
Nahverkehr in NRW: Teil 44 - RB 44: Der Dorstener
Die Schnapszahllinie 44 ist eine Regionalbahnlinie zwischen Oberhausen Hbf und Dorsten. Sie wird von der Prignitzer Eisenbahn betrieben.
Nicht ganz zufällig läuft auch diese Exkursion unter der Nummer 44. Sie wird noch von der PEG betrieben - muss man sagen. Ab 2010 ändert sich das Farbschema Blau-Rot-Weiß in Blau-Gelb, dann wird nämlich hier die NordWestBahn verkehren. Doch bis dahin bildet die PEG einen wichtigen Zubringer vom Knotenpunkt Oberhausen zum Freizeitpark "MoviePark" in Bottrop-Kirchhellen. Die PEG fährt hier mit den altbewährten Talent (Talbot leichter Niederflurtriebwagen). Bis Dorsten laufen nacheinander die Linien RE 14, S9 sowie RB 43 auf der der RB 44 ein, um gemeinsam (ohne S9) im Bahnhof von Dorsten zu landen, dem kleinen Umsteigebahnhof am Rande des Münsterlandes.
Rechts finden Sie die übliche Karte zur Linie. Trotz der Kürze der Linie wird sie in zwei Teile aufgeteilt: Teil 2 ist der bereits erkundete Abschnitt von Bottrop Hbf nach Dorsten. Er entspricht dem Text und den Bildern der Artikel zur RB 43 "Emschertalbahn" und zum RE 14 "Der Borkener". Teil 1 ist frisch erkundet zwischen Oberhausen und Bottrop Vonderort. Es ist nicht viel neues, aber fehlen sollte der Teil auch nicht...
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Teil 1: Oberhausen - Bottrop
Winter, Klares Wetter, Ostwind - gute Voraussetzungen für sonnige Tage und Eiskälte. Heute morgen war ich bei -6°C aufgebrochen, um das Kernstück des Rhein-Emscher-Expresses zu befahren. Jetzt stehe ich hier mit einer größeren Menschenmasse in Oberhausen und warte auf meinen Anschluss. In einer halben Stunde geht es erst weiter. In der Bahnhofshalle ist es etwas wärmer als hier draußen auf dem Bahnsteig. Oberhausens Hauptbahnhof ist ein Knotenpunkt, führen hier doch Fernverkehrslinien in die Niederlande und nach Frankfurt sowie Nahverkehrslinien zum Niederrhein (Emmerich / Wesel), nach Hamm und Dortmund sowie bis nach Koblenz.

Bahnhofsgebäude Oberhausen Hbf
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Der Dorstener in Oberhausen - Endstation
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RB 36 "Ruhrort-Bahn" - ebenfalls von der PEG betrieben |

Der Weseler nach Wesel |
Ist die Halle noch gut ausgebaut, wirken die Bahnsteige stark heruntergekommen und irgendwie verlassen. Klar, im Osten befinden sich zwei Bahnsteige ohne richtigen Gleisanschluss; Hier steht ein Museumszug mit Werkslok, Torpedo- und Schlackenpfanne, mit denen flüssiges Eisen bzw. Schlacke über längere Strecken transportiert werden konnte. Nachts wird das ganze durch tausende von LEDs von unten beleuchtet. Aber das meine ich nicht. Viel Unkraut zwischen den alten, buckeligen und kaputten Platten, zigmal grau überstrichene Wände. Gestückelte Moderne hier und da in Form von Notrufsäulen, stylische Mülleimer oder Getränkeautomaten (letzterer teilweise abgebrannt). Außerdem längere Unbelebtheit auf allen Bahnsteigen zwischen den Zügen. Irgendwie trostlos. Und das an einem Samstag. An einem Hauptbahnhof.
Ganz hinten fährt ein Talent der PEG ein. Es ist bereits der Dorstener. Ich steige ein und bin einer von drei Leuten, die auf Abfahrt warten. Der Lokführer hat vorne seine Glastür aufgemacht, liest ein Buch und hat dabei leise WDR2 im Radio am Laufen. Um '8 nach schmeißt er den Motor an und legt das Buch zur Seite. Viel mehr Fahrgäste sind es nicht geworden. Vermutlich sind es im Sommer mehr, wenn der Freizeitpark geöffnet hat und Schulklassen und Familien in Strömen hinfahren. Wie es sein kann, habe ich ja schon einmal gemerkt - siehe Teil 2.
Sekundengenaue Abfahrt. Mit Tempo 40 zuckelt der Wagen über die vielen Weichen. Zunächst nach Nordnordwest, einmal um den Gasometer und das Niederrheinstadion herum. Schließlich erfolgt der Abzweig nach Osten. Wir schleichen am Park der Oberhausener Landesgartenschau (OLGA-Park) vorbei und halten pünktlich in Osterfeld Süd. In Richtung Bottrop hält der Zug rechts, in Gegenrichtung links. Ein kleiner Kreuzungsbahnhof ohne größere Funktion, vergleichbar mit Meiderich Süd bei der Ruhrort-Bahn.

Osterfeld Süd mit dem Gasometer (hinten links)
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Bottrop-Vonderort
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Gegenüber des Bahnhofs liegt in Südwestrichtung der Gasometer und das CentrO. Zu Fußlaufe ich die zwei Kilometer zum nächsten Halt. Und habe dafür rund zwanzig Minuten Zeit. Eine lange Rotphase an der Fußgängerampel in Osterfeld hält auf. Der kleine Zeiger rückt immer weiter in Richtung Abfahrtszeit am nächsten Halt - und er ist noch nicht in Sicht. Das letzte Stück wird im Spurt erledigt. Doch dann taucht der kleine Haltepunkt hinter einer Kurve endlich auf. Keine Minute zu spät. Es reicht gerade für ein Foto, dann hört man den Zug schon anrollen. DER ist jetzt voll. Gerade noch einen Sitzplatz gefunden, wird die gelaufene Strecke in wenigen Minuten Fahrtzeit bewältigt. Irgendwie frustrierend. Rückfahrt zum Oberhausener Hauptbahnhof. Die Sonne erreicht schon wieder fast den Horizont - vor einer Woche war die Wintersonnenwende, die Tage dementsprechend kurz.
Teil 2: Bottrop - Dorsten
Die weitere Linienführung wird von den Exkursionen zur Emschertal-Bahn sowie zum Borkener übernommen, da in Bottrop alle Linien nach und nach irgendwie zusammenlaufen. Nächster Halt des Dorsteners ist Bottop Hauptbahnhof.

Der RE 14 "Der Borkener" in Bottrop Hbf
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Der Hauptbahnhof von Bottrop
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Die S9 vor dem Tetraeder Bottrop (hinten oben)
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Der 422er der S9 nach Wuppertal in Bottrop
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Bottrops Hauptbahnhof ist sicherlich nicht das, was Sie sich vielleicht unter einem Hauptbahnhof vorstellen. Es gibt zwei Inselbahnsteige mit drei Gleisen, an einem hält nur die S9, an den anderen beiden die RB nach Oberhausen und halt der RE nach Borken. Eine Ebene tiefer, auf Straßenniveau, findet sich eine Bushaltestelle sowie Läden, Kioske und Fahrradstation in einem Gebäudeblock unterhalb eines großen Dachs.
Mit der RB 44 fahre ich in einem proppevollen Triebwagen bis Feldhausen. Ich muss im Flur in der Tür stehen bleiben.Feldhausen kennt vermutlich kaum ein Mensch. Aber wie sieht´s denn mit dem Nachbarort Bottrop-Kirchhellen aus?! Genau, das aus der Werbung. Hier, in wenigen Fußminuten entfernt zum Haltepunkt Feldhausen, liegt der "MoviePark Germany", ehemals "Warner Bros. Movie World", noch ehemaliger "Bavaria Filmpark", noch viel eher "Traumlandpark Bottrop". Es ist einer der großen thematischen Freizeitparks des Landes neben dem Phantasialand in Brühl, dem Fort-Fun in Bestwig und dem Hollywood-Safaripark Stukenbrock bei Schloss Holte. Vom Zug aus sieht man die Achterbahnen, Vulkane und einige Maschinen, die dem Frühstück den Rückwärtsgang einlegen. Außerdem den randvollen Parkplatz. Jedenfalls besteht hier täglich großer Andrang. In entgegengesetzter Richtung zum Moviepark liegt Schloss Beck. Hier ist ebenfalls ein kleiner Freizeitpark zu finden, der speziell für kleinere Kinder gedacht ist. Aber auch er besitzt Achterbahn, Wasserrutsche, kleinkindgerechte Geräte und familientaugliche Eintrittspreise. Im Gegensatz zum MoviePark, wo eine kleine Familie alleine für den Eintritt weit über 100 € los ist (32 Euro pro Person, Familienkarte 125 Euro; Gruppen ab 20 sind mit 20 Euro pro Nase dabei - Stand 2008, lt. MoviePark-Webseite).

Emschertalbahn nach Dortmund in Feldhausen
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Schloss Beck bei Feldhausen
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Haltepunkt Bottrop-Feldhausen am Moviepark
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Der Dorstener - ebenfalls bei Feldhausen
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Apropos Andrang. Da fällt mir eine kleine Geschichte ein. Wir waren hier mal von der Schulklasse. Damals war noch keine Pflicht, dass Klassenfahrten pädagogisch wertvoll sein mussten. Ja, liebe Schüler, vor einiger Zeit gab es noch Klassenfahrten in Freizeitparks! Es war wohl 1999, als der RE14 noch bis Langenberg im Bergischen fuhr. Jedenfalls stiegen wir auf 'Befehl' unseres Lehrers in einen einfahrenden Zug ein. Essen, Steele, Kupferdreh... noch nicht einmal hier konnten wir meinem Lehrer damals davon überzeugen, dass wir falsch waren. Das konnte erst die Durchsage "Nächster Halt: Langenberg. Der Zug endet hier." Nunja, kurze Rede: nach einer langen Irrfahrt mit mehrmaligen Umsteigen haben wir in Unna die letzte Bahn nach Menden erwischt. Sonst wär´s teuer geworden. Es war übrigens nach Aussage des Lehrers das zweite Mal in jener Woche, dass er im falschen Zug saß.
Eine weitere proppevolle PEG aus Oberhausen nähert sich dem Haltepunkt. Menschenmassen steigen aus und streben auf den Haupteingang des MovieParks zu. In einem jetzt leeren Talent-Triebwagen fahre ich einen Halt weiter - bis dessen Endstation Dorsten.

Der Dorstener in Dorsten - andere Endstation
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Einfahrt des RE 14 "Der Borkener" aus Borken
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Empfangsgebäude in Insellage in Dorsten
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NWB-Albino nach Dortmund
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Dorstens Bahnhof ist ein Inselbahnhof. Das Empfangsgebäude liegt in der Mitte. Rechts und links schließen Gleis 1 West und Gleis 1 Ost an, dahinter liegt an einem weiteren Inselbahnsteig Gleis 2 West und Gleis 2 Ost. Hinter den westlichen Gleisen liegt der ZOB der Stadt. In Dorsten enden sowohl die RB 44 "Der Dorstener" als auch die Emschertal-Bahn der RB 43 aus Dortmund und der "Coesfelder" der Linie RB 45. Etwas anderes als Talent in unterschiedlichsten Farbgebungen fährt hier nicht mehr.
Sebi on Tour - demnächst vielleicht auch in Ihrer Nähe ;-)
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