährt ein Solo-644er des RE 22 nach Köln ein. Und nun? In zehn Minuten fährt der RE12 nach Trier. Müsste eigentlich der mit 218 sein. Was, wenn nicht? Oder wenn wider erwarten ein 644er-Talent? Tja... Dann lass ich den Umweg nach Blankenheim fallen und setze gemäß meines Plans in Satzvey ein. Dann hab ich halt nur eine Stunde in Mechernich am Bahnhof gewartet.
Doch schon als die Schranken schließen, hört man ein leises und dann anschwellendes Brummen. Ein Jahr Bauzeit an der Halycon´schen Marschbahn mit Betatest der darin enthaltenen 218 reicht, um das Geräusch von der geschäftigen Lärmkulisse des Ortes unterscheiden zu können - es ist eindeutig eine.
Hinter der Zuglok hängt ein Bduu, ein Fahrradwagen mit Personenabteil. Dahinter drei Rotlinge und noch ein Rotling- Steuerwagen. Insgesamt also ein Fünfwagenzug. Ich finde mich in einem unmodernisierten Wagen mit diesen dunkelgrünen, alten Sitzen wieder. Als einziger im Abteil. Das erlaubt mir, das Schiebefenster zu öffnen und das vertraute Geräusch des unter Volllast laufenden Motors hereinzulassen, ohne dass sich ein anderer Fahrgast durch die Zugluft gestört fühlt. Zusätzlich zieht eine mit dem dunklen Dieselqualm vermengte Luft in das Abteil. Wieder halten wir in Kall, immerhin ist jetzt der Giebel des Bahnhofsgebäudes in der Sonne. Vorbei an Urft hält der Zug auch noch in Nettersheim, ehe ich in Blankenheim aussteige, wo die Zuglok im schönsten Sonnenschein steht.
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Nicht mehr ganz alltäglicher Blick aus dem Fenster
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Der Ärger um den Ausfall ist nun endgültig vergessen. Die 218 zieht nun mit ihrem Regionalexpress an mir vorbei, lässt mich im Qualm der Lok stehen und fährt, ohne unterwegs noch einmal zu halten, über die Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz, um in Jünkerath das nächste mal vor Gerolstein zu halten. Das Stellwerk scheint wieder zu funktionieren.

218 206 mit RE 12 fährt aus Blankenheim (Wald)
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Der Bahnhof des Ortes
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Bahnhof vom Berg aus gesehen. Mit Schnee auf der Nordseite.
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Ein Fachwerkhaus am Bahnhof
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Die Tür zur Schalterhalle steht offen...
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Weil´s so schön ist nochmal - die letzte Linie mit 218 in NRW
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Jetzt stehe ich hier. Blankenheim-Wald ist ein weiterer "Wald"-Bahnhof in NRW neben Brilon-Wald. Beide haben gemein, dass sie sehr groß ausgelegt sind, im Quasi-Nichts liegen und einen leicht verkommenen Eindruck machen. Was anderes als die beiden Linien RE 12 und 22 hält hier jeweils um kurz vor bzw. kurz nach halb nicht, außer vielleicht ab und an einem Verstärker der RB 24 im Berufsverkehr. Vom Bahnhof hier führte einst eine Nebenstrecke der Ahrtalbahn nach Ahrdorf bzw. weiter nach Dümpelfeld und Ahrbrück, dem heutigen Ende der Linie RB 30 "Rhein-Ahr-Bahn".
Ich bin hier sehr weit im Süden des Landes. Vor der Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz befinden sich an der Eifel-Strecke noch die Halte Schmidtheim und Dahlem, die allerdings nur im Zweistundentakt vom RE 22 angefahren werden. Dabei besitzt Dahlem den südlichsten Bahnhof von NRW, ist aber selbst nicht der äußerst gelegene Ort. Das ist Kehr, ein kleines Dorf auf einer kleinen Landzunge, die ins Nachbarland ragt. Hier befindet sich auch das Dreiländereck Rheinland-Pfalz, NRW und Belgien. Ob dort im tiefen Süden schon Palmen wachsen? Außer dem besetzen Bahnhof mit Wartehalle, Fahrkartenausgabe und Fahrdienstleiter steht hier ein Fachwerkwohnhaus und einige Lagerhallen. Vor dem Bahnhof wartet noch ein Bus nach Blankenheim-Stadt, fährt aber jetzt los. Zwei, drei Bauarbeiter vollziehen Erdarbeiten - sonst bin ich alleine. Fast eine Stunde Zeit habe ich bis zum nächsten Anschluss Richtung Köln. Zeit, sich heiße Gedanken zu machen, wie das weitere Vorgehen aussieht. "Heiß" ist ein gutes Stichwort - hier oben liegt tatsächlich noch Schnee in nordexponierten Lagen. Eine Stunde Verlust habe ich jetzt auf jeden Fall. In Satzvey hatte mich bei der Vorbereitung eigentlich die Burg interessiert, die relativ nah am Bahnhof liegt.

Bahnhofsgebäude Kall
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RE 12 wird von 218 411 ´rausgeschoben
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Eifel-Bahn nach Köln an der Endstation Kall
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Etwa eine Stunde später ist es wieder der RE 12, der mich in die Gegenrichtung bringt. Die 218 schiebt hinten. Bis Kall fahre ich mit. Inzwischen ist der Bahnhof komplett besonnt. Jetzt bin ich hier zum dritten mal heute. Kurz nach Abfahrt des Eifel-Mosel-Expresses zuckelt die RB 24 aus Köln heran, um hier Kehrt zu machen und die Strecke zurückzufahren.

Bahnhof Satzvey. Betreten nur über die Bahnhofshalle möglich
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Burg Satzvey
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Eifel-Bahn in Satzvey
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Mit dem 644er der RB 24 fahre ich bis Satzvey. Vom und zum Bahnsteig gelangt man in Satzvey nur durch die kleine Bahnhofshalle, deren Tür zum Bahnsteig vom Fahrdienstleiter geöffnet wird. Es sei denn, man klettert über den Jägerzaun. Zu Fuß sind es nur 400 Meter zur Burg. Hier ist nichts los. Kein Mensch. Auch zwei Kassenhäuschen sind verlassen und verrammelt - nur zögerlich komme ich näher. Aber ein Schild, das das Betreten untersagt, gibt es nicht. Schön ist das Gemäuer. Wie ein kleines Märchenschloss.

Bahnhof Euskirchen
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Alter Markt
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Fußgängerzone
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Wettfahrt aus dem Bahnhof: RE 22 n. Köln und RB 23 n. Bonn
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Ich erwische zehn Minuten später nach strammem Fußmarsch in Satzvey noch eine volle RB nach Mechernich, von wo ich quasi ohne zu warten einen RE nach Euskirchen nehmen kann, der in Satzvey wiederum planmäßig durchfährt. Er steht schon vor dem Bahnhof, nur war das Betreten des zweiten Bahnsteigs wegen meiner Regionalbahn nicht gestattet gewesen. Im Nachhinein hätte das auch schief gehen können, hätte man in Mechernich den Eifel-Express bevorzugt...! Der Eifel-Express fährt wie vorausgesehen mit zwei Talent. Es ergibt sich in Euskirchen durch diese Zickzacktour doch noch etwas Zeit für einen Stadtrundgang. Alles entgegen meines Plans, aber der ist eh passé. "Wer gut plant, ... "
RE 22 und RB 23 nach Bonn fahren parallel in die gleiche Richtung aus dem Bahnhof, erst einige hundert Meter weiter östlich ist der Abzweig, in dem sich die Streckenäste nach Bonn und Münstereifel zunächst von der Hauptstrecke nach Köln wegbewegen, um nur ein kurzes Stück weiter hinten selbst auseinander zu laufen.
Der Bahnhof ist während der beiden Exkursionen eine große Baustelle. Statt Unterführung gibt es eine Brücke, die Bahnsteige werden neu gepflastert. Es ist etwas chaotisch, die Züge fahren teilweise von anderen Bahnsteigen als angegeben. Auf der hölzernen Fußgängerbrücke staut sich der Fußgängerverkehr; man ist unsicher, wo man absteigen muss. So bleiben Leute mit Koffern im großen Strom auf der schmalen Brücke plötzlich stehen und drehen ohne Vorwarnung um. Pufffff....
Zunächst stößt man, wenn man den mit Schülern überladenen Vorplatz (Hier befindet sich auch eine offensichtlich gutbesuchte Filiale des Restaurants "Zur Goldenen Möwe") passiert hat, auf eine lebendige Fußgängerzone. Und wenn man etwas weiter läuft, sogar auf historische Gebäude am Alten Markt und das Rathaus mit dem auffälligen Turm. |
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Für die nächsten Bahnhöfe habe ich ganz viele Laubblätter bunt ausgemalt, ausgeschnitten und aufgehängt. So ist es in Erftstadt Sommer, als ich aus der Regionalbahn nach Kall aussteige. Statt -6°C sind es hier fast 30. Man läuft im T-Shirt herum.

RE 22 nach Köln-Deutz mit falscher Zielanzeige |

Bahnhof Erftstadt |

Die Strecke macht hier eine scharfe Kurve, hinten das Stellwerk |

Der Eifel-Express nach Köln verlässt Erftstadt |

Und was kommt da um die Ecke? |

Der Eifel-Mosel-Express nach Trier |

Auch er macht Station in Erftstadt. |

RB 24 nach Kall |
Erftstadt liegt am Westrand der Ville und ist eigentlich keine richtige gewachsene Stadt. Ein Verband von kleinen Gemeinden wurde Ende der 1960er Jahre zusammengeschlossen und nach der durch das Gebiet fließenden Erft benannt. Also sehr ähnlich wie Lennestadt. Der Bahnhof liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Liblar. Ein Bahnhofsgebäude gibt es nicht. Dafür zwei Bahnsteige, von denen nur einer mit einem blauen Stahlgerüst überdacht ist. Hier steht auch ein Kiosk. Der auffallend breite Mittelbahnsteig wird durch einen Bahnübergang betreten. Hier schließt sich eine Schranke, wenn auf Gleis 1 oder 2 ein Zug durchfährt. Gegenüber liegt ein größerer Parkplatz und Bushaltestellen für den städtischen Nahverkehr. Es ist wieder Zeit für den RE 12 nach Trier und der von einer 218 gezogene Zug trifft mit Verspätung ein. Mit ihm geht es (leider) nur ein Halt weiter nach Weilerswist. Dabei fahre ich doch so gerne mit dem....

Bahnhofsgebäude von Weilerswist |

Eifelbahn nach Kall |

Da zeigt eine gerne ihren Körper. Etwas bewegungsarm allerdings |

Hier gibt es noch Formsignale und auch einen Bahnübergang |
Knapp sechs Kilometer weiter südlich steige ich auch schon wieder aus dem gut genutzten Zug aus. Der Bahnhof Weilerswist liegt am Ostrand des Ortes und hat ebenfalls zwei Bahnsteige, ist aber eher so wie Mechernich aufgebaut. Der Mittelbahnsteig befindet sich zwischen den beiden Gleisen und ist sehr schmal. Wie in Erftstadt muss man einen Bahnübergang überqueren. Oben im Bahnhofsgebäude steht hinter einem Fenster eine halbnackte Schaufensterfigur und zieht Blicke auf sich. Nebenan wird an einer Unterführung gebaggert. Wobei drei Arbeiter herumstehen und essen, der Baggerfahrer arbeitet. Und der beschwert sich nun, dass er der einzige ist, der was schafft.
Der Gegenzug, ein RE 22 nach Köln, hat Verspätung und bremst meine Regionalbahn nach Euskirchen aus. Ich habe dort doch nur sechs Minuten Umsteigezeit! Der RE wird ebenfalls von einer 218 geschoben. Offenbar ist der Fahrzeugeinsatz auch höchst variabel auf diesen Verbindungen. Die Eifelbahn steht schon vor Weilerswist, kann aber wegen der offenen Schranke am Bahnübergang zum Mittelbahnsteig nicht einfahren. Na los, pfeif schon ab! Der Zugbegleiter schwingt sich in den anfahrenden Steuerwagen, die Schranke schließt und der TALENT der RB 24 rollt endlich ein. Fünf Minuten zu spät. Das wird knapp.
Exkursion Teil 2: Mit Heino zwischen Erft und Rhein
Hier muss nun ein Strich gezogen werden, da es jetzt auf eine ganz andere, eigentlich von der Eifel-Strecke völlig unabhängige Linie geht. Man könnte die Voreifelbahn jetzt auch in einen eigenen Bericht schieben, aber es passt ja thematisch ganz gut zusammen in die Sackgasse.
Der Anschluss ist geschafft. Die Eifelbahn hat etwas von der Verspätung aufgeholt und die Voreifelbahn nach Bad Münstereifel wartet. Blickt eigentlich einer von Ihnen noch in den Bezeichnungen durch? Eifel-Express, Eifel-Mosel-Express, Eifel-Bahn (NRW), Eifel-Bahn (Rheinland-Pfalz), Voreifel-Bahn - hätte man die Namen nicht etwas deutlicher variieren können?! Etwa 14 Kilometer lang ist der erste betrachtete Abschnitt der RB 23 Richtung Bad Münstereifel. Man hat in den letzten Jahren die Strecke massiv zurückgebaut und sämtliche Kreuzungsbahnhöfe zu Haltepunkten an eingleisiger Strecke degradiert. Eine Zugkreuzung kann danach nicht mehr stattfinden, weswegen auf diesem Strecken- abschnitt auch nur Stundentakt gefahren wird. Ein parallel fahrender Bus verdichtet jedoch den Takt auf der Verbindung.
Hinter Euskirchen zweigt die Strecke nach Süden ab und der Zug passiert den Bedarfshalt Zuckerfabrik. Ich bleibe auch in Stotzheim, Kreuzweingarten und Arloff sitzen und steige erst in Iversheim aus. Als einziger Fahrgast.

Haltepunkt Iversheim |

Y-Bahnschwellen auf der Erfttalbahn |

Minimale Ausstattung |

Ortsmitte |
Der Lokführer ist mit mir ausgestiegen und betätigt den Handeinschalttaster des benachbarten Bahnübergangs. Lange dauert es, bis sich die Schranken auf der Kreuzung schließen. Schließlich rauscht der Talent seinem Ziel entgegen. Iversheim ist bekannt für die antike Kalkbrennerei. Hier wurden im Zuge von Bauarbeiten alte Kalköfen ausgegraben. Heute lässt sich das Gelände besuchen, eine Halle deckt die Stätte ab. Etwa 500 Meter vom Bahnhof liegt dieses Museum entfernt, ist zu Fuß gut zu erreichen und der Weg durch Tafeln ausgeschildert.
Ganz schlau wollte ich sein und mit einem Bus nach Arloff zurückfahren. Dort zunächst den Bahnhof besichtigen und mit dem Triebwagen dann noch einen Halt zurück - bis Kreuzweingarten. Die passende Bushaltestelle habe ich auch nur nach längerer Suche auf gut Glück Richtung Ortsmitte gefunden. Es ist bereits "voll" und eigentlich hätte der Bus jetzt kommen müssen. Ich zieh den Plan zwei Minuten später zurück, gleich kommt die Bahn aus Münstereifel zurück. Und wenn dann die Bahn weg ist und der Bus nicht erscheint, habe ich absolut gar nichts gewonnen. Und Arloff im Schnelldurchgang macht auch keinen Sinn. Also im kurzen Sprint zurück zum Haltepunkt Iversheim, die Schranken auf der Kreuzung schließen bereits. Der Lokführer wird sich wundern.

Haltepunkt Arloff am Rande des Dorfes |

Der Zugang von der Hauptstraße ohne Bürgersteig |

Wenig befestigt, immerhin ist der Rasen gemäht |

Durch den Ort fließt die Erft |

Burg Arloff (Hintergrund) mit der Erft |

Hubertuskapelle in Arloff |

Starke Mauern schützen vor Hochwasser |

Rückweg zum Bahnhof |
In Arloff steht der Bus vor dem Bahnübergang. Hätte ich also in Iversheim verharrt, hätte ich in Arloff sowohl den Zug selbst als auch auf dem Foto verpasst. Die Haltestelle befindet sich erst hinter dem Übergang. Dass ich also doch den Zug genommen habe, war die richtige Entscheidung. Dann muss nur Kreuzweingarten dran glauben. Schade.
Auch in Arloff ist nicht so richtig viel los. Zwei, drei andere Leute sind mit mir ausgestiegen und bewegen sich zu Fuß Richtung Ortsmitte. Der Ort ist sehr interessant. Die norddeutschen Leser unter Ihnen kennen vielleicht Fehnsiedlungen aus Moorgebieten. Die sind entlang der künstlichen Kanäle angelegt, über die früher der gestochene Torf abtransportiert wurde, jeweils mit Straßen rechts und links der Gewässer und dann extrem langgezogen. Typisch für Ostfriesland sind hier noch diese strahlend weißen Mini-Klappbrücken. Jetzt gibt es hier in Arloff keine Fehn und auch kein Moor, aber dennoch ist das Dorf entlang des Flüsschens Erft angeordnet. Kleine Brücken verbinden die parallel zum Ufer verlaufenden Straßen. Fachwerkhäuser, Bauernhöfe und eine alte Mühle trifft man hier an. Es ist sehr dörflich. Der Charakter wird gut durch häufig vorhandene kleine Solarlampen in den Vorgärten oder Eingängen beschrieben. Man könnte die auch einfach so mitnehmen. Diebstahl und Sachbeschädigung scheint es hier allerdings kaum zu geben.
Der Haltepunkt des Dorfes liegt etwas außerhalb am Dorfrand. Ein Stückchen muss man in Richtung Ortsmitte laufen, auch wenn das in fünf Gehminuten erreicht ist. Es gibt eine Wartehalle, Mülleimer und - was verwundert - einen Snackautomaten. Wo die Schokoriegel in der Sonne schwitzen. Fahrkartenautomaten gibt es hier wie auch in Iversheim keinen. Die Tickets kann man im Zug kaufen. Hier steht ein Automat.

Mächtiger Turm der Burg Arloff |
Mit dem Gegenzug fahre ich nun zur Endstation Bad Münstereifel. Schon von weitem sieht man auf dem Berg ein Radioteleskop auf dem Berg Stockert. Ist der mit 25 Metern Durchmesser nicht zu verachtende Astropeiler schon relativ groß, muss man sagen, dass dieses erste Deutsche Radioteleskop stillgelegt ist und durch einen Neubau im Südosten der Stadt ersetzt wurde. Das Teleskop am Effelsberg hat einen Durchmesser von 100 Metern und liegt daher windgeschützt nicht genau auf dem Berg, sondern in Tallage und direkt auf der Landesgrenze zwischen NRW und Rheinland-Pfalz. Man kann es besuchen.

Bahnhof Bad Münstereifel
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Es ist ein Fachwerkgebäude
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Auf dem Vorplatz Bushaltestellen |

Voreifelbahn nach Bonn fährt ein |
Am Bahnhof liegt die Endstation der Erfttalbahn. Das Empfangsgebäude besteht aus Fachwerk. Es gibt heute nur noch ein befahrbares Gleis. Im Gras liegen noch Schienen des ehemaligen Güterbahnhofs, die jedoch offensichtlich nicht angeschlossen sind an die Bahnstrecke.
Vom Bahnhof ist es ein Katzensprung in die Innenstadt, die sich ähnlich wie Arloff entlang der Erft erstreckt. Umgeben ist Bad Münstereifel durch eine alte Stadtmauer, die in Teilen begehbar ist. Von ihr hat man einen guten Ausblick über die schöne Stadt. Der Fernseh-Spielfilm "Vulkan" von 2009 spielte größtenteils in Bad Münstereifel, wobei der Ort jedoch "Lorchheim" genannt wurde. Wer den Film gesehen hat, erkennt möglicherweise einige Szenen und Gebäude wieder:

Stockrosen an der nördlichen Stadtmauer |

Die Erft fließt als junger Fluss durch die Stadt |

Fußgängerbereiche von Münstereifel |

Begehbare Stadtmauer |

Südliches Ende der begehbaren Stadtmauer an einem Turm |

Blicke von der Burg, hinten die Kirche |
Zunächst muss man durch das Werther Tor schreiten. Mehrere Stadttore schaffen Einlass in das Zentrum. Hier finden sich so einige romantische Eckchen zum verweilen, aber auch viele Eisdielen und Straßencafes. Wegen der großen Hitze beschränke ich das Mittagessen auf ein großes
Spagettieis in einem großen Pappbecher, also zum mitnehmen. Dafür musste die Frau hinter dem Tresen hart arbeiten, um das Vanilleeis von Hand durch diese Presse zu schieben, was mir im Nachhinein ein wenig Leid tut. Hmm... mit Schokosoße...! Löffelnd geht es weiter durch die Gässchen, ehe ich am Pranger des Rathauses gegenüber von "Café Heino" stehe. "Die müssen sicherlich viel Lizenzgebühr bezahlen für den Namen", denke ich noch. Keine Ahnung, ob es eine Bildungslücke ist, dass ich das nicht weiß. Nach der Exkursion erfuhr ich nämlich, dass tatsächlich Heinz Georg Kramm alias Heino, der Schlagersänger mit der dunklen Sonnenbrille ("Blau blüht der Enzian") hier und im Phantasialand ein eigenes Cafe betreibt, in denen man seine berühmte Haselnusstorte kaufen bzw. essen könne. Im Internet las ich außerdem später, dass man den Besitzer hier recht häufig antreffen soll und sich mit ihm unterhalten kann. Schön schön.
Ich drehe eine Runde über die Stadtmauer, die öffentlich und frei über Balkone und Stiegen zu besichtigen ist, steige über Nebenstraßen zur Burg hoch und begebe mich irgendwann zurück zum Bahnhof. Hier rollt bereits die Regionalbahn aus Richtung Bonn ein, um zur vollen Stunde Bad Münstereifel zu verlassen.
Die Abfahrtszeiten der Züge an Wochentagen kann man sich hier wirklich gut einprägen: 10:00 Uhr, 11:00 Uhr, 12:00 Uhr, 13:00 Uhr und so weiter. Am Wochenende wirds gleich komplizierter: 10:30 Uhr, 11:30 Uhr, 12:30 Uhr, 13:30 Uhr... |

Werther Tor mit Blickrichtung Bahnhof |
Ich erwische den Schülerzug - klar, es ist Mittag. Schulschluss. An allen Zwischenstationen lässt der Triebwagen einen Teil seiner Fahrschüler ins Freie, in Euskirchen ist er fast wieder leer, dafür gleicht er einer kleinen, rollenden Müllhalde. Theoretisch müsste man jetzt erstmal mit Besen und einem großen Blauen Sack durchgehen. Rückwärts geht es aus Euskirchen wieder raus. Das ist der Moment, wo sich viele Menschen in den Vierern umsetzen, im in Fahrtrichtung fahren zu können. Aber statt nach Münstereifel fahren wir nach Osten Richtung Bonn. Der zweite Abschnitt dieser Regionalbahn ist nun angebrochen. Hier ist der Takt verdichtet zum Halbstundentakt und zu rekordverdächtigen Viertelstundentakten im Berufsverkehr. In Euskirchen wird eine Triebwageneinheit angekuppelt. Vorbei an Kuchenheim fahre ich in einem doppelten Talent bis Odendorf.

Voreifelbahn von Münstereifel nach Bonn in Odendorf |

Flachdach-Bahnhofsgebäude |

Mehr Schilder gehen wirklich nicht |

Der Bahnhof hat zwei begehbare Bahnsteige |
Odendorf, Odendorf, Odendorf, Odendorf. Offenbar ist man sehr stolz auf den Ort. Der Halt hat nämlich überdurchschnittlich viele Stationsschilder, die hier im übrigen entgegen der normalen Orientierung auch noch quer aufgehängt sind. An jedem Mast ist irgendein Hinweis-, Verbots- und / oder Ortsschild. Oder eine Uhr. Mehr geht wirklich nicht.
Es handelt sich hierbei um einen Vorort von Swisttal, das am Südende der Ville liegt. Durch die Lage an der Autobahn A61 ist der Ort aus den Verkehrsnachrichten wohlbekannt. Die kleine Wartehalle im Flachdach-Bahnhofsgebäude ist abgeschlossen, ein Zettel sagt außerdem, dass der Fahrkartenautomat abgebaut wurde, weil die Reparaturkosten (durch Vandalismus) unverhältnismäßig zum Profit angestiegen seien. Neben dem eigentlichen Bahnsteig 2, an dem die RB 23 üblicherweise hält, existiert noch ein einfacher Behelfsbahnsteig zwischen den Gleisen, der über einen kleinen, hölzernen Bahnübergang erreicht wird. Fünf Züge am Tag verkehren von diesem Bahnsteig. Zu den anderen Zeiten ist der Übergang durch eine Kette versperrt. Kaum zehn Minuten später kommt der Gegenzug, der mich ein Halt zurück in Kuchenheim aussetzt.

RB 23 von Bonn nach Euskirchen in Kuchenheim |

Ein Haltepunkt mit Formsignalen an jedem Ende |

Das Bahnhofsgebäude von Kuchenheim - wie in Odendorf. |

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Die Schilder sind hier quer - nur mancherorts verbaut... |

Weiter geht´s Richtung Bonn |
Der Bahnhof von Kuchenheim sieht sehr ähnlich aus wie der in Odendorf, das Bahnhofsgebäude ist fast identisch. Auch hier wird noch am Hebel zur Betätigung der Signale gezogen. Wobei anderes an dieser Strecke allerdings auch eher die Ausnahme wäre. Ohne große Vorkommnisse verbringe ich hier noch einige Minuten, ehe es weiter nach Rheinbach geht.

Bahnhof Rheinbach
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Viel Talent haben die hier
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Nun geht es durch das Flachland der Zülpicher Börde weiter. Hier sind neben vielen Feldern mit Ackerwirtschaft auch Obstplantagen mit rot leuchtenden Äpfeln oder auch Baumschulen mit langen Reihen mit Koniferen zu finden. Als nächstes steige ich in Rheinbach am Südostrand der Zülpicher Börde aus. Der Bahnhof hat ein schönes (ehemaliges) Empfangsgebäude. Hier wird die Strecke wieder doppelgleisig.

Bahnhofsgebäude Rheinbach |

Kirche in Rheinbach |

Nächster Halt: Meckenheim |
Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt geht es mit dem nächsten Takt nur einen Halt weiter nach Meckenheim. Diese Stadt liegt in einer schmalen, nach Norden vorstoßenden Nase der Eifel. Am Rande der von Meckenheim liegt der Bahnhof, dessen Empfangsgebäude sehr ähnlich aussieht wie das in der zuvor besuchten Nachbarstadt. Fast, als wurde es in der Grundform nur gespiegelt gebaut.

Bahnhof Meckenheim
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Ein Verstärkerzug bringt mich eine Viertelstunde später nach Bonn. Vorbei am Bahnhof Kottenforst, wo die Strecke auch mal wieder eingleisig wird. Dieser Bahnhof liegt mitten im Wald und hat ein sehr schönes Fachwerk-Bahnhofsgebäude, wird jedoch in der Woche nicht angefahren. Der nächste Halt ist dann in Witterschlick. Hier findet auch die Zugkreuzung statt.

Bahnhof Witterschlick |

Bahnhofsgebäude - privat bewohnt und sehr gepflegt |

Bahnhofsgebäude und Trauzimmer im Güterschuppen (links) |

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Der Bahnhof von Witterschlick liegt östlich des Ortes fast direkt an der Stadtgrenze zu Bonn. Der Ort selbst gehört zur Gemeinde Alfter. In direkter Nachbarschaft - quasi hinter dem Wäldchen - befindet sich die Bonner Hardthöhe, wo das Verteidigungsministerium der Bundesrepublik Deutschland sitzt. Das Bahnhofsgebäude ist privat bewohnt und wirkt sehr gepflegt. Offenbar kann man hier in einem Güterschuppen heiraten, klebt hier doch ein Schild, dass dies das Trauzimmer des Standesamtes sei. Man plant, im Nachbarort Impekoven ebenfalls einen Halt an der Voreifel-Bahnstrecke einzurichten.
Es wird wieder zweigleisig und es folgt noch ein Halt - der Haltepunkt von Bonn-Duisdorf, nicht zu verwechseln mit der Stadt im Ruhrpott an der Mündung der Ruhr in den Rhein - dann endet die Fahrt für die Voreifelbahn und für mich am Hauptbahnhof der ehemaligen bundesdeutschen Hauptstadt Bonn am Rhein. Mehr Informationen und Bilder zur Stadt finden Sie im Artikel zur TR / RB 26 "Mittelrheinbahn" bzw. zum RE 5 "Rhein-Express". Es dämmert bereits langsam. Januartage sind kurz.

Skyline der Stadt vom östlichen Rheinufer aus
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Die angesprochene Rhein-Ahr-Bahn in Bonn Hbf
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TR 26 der transregio von Köln-Netz nach Koblenz |

Bonn Hbf |
Freitag - Spätnachmittag: Im proppevollen Desiro ML der Transregio geht es mitten im Berufsverkehr zum Wochenende zurück nach Köln-Deutz. Hier ist der Anfang allen Übels, denn hier werden RE 12, 22 und RB 24 eingesetzt. Sie kommen hier direkt aus dem Betriebswerk, Deutz ist der erste und letzte Bahnhof der Linien. Der Bahnhof hat die Ehre, einige Fernverkehrszüge aufzunehmen. Außerdem endete bis 2006 hier der internationale Fernzug Thalys von und nach Paris Gare du Nord via Brüssel.
Hier treffe ich noch einmal auf den Eifel-Mosel-Express in seiner schönsten Länge. Der Anblick ist heute Vergangenheit.

Bahnhof Köln-Deutz am östlichen Rheinufer |

Anfangs- und Endstation für RE 12, 22 und RB 24. |

Die lange Fahrt nach Rheinland-Pfalz beginnt soeben |

Dessen Reise ist zu Ende - es geht ins Betriebswerk Deutzerfeld |

Auch für ihn ist hier Schluss: TR 26 der transregio aus Koblenz |

Der Eifel-Mosel-Express fährt dem Sonnenuntergang entgegen. |
Nach kurzer Wartezeit rollt auch schon der RE 7 nach Münster ein. Mit ihm fahre ich bis Unna und warte dort auf die Hönnetalbahn. Hier steht wieder der Mensch, der mich - sofern ich den auf Fahrten zur Uni oder auf Exkursionen am Bahnhof treffe - immer grüßt und mit mir redet, als seien wir gute Freunde. Von dem ich aber keine Ahnung habe, wer er ist, geschweige denn wie er heißt. Er reicht mir zum Gruß die Flosse, um Millisekunden danach zu erzählen, wie verrotzt er doch gerade sei. Na Danke.
Sebi on Tour - demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)
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(c) Bilder, Text und Grafiken: S.Hellmann - www.mytrainsim.de |